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11.09.2012

10:46 Uhr

US-Aktien

„Es ist Zeit, an der Party teilzunehmen“

US-Aktien legen in diesem Jahr eine Rally hin, die viele Börsenbeobachter überrascht; der S&P-Index ist nicht mehr weit von seinem Allzeithoch entfernt. Die Bullen haben gewonnen, und das langfristig, sagen Experten.

Die Bullen regieren im Moment die Wall Street. ap

Die Bullen regieren im Moment die Wall Street.

New YorkDer Marktwert der US-Aktien ist dieses Jahr um insgesamt 1,9 Billionen Dollar gestiegen. Den Standard & Poor's 500 Index hat das auf Höhen gehoben, die nur noch zehn Prozent von einem Rekord entfernt sind. Damit übertrifft er die Entwicklung vieler anderer großer Aktienbarometer.

Der S&P hat dieses Jahr bislang 14,3 Prozent zugelegt auf 1437,92 Punkte zum Wochenschluss. Ein Schub von zwei Prozent kam am Donnerstag vergangener Woche, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Ankauf von Anleihen angeschlagener Euro- Staaten in unbegrenztem Umfang ankündigte. Nach Einschätzung von Laszlo Birinyi, Präsident von Birinyi Associates Inc. in Westport, Connecticut, geben die „Bären” auf, so dass weitere Kursgewinne zu erwarten seien.

Wo steht der S&P500 am Ende des Jahres?

Bank of America

1.450 Punkte

Bank of Montreal

1.425 Punkte

Barclays

1.330 Punkte

Citigroup

1.425 Punkte

Credit Suisse

1.425 Punkte

Deutsche Bank

1.475 Punkte

Goldman Sachs

1.250 Punkte

HSBC

1.490 Punkte

JPMorgan

1.430 Punkte

Morgan Stanley

1.167 Punkte

Oppenheimer

1.450 Punkte

UBS

1.375 Punkte

Wells Fargo

1.360 Punkte

„Sie stellen fest, dass es nicht funktioniert”, sagte Birinyi im Telefoninterview. „Geringes Volumen, schlechte Unternehmensergebnisse - all das findet nicht statt und es ist vielleicht Zeit, an der Party teilzunehmen.”
Die rekordniedrigen Zinsen der US-Notenbank Federal Reserve von nahe null Prozent helfen den Gewinnen der Unternehmen und dem Wirtschaftswachstum der USA, sich von der ersten weltweiten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg zu erholen. Die US- Volkswirtschaft wird dieses Jahr um geschätzt 2,2 Prozent wachsen, der Gewinn der Unternehmen im S&P 500 dürfte bei 103,48 Dollar je Aktie liegen - so viel wie nie zuvor.

Die Aktienkurse von US-Finanzfirmen, Herstellern von Konsumgütern, die nicht zum täglichen Bedarf gehören, sowie Technologieanbietern haben seit dem letztjährigen S&P-Tief am 3. Oktober bei 1.099,24 Zählern eine Rally von 35 Prozent hingelegt.

Was aus 1.000 Euro in zehn Jahren wurde

Deutscher Aktienindex (Dax)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren: +88,8 Prozent (ohne Dividenden)

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.888 Euro

Dow Jones

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +52,7 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.527 Euro

EuroStoxx 50

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +31,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.313 Euro

Nikkei

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,1 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1101 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai B-Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.103 Euro

MSCI Emerging Markets

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +228 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.285 Euro

Gold

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +314 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 4.142 Euro

Silber

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +428 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 5.275 Euro

Öl

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +221 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.205 Euro

Weizen

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +92 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.916 Euro

Kaffee

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +151 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 2.509 Euro

Staatsanleihen (Rexp)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +67 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.666 Euro

Unternehmensanleihen (Citigroup World BIG Corporate Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +56 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.559 Euro

Sparbuch

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.095,90 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 0,92 Prozent (Spareckzins)

Tagesgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.209 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 1,92 Prozent

Festgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.266 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 2,39 Prozent

Der S&P ist nur noch gut neun Prozent vom Allzeithoch bei 1,565.15 Zählern vom 9. Oktober 2007 entfernt. Unter den zehn größten Aktienindizes weltweit ist der britische FTSE 100 Index noch 17 Prozent vom Allzeithoch entfernt, dem kanadischen S&P/TSX Composite fehlen 24 Prozent. Beim deutschen DAX fehlen noch rund elf Prozent.

„Ich bin von der Stärke etwas überrascht”, sagt Birinyi. Bevor der S&P 500 im März 2009 auf ein 12-Jahres-Tief abbröckelte, hatte Birinyi seinen Kunden geraten, Aktien zu kaufen. „Dies hat etwas von einer stärkeren Rally. Es sind nicht nur die Kurse, es ist auch die Tatsache, dass es alle Sektoren betrifft.” Daher träfen die üblichen Argumente, es sei nur eine kurzfristige Rally oder es steckten Käufe von Hedgefonds dahinter, nicht zu, fügt er an.

Kommentare (4)

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11.09.2012, 11:04 Uhr

Die Experten wollen ja nur, dass wir Aktien kaufen, damit ihre Arbeitgeber auf dem Höhepunkt aussteigen können und er Kleinaktionär die Verluste tragen kann. Die wollen alle nur unser Bestes. Hust. Die Euro-Krise ist noch lange nicht vom Tisch. Draghi hat nur Zeit geschindet. Fällt das was er macht eigentlich unter Marktmanipulation?

Account gelöscht!

11.09.2012, 11:10 Uhr

Wenn irgendwo in den Medien steht man solle Aktien kaufen, ist das der beste Indikator dafür es nicht zu tun.

Schlaumeier

11.09.2012, 11:28 Uhr

35% des US-Haushaltes (seit Jahren), also über 10% des BIP werden über neue Schulden finanziert. Um 2,2% soll die Wirtschaft wachsen. Einfach weltklasse, oder wie Griechenland total PLEITE.

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