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06.05.2014

12:10 Uhr

Umfrage

Wirtschaft im Euro-Raum erholt sich nur langsam

Die Wirtschaft der Euro-Zone wächst langsam. Hauptverantwortlich dafür sei vor allem Deutschland, während es bei anderen EU-Ländern nicht gut laufe. Dennoch könnte das den EZB-Zinsentscheid positiv beeinflussen.

Durch Deutschland und andere EU-Länder erholt sich die Wirtschaft der Euro-Zone. Allerdings nur langsam, wegen der schwachen Lage in Frankreich. dpa

Durch Deutschland und andere EU-Länder erholt sich die Wirtschaft der Euro-Zone. Allerdings nur langsam, wegen der schwachen Lage in Frankreich.

BerlinDie Wirtschaft der Euro-Zone ist mit viel Rückenwind ins Frühjahr gestartet. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft kletterte im April um 0,9 auf 54,0 Zähler und erreichte damit den höchsten Wert seit knapp drei Jahren. Das teilte das Markit-Institut am Dienstag zu seiner Umfrage unter 5000 Unternehmen in Industrie- und Dienstleistungssektor mit. Bereits ab 50 Zählern signalisiert das Barometer ein Wachstum. Angesichts steigender Aufträge dürfte der Aufwärtstrend anhalten.

Hauptmotor ist derzeit Deutschland, während Frankreich weiter hinterherhinkt“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. In Frankreich laufe es insbesondere im Dienstleistungssektor wegen der „anhaltenden Nachfrageschwäche auf dem Binnenmarkt“ nicht rund. In Spanien und Irland zeichne sich ein starker Aufwärtstrend ab, auch in Italien gewinne die Erholung an Fahrt. Das verringere die Wahrscheinlichkeit einer Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank, die am Donnerstag zu ihrer nächsten Zinssitzung zusammentrifft.

Konjunkturaussichten für die Euro-Länder

Spanien

Spanien könnte 2014 wieder um ein Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit soll jedoch mit 25,7 Prozent hoch bleiben. Das Haushaltsdefizit wird auf 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frankreich

Frankreichs Wachstum dürfte 2014 mit 1,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Euro-Zone bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll auf elf Prozent steigen.

Griechenland

Die griechische Wirtschaft soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder um 0,6 Prozent wachsen. Trotz der erwarteten Besserung dürfte die Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent vergleichsweise hoch bleiben. Bei der Verschuldung werden 177 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Italien

Italiens Wirtschaft soll 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen auf einen Rekord von 12,6 Prozent klettern. Der Schuldenstand bleibt hartnäckig hoch: 2015 soll er mit 132,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht unter dem diesjährigen Niveau liegen.

Zypern

Um 4,8 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt einbrechen. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf den Rekordwert von 19,2 Prozent steigen.

Portugal

Für Portugal erwartet die EU-Kommission 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 16,5 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen. Der Schuldenstand dürfte nach dem Rekordwert von 129,4 Prozent im vorigen Jahr bis 2015 wieder auf 125,8 Prozent zurückgehen.

Irland

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 mit 1,8 Prozent deutlich stärker wachsen als der gesamte Währungsraum. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,2 Prozent fallen, nachdem sie 2013 noch bei 13,1 Prozent lag. Das Defizit soll 2015 auf 4,3 Prozent sinken.

Quelle

EU-Kommission

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

07.05.2014, 16:37 Uhr

Ab September wird ja auch die sehr Konjunkturfreudige Schattenwirtschaft ins BIP gerechnet. Das wird sicher für einen "unerwarteten" gigantischen Boom sorgen. LOL

Account gelöscht!

07.05.2014, 17:37 Uhr

Nicht pauschalisieren !

Die Wirtschaft wächst in einigen sehr wenigen Ländern, - und zwar in den Leistungsgesellschaften und etablierten Industrienationen, wie Deutschland, Niederlande und Belgien etc.

In den Volkswirtschaften vom Club MED wächst bitte mal gar nichts, - und zwar bis auf weiteres.

Insofern bitte immer klar differenzieren und aus dem sogenannten "Euroraum" kein einheitliches Staatskonstrukt machen, - das vernebelt nur den Blick auf die vorherrschende Realität und Wirklichkeit.

Vom Größenwahn ganz abgesehen.

Cheers !

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