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28.08.2015

18:19 Uhr

US-Konjunktur

Fed-Banker dringt auf Zinswende

Seit Ende 2008 liegen die Leitzinsen in den USA auf dem Rekordtief nahe null. Die Notenbank-Chefin will die Zinswende noch in diesem Jahr starten. Der Präsident der Fed-Filiale in St. Louis drückt auf das Tempo.

Notenbank-Chefin Janet Yellen hatte angekündigt, die Zinswende in diesem Jahr zu starten. Der genaue Zeitpunkt ist aber noch offen. AFP

Fed-Chefin Janet Yellen

Notenbank-Chefin Janet Yellen hatte angekündigt, die Zinswende in diesem Jahr zu starten. Der genaue Zeitpunkt ist aber noch offen.

Jackson HoleNach Einschätzung eines Top-US-Notenbankers steht einer raschen Zinserhöhung der Federal Reserve nichts entgegen. Die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten würden den Ausblick für die US-Wirtschaft nicht so radikal ändern, dass der geldpolitische Pfad überarbeitet werden müsste, sagte der Präsident der Fed-Filiale von St. Louis, James Bullard, zu Reuters am Freitag am Rande einer Notenbank-Konferenz in Jackson Hole in Wyoming. „Meine Präferenz wäre, und die Strategie gibt es, eher schneller vorzugehen aber dann schrittweise“, sagte Bullard, der nach wie vor den September als Termin für eine Anhebung bevorzugt. Die Fed würde aber zögern, wenn die Märkte bis dahin schwankungsanfällig blieben.

Die Fed berät am 16. und 17. September über die Leitzinsen in den USA, die schon seit Ende 2008 auf dem Rekordtief nahe null liegen. Notenbank-Chefin Janet Yellen hatte angekündigt, die Zinswende in diesem Jahr zu starten. Der genaue Zeitpunkt ist aber noch offen. Nach den Finanzmarktturbulenzen hatte der einflussreiche Fed-Präsident von New York, William Dudley, der als enger Verbündeter von Yellen gilt, eine Erhöhung im nächsten Monat als „weniger zwingend“ bezeichnet.

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„Es ist noch zu früh, um jetzt Aussagen über eine Leitzinsanhebung im September zu treffen“, sagte Stanley Fischer, der stellvertretende Vorsitzende der US-Notenbank, am Freitag dem Fernsehsender CNBC in Jackson Hole. „Die Fed hat noch Zeit, um in den nächsten zwei Wochen die Konjunkturdaten zu beobachten.“

Die zuletzt von China ausgehenden Finanzmarktturbulenzen könnten den Zeitpunkt für eine Leitzinsanhebung beeinflussen, sagte Fischer. Allerdings würden sich die Finanzmärkte oft auch rasch wieder beruhigen. Vor den Turbulenzen habe es ziemlich starke Argumente für eine Leitzinsanhebung gegeben.

Die Fed könnte die Sätze zunächst einmal anheben und dann auf dem Zinsniveau abwarten, falls die Teuerungsrate zu niedrig bleibe, sagte Bullard. Nach Einschätzung seiner Notenbank-Kollegin, der Chefin der Fed-Filiale von Cleveland, Loretta Mester, könnte die US-Wirtschaft einen moderaten Zinsanstieg verkraften, wie sie dem „Wall Street Journal“ sagte. Auf einen Schritt im September legte sie sich allerdings nicht fest. Sie wolle jetzt die Zeit bis zur Sitzung nutzen, um alle hereinkommenden Wirtschaftsdaten zu prüfen. Sie wolle zudem die Gründe für das jüngste Börsenbeben bewerten, sagte sie. Ihre grundlegende Erwartung sei bislang weiterhin, „dass die US-Wirtschaft in solider Verfassung ist und das könnte einen Anstieg der Zinssätze unterstützen.“

Es gibt aber auch Stimmen, die den richtigen Zeitpunkt längst noch für nicht gekommen sehen. Der Präsident der Fed von Minneapolis, Narayana Kocherlakota, bekräftigte am Freitag gegenüber dem Sender „CNBC“ seine vorsichtige Haltung. Er sehe nicht, dass eine Zinsanhebung in nächster Zeit angemessen sei, wenn sich der Ausblick für die Wirtschaft nicht noch erheblich ändere, sagte er. "Und mit 'nächster Zeit' meine ich wirklich im Verlauf von 2015", fügte er hinzu. Kocherlakota hatte sich schon früher gegen einen raschen Zinsschritt ausgesprochen.

Von

rtr

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