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15.08.2013

13:33 Uhr

Umfrage

Anleger reagieren kaum auf Mini-Zinsen

Deutsche Privatanleger schauen seelenruhig dabei zu, wie die Niedrigzinsen ihr Erspartes dezimieren. Nur ein Bruchteil der Befragten plant, Gelder in höherverzinste Produkte umzuschichten, um Realverluste zu vermeiden.

Sparbuch auf einem Schreibtisch: Privatanleger sehen die anhaltenden Niedrigzinsen sehr gelassen. gms

Sparbuch auf einem Schreibtisch: Privatanleger sehen die anhaltenden Niedrigzinsen sehr gelassen.

KronbergDie Mehrheit der privaten Anleger in Deutschland zieht nach einer Umfrage keine Konsequenzen aus der aktuell niedrigen Verzinsung ihrer Sparanlagen. Obwohl die Inflation derzeit über dem Zinsertrag liegt und Sparer deshalb real Geld verlieren, hätten nur 16 Prozent ihr Portfolio angepasst und dabei minimal verzinste Anlagen wie Sparbuch oder Festgeld reduziert, teilte die Fondsgesellschaft Fidelity am Donnerstag in Kronberg mit.

Bei der repräsentativen Umfrage, die das Marktforschungsinstitut YouGov im Auftrag von Fidelity Worldwide Investment im Juli unter 1066 Erwachsenen durchführte, gaben weitere acht Prozent an, eine Anpassung ihres Portfolios zu planen.

So legen die Deutschen ihr Geld an

Top 7

Sicherheitsdenken dominiert sehr stark auch die Anlagestrategien männlicher Finanzanleger. 86 Prozent der befragten Männer können sich nicht vorstellen, bei Anlagen für eine höhere Rendite ein höheres Risiko in Kauf zu nehmen. Frauen sind aber offenbar noch sicherheitsorientierter: 96 Prozent von ihnen wollen bei der Geldanlage möglichst kein Risiko eingehen.

Top 6

Trotz des derzeit allgemein niedrigen Zinsniveaus können sich nur neun Prozent der Anleger vorstellen, bei künftigen Finanzanlagen mit einer höheren Risikobereitschaft gegebenenfalls eine höhere Rendite zu erzielen. Mit 91 Prozent legt die Mehrheit der deutschen Sparer einen großen Wert auf Sicherheit.

Top 5

Neben Festgeld und Tagesgeld würden die Verbraucher 2013 auch stärker in Immobilien, Gold und andere Edelmetalle investieren, wenn sie einen größeren Geldbetrag dafür zur Verfügung hätten. Den größten Zuwachs im Vergleich zu 2012 erleben Immobilien. 46 Prozent aller deutschen Anleger würden sich ein Haus oder eine Wohnung anschaffen. Auch die Krisenwährung Gold ist 2013 deutlich beliebter. Knapp 30 Prozent der deutschen Anleger würden sich größere Goldbestände zulegen.

Top 4

Während Frauen tendenziell stärker in Festgeld sowie Tagesgeld investiert sind, meiden sie Aktienanlagen noch in stärkerem Maße als Männer. Bei Fonds sind hingegen nur geringfügige, bei Immobilien, Gold und anderen Edelmetallen sogar überhaupt keine Unterschiede im Anlageverhalten von Männern und Frauen feststellbar.

Top 3

Im Jahr 2012 waren bei den deutschen Anlegern Festgeld und Tagesgeld die beliebtesten Anlageprodukte. Obwohl der Dax in diesem Jahr um rund 30 Prozent zulegte, rangieren börsennotierte Finanzprodukte erst deutlich danach. Gerade einmal jeder fünfte Deutsche investierte sein Geld in Aktien. Darauf folgten Immobilien mit knapp 17 Prozent. Das in der Krise besonders beliebte Anlageobjekt Gold lag mit gerade einmal neun Prozent ebenfalls auf den hinteren Plätzen.

Top 2

Trotz eines weiteren Euro-Krisenjahrs stieg der Dax 2012 auf ein neues Allzeithoch. Knapp die Hälfte (48 Prozent) der deutschen Anleger zeigte sich trotz der guten Kursentwicklung mit der Werteentwicklung ihrer Finanzanlage unzufrieden.

Top 1

Der Anteil der Deutschen, die 2012 einen nennenswerten Geldbetrag angelegt haben, steigt mit zunehmenden Alter erkennbar an. Mit knapp 65 Prozent stellen Deutsche ab 60 Jahren die größte Gruppe der Privatanleger.

„Einem großen Teil der deutschen Privatanleger ist durchaus bewusst, dass sie mit ihren liebgewonnenen Sparformen wie dem Sparbuch oder Bundesanleihen in den kommenden Jahren nicht in der Lage sein werden, ihr Vermögen vor Verlusten durch Inflation zu schützen“, sagte Andreas Feiden, Leiter des Privatanlegergeschäfts bei Fidelity. Dabei gehe die Mehrzahl der Befragten (52 Prozent) davon aus, dass die Zinsen frühestens in drei Jahren wieder über der Inflationsrate liegen werden.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Gerhard1711

15.08.2013, 14:45 Uhr

Wenn die Infaltionsrate in 3 Jahren dann auch noch bei 2% liegen würde dann schon :)

Bill_Gross

19.08.2013, 09:58 Uhr

Kann auch wirtschaftlich sinnvoll sein: Bundesrepublik Deutschland Anleihe 0,250% bis 13.04.2018 - in 5 Jahren gibt es insgesamt 1,25% Zinsen. Vor vier Monaten emittiert, steht der der Kurs jetzt bei 97,49%. 13 Mrd. Euro fanden das einst eine gute Anlage - das Geld einfach unverzinslich liegen zu lassen wäre wirtschaftlich sinnvoller gewesen. Oder 30 jährige Apple Inc. Anleihe 3,850% bis 04.05.2043 - vor vor 3 Monaten emittiert, jetzt bei Kurs 82,5 % bereits vier Jahrescoupons verloren.

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