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14.03.2012

15:42 Uhr

US-Notenbank

Ben Bernanke twittert jetzt

VonRolf Benders

Der mächtigste Notenbanker der Welt geht mit der Zeit. Er twittert jetzt unter einem Account der US-Zentralbank Federal Reserve. Der Start wirkt allerdings enttäuschend altbacken.

Ben Bernanke bei einer Anhörung vor dem US-Kongress. dpa

Ben Bernanke bei einer Anhörung vor dem US-Kongress.

New YorkBen Bernanke befindet sich auf einer Mission. Ja, natürlich gehört dazu auch, die US-Wirtschaft wieder auf Vordermann zu bringen. Aber das wollten seine Vorgänger aus. Doch Ben B. will die angestaubte Kommunikationspolitik seiner 1913 gegründeten Institution ins 21. Jahrhundert katapultieren. Regelmäßige Pressekonferenzen hat er bereits eingeführt. Seine neueste Idee: Er lässt unter dem Konto @federalreserve twittern.

Wer nun glaubt, die Fed werde die Geschwindigkeit des Mediums nutzen, um brandheiße Entwicklungen in die Welt zu tragen, wird zumindest zum Start enttäuscht. Der erste sinnvolle Tweet der US-Notenbanker verlinkt zu einem etwas langatmigen, wenn auch interessanten Video, in dem Ben Bernanke erklärt, was die Fed ist.

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Das PR-Filmchen ist allerdings fast ein ganzes Jahr alt. Wenn sich die Fed mit der Bekanntgabe von Zinsentscheidungen via Twitter auch so viel Zeit lässt, kann sie das twittern auch bleiben lassen. Die echten Fans scheint der langsame Start der Fed ins Twitterzeitalter allerdings nicht abzuschrecken. Immerhin gewann die Fed in der ersten Viertelstunde nach dem ersten Tweet 435 Follower. Eine Stunde später waren es bereits 2600 Abonennten, die sich für die bis zu 140 Zeichen langen Meldungen interessierten

Das Twitter-Konto der Federal Reserve trägt ein weißes Häkchen auf weißem Grund als Beleg dafür, dass das Konto von Twitter verifiziert worden ist. Das ist wichtig, denn zuletzt waren etwa gefälschte Nutzerkonten erstellt worden, die vorgaben, dass Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, persönlich in die Tasten greife.

Kommentare (1)

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gerhard

14.03.2012, 16:27 Uhr

Das PR-Filmchen ist allerdings fast ein ganzes Jahr alt. Wenn sich die Fed mit der Bekanntgabe von Zinsentscheidungen via Twitter auch so viel Zeit lässt, kann sie das twittern auch bleiben lassen (Zitat).
Es dürfte ein allmählich anwachsendes Klientel von Prominenz geben, die glauben, „die Welt“ damit verändern zu können. Das Internet ist aber nicht manipulierbar. Im Gegenteil es sondiert automatisch sehr schnell aus – ansonsten würden von Putin bis Peking usw. nur noch zensierte Welten existieren. Diese übersehene Unabhängigkeit der freien Meinungsäußerung ist aber das Problem für jene , die mit einem Sprung ins Internet bereits die Welt in ihrem Sinne glauben verändert zu haben.

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