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20.09.2013

16:15 Uhr

Überraschende Trendwende

Investoren entdecken Europa

VonJörg Hackhausen

Euro-Krise, war da was? Bei Investoren ist Europa plötzlich wieder angesagt. Die Kapitalzuflüsse sind enorm. Über die „politischen Risiken“ wird freundlich hinweggesehen. Doch das könnte nur von kurzer Dauer sein.

Getty Images

DüsseldorfDie Finanzmärkte und die Modewelt haben mehr gemeinsam, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Damit ist nicht gemeint, dass die Banker der Wall Street gerne Hermes-Krawatten und Anzüge von Ermenegildo Zegna tragen. Es geht um das Phänomen, dass jede Mode irgendwann wiederkehrt. Sie muss nur lange genug out sein, um wieder angesagt zu sein; das gilt für Fashionista genauso wie für Investoren.

Die neueste Mode auf den Finanzmärkten: Europa. Lange verschmäht, entdecken die Anleger den alten Kontinent wieder. Investoren aus den USA haben im ersten Halbjahr so viel Geld in europäische Aktien gesteckt wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Insgesamt investierten US-Pensionsfonds und andere Großanleger rund 65 Milliarden Dollar. Das sei der höchste Betrag seit 1977, sagen die Analysten von Goldman Sachs.

Was seit der Lehman-Pleite aus 100.000 Euro wurde

US-Dollar

93.951 Euro

Sparbuch

103.100 Euro

Tagesgeld

107.600 Euro

Zehnjährige US-Staatsanleihe

125.607 Euro

Bondindex Rex

128.958 Euro

Rohöl (Brent)

130.859 Euro

Zehnjährige Bundesanleihe

131.206 Euro

Dax

142.031 Euro

Nikkei-225

147.685 Euro

Dow Jones

173.651 Euro

Gold

180.185 Euro

FTSE China

181.333 Euro

MDax

193.279 Euro

Silber

214.136 Euro

Quelle

Thomson Reuters, FMH; Startdatum: 15. September 2008; in Euro gerechnet. Enddatum: 15. September 2013

Die Kapitalzuflüsse lassen den Euro Stoxx 50, den wichtigsten Index für europäische Aktien, steigen. Er hat in diesem Jahr um zehn Prozent zugelegt. Der Deutsche Aktienindex (Dax) ist um 13 Prozent gestiegen – und hat gerade erst ein neues Allzeithoch bei 8.770 Punkten aufgestellt.

„Europa bietet die besten Chancen. Die Konjunktur kommt immer besser in Schwung. Zugleich sind europäische Aktien sehr günstig bewertet“, sagt Edward Perkin, Chief Investment Officer für Aktien bei Goldman Sachs Asset Management.

„Neben der relativ niedrigen Bewertung erlebte Europa in den letzten Wochen mehrere positive konjunkturelle Überraschungen, die zu einer neuerlichen Gewinndynamik beitragen könnten“, sagt Cédric de Fonclare, Fondsmanager bei Jupiter Asset Management in London. „Wir halten es daher für möglich, über politische Risiken hinwegzusehen.“

Das sind ungewohnte Aussagen. Jahrelang hörte man von Investoren und Strategen aus dem angelsächsischen Raum, wie schlecht es um Europa bestellt ist. Fast schon genüsslich nahm man die Euro-Zone auseinander: schwache Wirtschaft, ausufernde Staatsschulden, uneinige Spitzenpolitiker. Umso erstaunlicher ist der Sinneswandel.

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

20.09.2013, 16:36 Uhr

Tja wie sagte die tage ein befreundeter US Journalist zu mir....

Der Lehmann schock ist überwunden, die Gier kehrt zurück.

K.West

20.09.2013, 16:40 Uhr

Klasse, dass sich Investoren für Europa entscheiden. Dies bedarf jedoch nachhaltige Politik. Hierzu zählt, dass Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse, Patente und Wirtschaftsdaten geschützt werden müssen, damit Investoren - mangels Vertrauen - wieder abziehen.

Deswegen ist es wichtig, dass eine Kontrolle funktioniert bzw. die Regierung genau dieses Vertrauen nicht verspielt: http://www.piratenfraktion-nrw.de/2013/09/stopwatching-eu-schlagt-bei-eu-kommission-auf-tausende-unterschriften-gegen-totaluberwachung-durch-tempora-programm Nachdem bekannt wurde, dass die EU via Belgacom bzw. britischem Geheimdienst ausgespäht wird: http://www.sueddeutsche.de/digital/angriff-auf-belgacom-britischer-geheimdienst-spaehte-belgische-telekomfirma-aus-1.1775825

Es ist also nicht nur der böse Drache (http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/cyber-spionage-der-drache-schnueffelt-wo-er-kann-a-616125.html), sondern das Desinteresse am Datenschutz: http://www.spiegel.de/politik/ausland/david-cameron-instagram-foto-des-schlafenden-premiers-sorgt-fuer-kritik-a-923534.html

Vertrauen in Menschen, in Investoren und Gäste,
das schafft Arbeitsplätze und Wohlstand!

Deswegen: Wählt Alternativen und informiert Euch:
http://www.wahl-o-mat.de

Account gelöscht!

20.09.2013, 16:42 Uhr

sein Wort in des Investors Ohr

Sag mir
wo ist all das Volumen hin,
wo ist es geblieben.

Lang lang ist es her.

Sag mir wo sind die Investoren hin,
wo sind sie geblieben.
Sag mir wo sind die BigBoys hin
Sag mir wo sind die Boni hin,
lang lang ist es her
lang lan
L

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