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12.12.2012

20:51 Uhr

US-Geldpolitik

Die Fed lädt nach

Mit einem milliardenschweren Programm zum Ankauf von Staatsanleihen will die US-Notenbank die Konjunktur in Gang bringen und die Arbeitslosigkeit senken. Auch eine steigende Inflation nimmt die Fed dafür in Kauf.

US-Notenbankchef Ben Bernanke will die Konjunktur ankurbeln. dpa

US-Notenbankchef Ben Bernanke will die Konjunktur ankurbeln.

WashingtonFed-Chef Ben Bernanke schießt frisches Geld in den Markt. Die amerikanische Notenbank hat angesichts der schwachen US-Konjunktur weitere geldpolitische Lockerungen beschlossen. Die Fed will vom nächsten Jahr an langfristige Staatsanleihen in Höhe von monatlich etwa 45 Milliarden Dollar (34,8 Mrd Euro) aufkaufen, teilten die Zentralbanker zum Abschluss ihrer zweitägigen Zinssitzung am Mittwoch mit.

Überraschend setzten sich die US-Notenbanker auch konkrete Zielmarken, die sie mit ihrer Geldpolitik anpeilen. So soll der Leitzins, der seit vier Jahren bei quasi null Prozent liegt, so lange nicht steigen, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent sinkt und auf Sicht von ein bis zwei Jahren eine Inflationsrate von höchstens 2,5 Prozent erwartet wird. Bis dato hatte die Fed erklärt, der Schlüsselzins werde voraussichtlich nicht vor Mitte 2015 wieder erhöht. Fed-Chef Ben Bernanke wird die Gründe für die Beschlüsse um 20.15 Uhr (MEZ) vor der Presse in Washington erläutern.

Das sind die wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt

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Schweden

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Platz 9

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Platz 10

Katar

Quelle

IMD-„World Competitiveness Ranking“ 2012.

Die Schweizer Business-School IMD veröffentlich seit 1989 jährlich ihr Wettbewerbsranking. Dazu befragen die Wissenschaftler mehr als 4200 internationale Geschäftsleute. Die Länder werden nach über 300 Kriterien bewertet.

Der im September beschlossene Ankauf von Hypothekenpapieren in Höhe von 40 Milliarden Dollar (rund 31 Mrd Euro) monatlich soll ebenfalls fortgesetzt werden, wie die Fed weiter bekanntgab.
Die neue Selbstverpflichtung der Zentralbanker könnte dazu führen, dass der Niedrigzins noch viel länger bestehen bleibt, sollte die Wirtschaft zwischen Chicago und Los Angeles nicht Tritt fassen. Zuletzt lag die Arbeitslosenquote in den USA bei 7,7 Prozent und war damit weit entfernt vom Ziel.

Sollte die Wirtschaft jedoch in Schwung kommen, könnte es in den Vereinigten Staaten viel schneller zu einer Zinswende kommen als von vielen Fachleuten bislang erwartet. Im Gegensatz etwa zur Europäischen Zentralbank (EZB), die ausschließlich das Ziel stabiler Preise verfolgt, muss die Fed wegen ihres gesetzlichen Auftrages auch dafür sorgen, dass möglichst Vollbeschäftigung herrscht.

Das könnte sich nach Ansicht der Fed noch länger hinziehen. Die Arbeitslosenquote für 2012 beziffert die Notenbank auf 7,8 bis 7,9 Prozent. Im September war sie davon ausgegangen, dass die Rate nicht unter 8,0 Prozent sinkt. Für 2013 erwartet die Fed eine Spanne von 7,4 bis 7,7 Prozent. Erst für 2014 sieht sie die Möglichkeit, dass die Quote unter sieben Prozent sinkt.

Einschätzung der Fed: US-Wirtschaft wächst moderat

Einschätzung der Fed

US-Wirtschaft wächst moderat

Große Sprünge nach oben bleiben aus, die US-Wirtschaft wächst nur mit moderatem Tempo.

Die Wachstumsprognose für das zu Ende gehende Jahr wurde ebenfalls nach unten korrigiert. Nach der am Mittwoch veröffentlichten aktualisierten Schätzung erwartet die Fed für 2012 ein Wachstum der US-Wirtschaft von 1,7 bis 1,8 Prozent. Bei ihrer vorausgegangenen Prognose im September war die Notenbank von 1,7 bis 2,0 Prozent ausgegangen.

Für 2013 wird nunmehr erwartet, dass die Wirtschaft um 2,3 bis 3,0 Prozent zulegt, vor drei Monaten lag die geschätzte Spanne zwischen 2,5 und 3,0 Prozent. Für 2014 rechnet die Fed dann mit einem Wachstum in den USA von 3,0 bis 3,5 Prozent.

Kommentare (53)

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clubman

12.12.2012, 19:27 Uhr

Standard operation procedure. Mehr fällt der FED nicht ein. Es braucht eine neue Blase um die Folgen der letzten zu beseitigen. Kaum nachhaltig. Gut Schulden werden wohl partiell weginflationiert aber ob das die Lösung ist?

Es könnte durchaus bald Ernüchterung bei den Anlegern entstehen. Eine Korrektur ist überfällig.

Ein_Sparsamer

12.12.2012, 19:42 Uhr

Hmmm, das Titelfoto auf der HP läßt Raum für Phantasie:
1 Patrone in einen 6-Schuß-Revolver stecken -> Russisches Roulette... :-)

Schaarschmidt

12.12.2012, 19:44 Uhr

Gold sollte nun weiter zulegen,aber auch bis jetzt nicht schlecht,schließlich kommt der Goldpreis von unter 260$ je Unze in 2001 und nun 1700 $ ,das ist eine schöne Entwicklung für alle seit 2001 investierten Goldanleger.

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