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09.07.2014

14:49 Uhr

Umfrageergebnis

Mini-Zinsen vermiesen Deutschen die Sparlaune

Ergebnisse einer Bausparkassenumfrage zeigen, dass die jüngste Zinssenkung der EZB den Deutschen die Lust aufs Sparen verdirbt. Ein Ende der EZB-Politik des billigen Geldes ist nicht in Sicht.

Ein Euro-Zeichen vor der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main: Die EZB-Politik lässt die Deutschen sparen. dpa

Ein Euro-Zeichen vor der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main: Die EZB-Politik lässt die Deutschen sparen.

BerlinDie jüngste Zinssenkung der Europäischen Zentralbank verdirbt den Deutschen die Sparlaune. Wie aus einer Umfrage der Privaten Bausparkassen hervorgeht, legten im Sommer nur noch 40 Prozent der Bürger Geld auf die hohe Kante. Dies sei mit Abstand der niedrigste Wert seit Beginn der Umfrage 1997, teilte der Dachverband am Mittwoch mit. Vor einem Jahr seien es noch 49 Prozent gewesen.

„Den Deutschen vergeht angesichts der Mini-Zinsen langsam die Sparlust, erklärte Verbandschef Andreas Zehnder. Dies sei mit Blick auf die Altersvorsorge alarmierend. Denn die Niedrigzinspolitik der EZB fördere „das Gegenmodell zum Sparen: das von der Hand in den Mund Leben.

Der Werkzeugkasten der EZB

Leitzins

Das wichtigste Instrument ist der Leitzins, also der Zins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld ausleihen können, um es dann zum Beispiel als Kredit an Unternehmen und Verbraucher weiterzugeben. Im August 2016 liegt der EZB-Zins bei historisch niedrigen 0,0 Prozent. Niedrige Zinsen können die Konjunktur ankurbeln.

Einlagezins

In normalen Zeiten bekommen Geschäftsbanken von der EZB Zinsen für überschüssiges Geld, das sie bei der Zentralbank parken. Im Juni 2014 senkten die Währungshüter den Zins unter die Nullgrenze. Aktuell müssen die Kreditinstitute einen Strafzins von 0,4 Prozent zahlen. Das Ziel ist eine Schwächung des Euro und ein Abbau der Einlagen der Banken bei der EZB.

Geldspritzen

Ende 2011/Anfang 2012 unterstützte die EZB Banken mit Notkrediten (LTRO) im Volumen von einer Billion Euro. Die Kredite wurden zu Mini-Zinsen und für drei Jahre gewährt. 2014 folgten weitere Notkredite, allerdings diesmal in deutlich geringerem Umfang.

Kauf von Kreditpaketen

Seit Herbst 2014 kauft die EZB Pfandbriefe (Covered Bonds) und gebündelte Kreditverbriefungen (ABS). Das soll Geschäftsbanken Freiräume zur Vergabe von Krediten verschaffen.

Staatsanleihen Käufe

Im Mai 2010 begann die EZB erstmals mit dem Kauf von Staatsanleihen. Das „Securities Markets Programme“ (SMP) sollte den Anstieg der Renditen von Anleihen angeschlagener Euro-Länder bremsen. Bis Anfang 2012 kaufte die EZB Staatspapiere für rund 220 Milliarden Euro, zumeist italienische Anleihen. Im September 2012 ersetzte das Programm „Outright Monetary Transactions“ (OMT) diese Maßnahme: Die EZB erklärt sich dabei bereit, notfalls unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten zu erwerben. Gekauft wurde in diesem Rahmen bisher keine Anleihe.

Quantitative Lockerung

Für die sogenannte Quantitative Lockerung druckt sich die Zentralbank quasi selbst Geld und kauft damit in großem Stil Anleihen - Staatsanleihen und andere Papiere wie Unternehmensanleihen. Das tut die EZB seit März 2015. Bis mindestens Ende März 2017 wollen die Währungshüter auf diese Weise 1,74 Billionen Euro in den Markt pumpen. Das soll die Konjunktur ankurbeln und die anhaltend niedrige Inflation wieder in Richtung der EZB-Zielmarke von knapp unter 2,0 Prozent befördern.

Zuletzt hatten auch Sparkassen und Genossenschaftsbanken, deren Geschäft unter den niedrigen Zinsen leidet, eine Ende der EZB-Politik des billigen Geldes gefordert. Andererseits kurbeln die niedrigen Zinsen den Konsum und damit auch das Wirtschaftswachstum an. Die Kauflaune der Deutschen ist nach Angaben der GfK-Marktforscher derzeit so gut wie seit 2006 nicht mehr.

Von

rtr

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