Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.10.2014

11:23 Uhr

Uhren als Geldanlage

Goldenes Portfolio am Handgelenk

VonSimone Wermelskirchen, Christian Schnell, Jürgen Röder

Wertvolle Uhren aufzuspüren und anschließend teuer zu verkaufen, erfordert viel Erfahrung. Nicht jede teure Uhr kann automatisch später noch teurer weiterverkauft werden. Denn der Markt ist komplex. Was Experten raten.

Imago

DüsseldorfWer den Rolex-Klassiker „Submariner“ aus den 60er-Jahren besitzt, der kann sich in jedem Fall glücklich schätzen. Ob das exquisite Stück heute allerdings 12.000 oder eher 70.000 Euro wert ist, darüber entscheiden feine und doch gravierende Details.

Das Modell „4-liner“ gab es relativ häufig, weshalb man sich preislich am unteren Ende der Skala befindet. Die „Square Guards“ dagegen gab es selten, was den Preis in ständig neue Höhen treibt. Besonders, seitdem auch die Chinesen den Markt entdeckt haben. Die vergangenen Auktionen bei Häusern wie „Christies“ haben das bewiesen.

Das Sammlerherz bei Uhren schlägt vor allem für außergewöhnliche, alte Uhren im Luxussegment. Gehörte sie dann noch einem prominenten Träger, signierte sie ein weltbekannter Uhrmacher, wie zum Beispiel Breguet oder das Erfolgsteam Piguet & Meylan, scheint der Preisspanne nach oben kaum eine Grenze gesetzt zu sein.

So zahlte der Milliardär Vijay Mallya für die Zenith-Taschenuhr von Mahatma Gandhi und einige weitere Kleinigkeiten 1,8 Millionen Dollar. Die goldene Taschenuhr von Ludwig II., König von Bayern, die Seine Majestät trug, als er im Starnberger See ertrank, gilt da fast schon als Schnäppchen. „Nur den Wert eines Autos“, ließ der stolze Käufer die Presse wissen, habe er dafür bezahlt. „Nicht den Wert eines Ferraris.“

Im Bereich der hochwertigen Taschenuhren, schildert Stefan Muser, Inhaber des Mannheimer Uhren-Auktionshauses Dr. Crott, hätten sich die Preise in den vergangenen Jahren teilweise verdreifacht. „Davor stagnierte der Markt lange Zeit.“ Zwar galten die Taschenuhren seit Jahrhunderten als beliebtes Sammelgebiet und darüber hinaus als Wertanlage, gerieten aber zunehmend in den Schatten von Armbanduhren.

„Dann aber entdeckte die chinesische Kundschaft in den Jahren 2008 und 2009 die Uhren“, weiß Muser. Und während auf dem Markt für Armbanduhren die Wirtschaftskrise deutlich spürbar war, trieben leidenschaftliche Sammler im Segment für luxuriöse Taschenuhren die Preise in die Höhe.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×