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16.08.2011

13:48 Uhr

Umdenken an der Börse

Der Abschied von alten Leitsätzen

Zwei Wochen lang schwankten die Kurse an den Börsen wie lange nicht mehr. Nun sind die Anleger verunsichert. Wie geht's weiter? Börsianer sprechen von einem Paradigmenwechsel.

Ein Plastikbär vor sinkenden Kursen. Zwei Wochen lang hagelte es Kursschwankungen. Quelle: dapd

Ein Plastikbär vor sinkenden Kursen. Zwei Wochen lang hagelte es Kursschwankungen.

FrankfurtEs war Mitte Mai, als sich die Anleger noch in der besten aller Börsenwelten wähnten. Namhafte Banken wie die genossenschaftliche DZ Bank oder die Hamburger Privatbank M.M. Warburg hoben damals ihre Prognosen für den Deutschen Aktienindex an. Stets mit der Diktion, dass der ungezügelte Aufschwung im zweiten Halbjahr so weitergehen wird.

Kaum ein Vierteljahr später, nach zwei Wochen mit lange nicht mehr erlebten Kursschwankungen ist der Optimismus rationalem Vorsichtsdenken gewichen. Die DZ Bank sieht den Dax jetzt zum Jahreswechsel bei 6200 (zuvor 7900) Punkten. Börsianer sprechen von einem Paradigmenwechsel. Von lange geltenden Leitsätzen verabschieden sie sich. Hier ein Überblick über die entscheidenden Änderungen.

Wer in den vergangenen Jahren schlicht auf den Dax gesetzt hat, der machte dabei nichts falsch. 24 Prozent hat der Index 2009 zugelegt, immerhin 16 Prozent waren es im abgelaufenen Jahr. Wer nach den ersten acht Monaten auf den Dax blickt, sieht ihn rund 13 Prozent im Minus. Die Zeit der einfachen Kursgewinne ist damit vorbei. Doch längst nicht bei allen Aktien. „Bilanzqualität, Dividenden und die Entwicklung der Liquidität bieten eine solide Stütze“, sagt Alfred Roelli, Chefstratege der Schweizer Privatbank Pictet.

Bestes Beispiel dafür ist Siemens. Der Mischkonzern sitzt auf dem drittgrößten Geldberg im breiten europäischen Index Stoxx 600, hat die Agentur Bloomberg gestern gemeldet. 13 Milliarden Euro schlummern in der Kasse. Das gibt nicht nur Sicherheit, sollten die Zeiten künftig rauer werden. Anleger warten insgeheim darauf, dass mit Teilen dieser Summe schon bald etwas passiert. Analysten wie Axel Funhoff von der belgischen Großbank ING glauben deshalb, dass nach der jüngsten Börsentalfahrt ein ausgezeichneter Zeitpunkt gekommen sei, um zuzukaufen.

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