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04.04.2013

14:25 Uhr

US-Börsen

Die Zweifel an der Börsenrally wachsen

Das US-Marktbarometer S&P steigt weiter an. Die Anleger freuen sich über die Rally und investieren, doch Analysten reagieren verhalten – sie trauen dem Braten nicht. Doch es gibt Anzeichen für einen weiteren Anstieg.

Händler auf dem Parkett der New Yorker Börse. Reuters

Händler auf dem Parkett der New Yorker Börse.

New YorkNach dem Anstieg des US-Benchmarkindexes Standard & Poor's 500 Index auf ein Rekordhoch in der vergangenen Woche sind die Aktienkurse so nahe an den Kursprognosen der Analysten wie seit mindestens sieben Jahren nicht mehr. Nach der Rally mit einem Plus von zehn im ersten Quartal sind die aktuellen Kurse nur fünf Prozent von den durchschnittlichen Analystenschätzungen entfernt – in der Regel liegen die Prognosen rund 14 Prozent daneben. Der Abstand von Prognosen und Kursverlauf hat sich deutlich verkleinert – das zeigen Bloomberg-Daten, die seit 2006 erhoben werden.

Für Optimisten zeigt der geringe Abstand, dass Investmentbanken von der Rally auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Die Kurse könnten weiter klettern und die Analysten heben dann ihre Prognosen. Pessimisten gehen dagegen davon aus, dass der satte Kursanstieg nicht gerechtfertigt ist und Analysten sich daher zurückhalten. Seit 2009 hat der Markt mehr als 10 Billionen Dollar an Wert gewonnen.

Die Prognosen der Finanzprofis

George Soros, Investor

„Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg.“ (25.01.2013)

Marc Faber, Investor

„Zum ersten Mal seit vier Jahren, seit dem Tief im März 2009, liebe ich den Markt wieder. Denn je höher es geht, desto wahrscheinlicher ist, dass es zu einem schönen Crash kommt, einem gewaltigen Crash.“ (31.1.2013)

Bill Gross, Fondsmanager

„Die EZB ist in diesem Tagen die härteste der Zentralbanken. Aber angesichts einer europäischen Arbeitslosigkeit von 12 bis 13 Prozent - verglichen mit 7,7 Prozent in den USA  - müssen sie etwas tun. Letztendlich müssten sie ihre Währung in Relation zum Dollar und anderen Währungen schwächen, damit sie wettbewerbsfähiger werden.” (08.03.2013)

Felix Zulauf, Vermögensverwalter

„Ich sehe nichts von einer Normalisierung. Die strukturellen Probleme sind nach wie vor da, sie sind nur kaschiert worden und hat sie für eine gewisse Zeit in einem Meer von neugeschöpfter Liquidität ertränkt.“ (21.02.2013)

Jim Rogers, Rohstoffguru und Fondsmanager

„Amerika ist die größte Schuldnernation in der Geschichte der Welt.“ (24.02.2012)

Steen Jakobsen, Chefvolkswirt bei der Saxo Bank

„Ich persönlich hatte sehr negative Erwartungen insbesondere bezüglich der Realwirtschaft und den Aktienmärkten. Bei der Wirtschaft lag ich richtig, bei den Aktienmärkten nicht. Aber sollten Aktienmärkte nicht eigentlich der Realwirtschaft folgen?“ (28.2.2013)

Warren Buffett, Investor

Sicherlich, die nähere Zukunft ist unklar. Amerika blickt dem Unbekannten aber seit 1776 ins Auge. (01.03.2012)

Nouriel Roubini, Ökonom

„Die Risiken werden vom Markt derzeit zu niedrig eingeschätzt. Sie werden im ersten Halbjahr wohl eingedämmt bleiben, aber sie könnten wieder an die Oberfläche kommen.” (04.03.2013)

Stan Druckenmiller, Hedge-Fonds-Manager

„Die Party kann noch für eine Weile so weitergehen. Ich weiß nicht, wann sie enden wird, aber ich schätze, dass sie sehr schlimm enden wird.“ (5.3.2013)

Jim O’Neill, Chairman Goldman Sachs Asset Management

„Ich erwarte keine anhaltende Aufwärtsbewegung von dem derzeitigen Niveau, ohne dass es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Wirtschaft in einem irrwitzig starken Tempo wächst.“ (18.03.2013)

Barry Knapp, Barclays

„Der große Treiber ist die Fed. Eine Wachstumskorrektur am Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Quartals ist wahrscheinlich. Unser Problem sind die Auswirkungen der fiskalischen Kontraktion, stagnierendes Wachstum und Investoren, die zu enthusiatisch sind in Bezug auf den Häusermarkt.“

Dan Veru, Investment-Chef Palisade Capital Management

„Ich denke es gibt viele Investoren die darauf warten, in den Markt einzusteigen.“

Mohamed El-Erian, Co-CIO bei Pimco

„Europa hat zwei Stangen Dynamit angezündet. Die erste betrifft die Inhaber kleiner Konten. Müssen auch sie Zwangsabgaben leisten, drohen soziale und politische Unruhen und ein Austritt aus der Eurozone. Die Folgen der anderen Dynamitstange sind weit komplizierter und ungewisser. Es ist eine Frage der Unverletzlichkeit von Bankguthaben in Europa. Und eine Erinnerung, dass Europa zu viele Ziele verfolgt und zu wenig Instrumente hat.“ (18.03.2013 zur Zwangsabgabe für zyprische Sparer)

“Der Markt ist so schnell gestiegen, dass er den Analysten keine Zeit für eine Neubewertung gelassen hat”, sagt Malcolm Polley, Chef-Investorbei Stewart Capital Advisors. “Ich denke, dass wir sowohl auf volkswirtschaftlicher Ebene als auch bei den Unternehmen bessere Daten als aktuell sehen werden.”

Vor Ostern schloss der S&P 500 bei 1569,19 Punkten, über dem bisherigen Allzeithoch von 1565,15 Zählern aus dem Oktober 2007. Die gestiegenen Auftragseingänge für US-Konsumgüter und der stärkste Anstieg der Immobilienpreisen seit knapp sieben Jahren sorgten für Rückenwind bei den Kursen.

Sorgen macht den Anlegern hingegen die europäische Schuldenkrise. Der S&P 500 verzeichnete mit 1,8 Prozent seinen stärksten Tagesverlust in diesem Jahr am 25. Februar, nachdem die Wahlen in Italien keinen eindeutigen Sieger hervorbrachten. Am 6. März gab der Index um 0,6 Prozent nach. Zuvor hatten europäische Politiker im Rahmen des Rettungspaketes für Zypern eine Abgabe auf Bankguthaben beschlossen.

Kommentare (1)

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alles_manipuliert

05.04.2013, 07:51 Uhr

... doch es gibt Anzeichen für einen weiteren Anstieg.
Welche denn - wer schreibt nur so einen Unsinn??
Selbstverständlich geht es immer nur Bergauf, the sky is the Limit - ihr Träumer kauft nur weiter ;-).

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