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28.06.2011

10:49 Uhr

US-Aktien

Bewertung wie auf dem Höhepunkt der Krise

In den USA können Firmen derzeit schneller ihre Gewinne steigern als ihre Kurse zulegen. Dadurch sind US-Aktien so niedrig bewertet wie auf dem Höhepunkt der Krise vor zwei Jahren.

US-Aktien kann man derzeit günstig kaufen. Quelle: dapd

US-Aktien kann man derzeit günstig kaufen.

DüsseldorfPreiswerte Aktien finden Anleger auch außerhalb Europas – wenn auch nicht ganz so günstig wie im Euro Stoxx 50. Die Unternehmen im weltweit wichtigsten Börsenindex, dem amerikanischen S&P 500, sind derzeit im Durchschnitt mit dem 12,5-Fachen des für 2011 erwarteten Jahresnettogewinns bewertet. Das ist knapp ein Viertel weniger als im Durchschnitt der vergangenen sechs Jahrzehnte.

Damit sind amerikanische Aktien zwar immer noch ein Drittel teurer als die europäischen. Allerdings kosteten Aktien im Mutterland der Börse schon immer ein wenig mehr als im Rest der Welt. Grund dafür ist, dass in den USA die größten Konzerne zu Hause sind. Investoren neigen dazu, im Zweifel heimische Aktien zu bevorzugen. Und weil die meisten Großinvestoren in den USA zu Hause sind, genießt die Wall Street schon immer einen Aufschlag.

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Ebenso wie die europäischen sind auch die US-Aktien so niedrig bewertet wie auf dem Höhepunkt der Krise vor zwei Jahren. Ursache ist, dass die Firmen ihre Gewinne stärker steigern, als ihre Kurse zulegen. Im vergangenen Jahr erhöhten die Konzerne im S&P ihre Nettogewinne um durchschnittlich 70 Prozent. Die Aktienkurse stiegen aber „nur“ um 20 Prozent.

Der Trend setzt sich fort: US-Firmen dürften 2011 ihre Nettogewinne um knapp zehn Prozent steigern. Das erwarten die Analysten der internationalen Bankhäuser. Die Aktienkurse treten seit Jahresanfang aber nur auf der Stelle.

Wer die „billigsten“ Aktien sucht, sollte sich die russischen Unternehmen, wie beispielsweise die Öl- und Gaskonzerne Gazprom und Lukoil anschauen. Sie sind durchschnittlich nur mit dem sechsfachen Jahresnettogewinn bewertet. Das ist beispiellos.

Trotz boomender Firmengewinne meiden viele Investoren russische Aktien, weil sie in letzter Konsequenz eine Verstaatlichung nicht ausschließen. Anlass für solche Spekulationen geben die Politik und Gerichtsurteile: zuletzt die langjährige Haftstrafe gegen den Regierungskritiker und ehemaligen Chef des Ölkonzerns Yukos, Michail Chodorkowski.

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som

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