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26.08.2014

15:37 Uhr

US-Börsen erreichen neue Höhen

Der endlose Rausch des Geldes

VonAxel Postinett

Endet die Party an den US-Börsen nie? Angesichts immer neuer Rekorde ist vielen Anlegern mulmig. Ist die Zeit gekommen, Gewinne mitzunehmen? Oder weiter dem Trend folgen? Die Expertenmeinungen liegen weit auseinander.

Ein Händler an der Nasdaq: Wie lange geht die Party an der US-Technologiebörse noch weiter?

Ein Händler an der Nasdaq: Wie lange geht die Party an der US-Technologiebörse noch weiter?

San FranciscoFür Greg Harmon von Dragonfly Capital gibt es nur wenige gute Gründe auf fallende Kurse zu setzen, wenn alles steigt. Es lohne sich selten gegen den Strom zu schwimmen, es sei denn, man renne in einer Herde Lemminge auf eine Klippe zu, scherzt er. Da könne es durchaus Sinn machen, in die andere Richtung zu laufen.

Aber abgesehen von solchen Extremsituationen lohne es sich nie, gegen einen ganzen Markt zu spekulieren, ist sein Rat. „Das ist so“, warnt der Anlagespezialist, der lange Jahre bei JP Morgan und BNP Paribas Erfahrungen im Wertpapierhandel gesammelt hat, „als ob ein Lachs den Niagarafall hochschwimmen will, um zu laichen. Ein Trend kann länger dauern als 99,99 Prozent aller Menschen vorhersagen können.“

Und der aktuelle Trend ist in der Tat ungewöhnlich andauernd und ungebrochen. Ende Februar 2009, nach der großen Finanzkrise, lag der Nasdaq Composite Index bei 1.377,84 Punkten. Am 25. August 2014 schloss er bei 4.557,35. Das ist praktisch wieder da, wo er am 29. Februar 2000 stand, am Vorabend der Kernschmelze der Internetaktien, als die „dot-com-Blase“ mit lautem Knall geplatzt ist. Der Technologieindex schmierte bis rund 1100 Punkte ab.

Das ist alles vergessen und vergeben. Internetblase, Immobilienblase, Subprimekrise, Ukraine, Mittlerer Osten: egal und Schlagzeilen von gestern. Die Bullen haben die Börse übernommen. Auch der breitgefächerte S&P 500-Index begann die letzte Augustwoche mit einem bemerkenswerten Rekord. Er schloss erstmals in seiner Geschichte über 2000 Punkten.

Diese Aktien hat Buffett im Depot

Aktien im Depot

Berkshire Hathaway, die Holding von Warren Buffett, ist verpflichtet das so genannte Formular 13F zu getätigten Investments bei der US-Börsenaufsicht einzureichen.
Die Mitteilung soll immer innerhalb von 45 Tagen nach Quartalsende erfolgen und alle in den USA gehandelten Aktien, Optionen und Wandelanleihen enthalten.
Nicht ersichtlich wird aus den Aufstellungen, in welche Papiere außerhalb der USA investiert wurde oder wie groß die Barreserven sind. Ebenfalls nicht aufgeführt in der Tabelle sind Optionen, Warrants und Anleihen.

Stand: 30.06.2014, Quelle: Pflichtmitteilung (13F) an US-Börsenaufsicht, Bloomberg

Wells Fargo

Marktwert: 24,3 Milliarden Dollar

Coca Cola

Marktwert: 16,9 Milliarden Dollar

American Express

Marktwert: 14,4 Milliarden Dollar

International Business Mach

Marktwert: 12,7 Milliarden Dollar

Wal Mart

Marktwert: 4,4 Milliarden Dollar

Procter & Gamble

Marktwert: 4,2 Milliarden Dollar

Exxon Mobil

Marktwert: 4,1 Milliarden Dollar

US Bancorp

Marktwert: 3,5 Milliarden Dollar

Moody's

Marktwert: 2,2 Milliarden Dollar

Es sind nur Stimmen wie die von Robert Schiller, Professor an der Yale Universität, die wie einsame Rufer in der Wüste warnen. Sein CAPE-Index, der das durchschnittliche inflationsbereinigte Gewinnverhältnis der Unternehmen des S&P-Index über zehn Jahre misst, zeigt deutliche Warnsignale. Der Kurs-Gewinn-Multiplikator steht jetzt bei 25, erläutert der Nobelpreisträger und dieses Niveau habe er seit 1881 nur dreimal überschritten. 1929, 1999 und 2008. „Wir müssen uns klarmachen“, schreibt Schiller, „dass wir in einer ungewöhnlichen Periode sind und dass es Zeit ist, ernste Fragen zu stellen.“

Kommentare (10)

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Frau Wil Fried

26.08.2014, 16:55 Uhr

Wer rechnen kann weiß, dass die Dividenden-Renditen auf ein Minimum zusammengeschmolzen sind. Es stellt sich deshalb die Frage, ob es für Kleinanleger noch Sinn macht, in Aktien einzusteigen. Angesichts der weltpolitischen Lage kann jeden Tag der Absturz drohen. Es sind lediglich die Großinvestoren aus den USA, China aber auch aus Deutschland an dieser Kurstreiberei beteiligt aus einem ganz einfachen Grund: Die liquiden Mittel müssen untergebracht werden. Sollte aber ein big player die Nerven verlieren kann es auch eine Ralley nach unten geben. Die Gekniffenen sind meistens die Kleinanleger, die gar nicht so schnell reagieren können. Wer Erfahrungen am Neuen Markt gemacht hat, weiß, wovon ich rede...

Herr Stan Laureel

26.08.2014, 17:07 Uhr

Ich, als Edelmetallbesitzer, hoffe das die Börse crashed!
Die einzigen die davon profitieren sind die "high frequenz trader" bzw. die globel player, die sich zum 0 Tarif Geld von den Banken leihen können.
Jeder Otto Normalo, der Geld an der Börse hat wird leer ausgehen. Die Menschen haben nach dem Crash 2008 nicht dazugelernt. Weder die Banker noch die Verbraucher.

Sergio Puntila

26.08.2014, 17:12 Uhr

A flow.
A working flow.
Von dem kaum einer wirklich weiß worauf er hinauslaufen wird, der Flow.

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