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16.07.2014

12:25 Uhr

US-Börsen

Privatanleger kommen zu spät auf die Party

Kleinanleger stecken weiterhin Geld in US-Aktien – obwohl professionelle Strategen davon ausgehen, dass die Zeit der Gewinne vorbei ist. Ein Widerspruch? Eher ein Warnsignal!

Händler an der New Yorker Börse: In den vergangenen zwölf Monaten sind rund 100 Milliarden Dollar in Aktienfonds geflossen. dpa

Händler an der New Yorker Börse: In den vergangenen zwölf Monaten sind rund 100 Milliarden Dollar in Aktienfonds geflossen.

New YorkNachdem die US-Aktienmärkte in diesem Jahr ein neues Rekordhoch markiert hatten, konnten sie zuletzt nur noch wenig zulegen. Dennoch steigen viele private Investoren offenbar jetzt erst ein. Im Juni steckten sie rund 9,5 Milliarden Dollar in Aktienfonds, wie Daten von Bloomberg und ICI zeigen. In acht der vergangenen zehn Monate verzeichneten die Fonds Zuflüsse. In den vergangenen zwölf Monaten sind sogar rund 100 Milliarden Dollar in Publikumsfonds und börsengehandelte Indexfonds (ETFs) geflossen.

Das ist eine Trendumkehr im Vergleich zu den fünf Jahren bis Ende 2012, als 300 Milliarden Dollar aus den Aktienfonds abgezogen wurden, wie Daten von Bloomberg und dem Investment Company Institute (ICI) belegen.

Der zunehmende Optimismus steht im Gegensatz zu Prognosen von Profi-Investoren. Nach Einschätzung von Banken wie UBS und HSBC wird der Aktienmarkt stagnieren, da die Bewertungen auf einem Vier-Jahres-Hoch sind. Zudem belasten die Sorgen vor einer Zinserhöhung in den USA und einem erneuten Aufflammen der Euro-Krise.

Die Halbjahresbilanz der wichtigsten Werte

Dax

+ 2,9 Prozent

MDax

+ 1,5 Prozent

TecDax

+ 12,2 Prozent

Eurostoxx 50

+ 3,8 Prozent

Dow Jones

+ 1,5 Prozent

S&P-500

+ 6,1 Prozent

Nasdaq

+ 5,5 Prozent

Nikkei

- 6,9 Prozent

Euro

- 0,5 Prozent

Gold

+ 10,2 Prozent

Rohöl

+ 0,5 Prozent

Julian Emanuel, Stratege für US-Aktien und -Derivate bei der Schweizer UBS, erwartet, dass das Ende der Konjunktur-Maßnahmen der Federal Reserve zu mehr Volatilität am US-Aktienmarkt und geringen Erträgen führen wird. Die Notenbank will ihre Anleihekäufe im Oktober beenden, falls sich die Wirtschaft weiter so gut entwickelt, zeigt das Sitzungsprotokoll zum Juni-Treffen der Fed.

„Wenn man sich davon wegbewegt, dass die Fed die Haupt-Antriebskraft für Unternehmensgewinne und Wirtschaftswachstum ist, dann sind die Erträge gedämpfter“, sagte Emanuel in einem Interview mit Bloomberg News. „Die Aktien werden pausieren oder sich etwas abwärts entwickeln.“

Die US-Notenbank warnt selbst: Fed-Chefin Janet Yellen hat eine Spekulationsblase bei Internet- und Biotech-Werten konstatiert. Bei einer Anhörung vor dem US-Senat sagte sie, die Bewertung einiger kleinerer Firmen sowie von Social-Media- und Biotechnologie-Unternehmen erscheine im historischen Vergleich hoch.

Kommentare (1)

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Privat Anleger

16.07.2014, 14:56 Uhr

Tatsächlich ein Warnsignal.

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