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03.04.2012

23:35 Uhr

US-Geldpolitik

Fed zerstört Hoffnung auf weiteren Lockerungen

Das Ende der Niedrigzinszeit in den USA naht: Das Komitee der US-Notenbank hat sich gegen geldpolitische Entscheidungen ausgesprochen, die die Wirtschaft weiter beleben könnten. Denn die Lage ist besser als erwartet.

Das Gebäude der Federal Reserve in Washington. Reuters

Das Gebäude der Federal Reserve in Washington.

WashingtonDie US-Notenbank hat einem neuen Anleihekaufprogramm vorerst eine Absage erteilt und dadurch den Euro unter Druck gebracht. Wie aus dem Protokoll der letzten Fed-Sitzung am Dienstag hervorgeht, wollen sich die Währungshüter mit weiteren Maßnahmen der geldpolitischen Lockerung bis auf Weiteres zurückhalten. Das Vertrauen in den US-Dollar stieg daraufhin rapide an, der Euro fiel um mehr als einen Cent auf den tiefsten Stand seit sechs Tagen.

Auch den US-Staatsanleihen hat die Federal Reserve damit einen kräftigen Dämpfer verpasst. Weil viele Anleger auf diesen zusätzlichen Nachfrageschub spekuliert hatten, fielen die Papiere im Wert und ihre Renditen stiegen. Das zehnjährige Papier rutschte 30/32 auf 97-14/32, die Rendite kletterte dabei auf 2,29 Prozent. Die dreißigjährige Anleihe fiel sogar um 1-28/32 und rentierte dort mit 3,42 Prozent.

Nachdem Fed-Chef Ben Bernanke Anfang vergangener Woche in einer Rede betont hatte, wie fragil die jüngste Erholung der US-Wirtschaft insbesondere mit Blick auf den Arbeitsmarkt sei, hatten Anleger wieder verstärkt auf eine neue Runde der quantitativen Lockerung (QE3) gesetzt. Die Beschäftigungssituation spielt bei der Geldpolitik in den USA eine entscheidende Rolle.

Das Protokoll der Notenbanksitzung vom 13. März zeigt jedoch, dass die Fed sich mit weiteren solchen Maßnahmen zurückhalten will. Dies gelte zumindest, sofern die US-Wirtschaft nicht wieder an Fahrt verlieren oder sich die Inflationsrate langfristig unter zwei Prozent festsetzen sollte.

Die Lage am Arbeitsmarkt habe sich zuletzt verbessert, stellten die Notenbanker fest. Sie diskutierten auf ihrer letzten Sitzung außerdem die Bedingungen, unter denen das bis 2014 geltende Niedrigzinsversprechen wieder einkassiert werden könnte. Nur eine „signifikante“ Änderung des wirtschaftlichen Ausblicks würde diesen Schritt rechtfertigen, heißt es im Protokoll.

An den Finanzmärkten brachten die Aussagen den Euro stark unter Druck. Im Anschluss an die Veröffentlichung rutschte die Gemeinschaftswährung unter die Marke von 1,33 US-Dollar und fiel zuletzt auf ein Tagestief bei 1,3225 Dollar. An den Aktienmärkten reagierten die Investoren enttäuscht.

Kommentare (8)

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so_what

04.04.2012, 02:02 Uhr

China hat heftig die expansive Niedrigzins-Geldpolitik der USA angemahnt, vielleicht hat das zum Nachdenken angeregt?

Was zerstört die FED denn da, will man bei Null-Zins einen Negativ-Zins?

Account gelöscht!

04.04.2012, 04:50 Uhr

@Anonymer Benutzer: so_what

"Was zerstört die FED denn da, will man bei Null-Zins einen Negativ-Zins?"

Die Realverzinsung ist schon lange negativ - dort und hier. Somit enteignen die FED und die EZB fleissig die Sparer.

Obama ist dies dort egal und Merkel hier. Egal ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck. Es scheint sogar gewuenscht zu sein, weil uebersehen kann man diese Enteignung nicht.

Account gelöscht!

04.04.2012, 07:00 Uhr

Wenn Bernanke nicht weiter Geld drucken lässt, hingegen die EBZ weiterhin druckt, dann steigt der Dollar gegen den Euro, und damit der Ölpreis in Euro .... und dann bis Sommer 2,50 Euro für den liter Superbenzin? Und 3 Euro dann bis Jahresende??

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