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29.01.2014

20:43 Uhr

US-Notenbank

Die Party ist vorbei

VonAxel Postinett

Die US-Notenbank macht weitere Abstriche an ihrer extrem lockeren Geldpolitik. Die monatlichen Käufe von langfristigen Staatsanleihen und Immobilienpapieren werden um zehn Milliarden Dollar reduziert.

Ben Bernanke geht – der Leitzins bleibt aber tief. ap

Ben Bernanke geht – der Leitzins bleibt aber tief.

San FranciscoDie Party ist bald vorbei, der Gastgeber räumt schon mal die Bar ab und schließt langsam das Buffet. Die US-Notenbank Fed fährt im Februar ihre Anleihekäufe um weitere zehn Milliarden Dollar auf 65 Milliarden Dollar monatlich zurück. Die Gäste reagieren verschnupft: An den an billiges Geld gewöhnten Aktienmärkten in den USA fielen die Kurse im Anschluss an die Entscheidung.

Der Gastgeber ist Ben Bernanke, der scheidende Chef der US-Notenbank. Ende Januar wird Janet Yellen, seine derzeitige Stellvertreterin, ihm nachfolgen. Die Botschaft vom Mittwoch ist simpel: Wir haben es gesagt, und es kommt! Selbst eine kurze Eintrübung bei den US-Arbeitsmarktdaten im Dezember wird nicht zum Anlass genommen, einen Monat innezuhalten, wie manche Beobachter erwartet hatten. Selbst die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten der Entwicklungsländer lassen die Fed kalt.

Sie orientiert sich an den internen Wirtschaftsdaten. „Die Entscheidung heute untermauert die Entschlossenheit, die Bondkäufe im Laufe des Jahres zu beenden“, erklärte Daniel Aplert von Westwood Capital in New York gegenüber Reuters. „Diese Politik hat ihr Verfallsdatum erreicht.“

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Zum ersten Mal seit Mitte 2011 entschied das Komitee zudem wieder einstimmig. Die Finanzmärkte sollen sich längerfristig endgültig auf steigende Zinsen und ein Ende des Zeitalters des billigen Geldes einstellen. Nur eben nicht jetzt gleich. Eine Änderung in den Richtlinien für die kurzfristige Zinspolitik gab es nicht, solange die Arbeitslosigkeit nicht unter 6,5 Prozent fällt, bleiben die aktuellen Niedrigstzins-Ziele unvermindert intakt. Danach wird man weitersehen. Aber die Signale sind klar: Bei einer offiziellen Arbeitslosigkeit von 6,7 Prozent sollte nicht auf ewig auf das Niveau nahe Null gewettet werden. Mit den Geldspritzen könnte es sogar schon im November vorbei sein: „Wir erwarten von jeder Fed-Sitzung zehn Milliarden Dollar weniger bis im Oktober alles abgebaut ist“, prognostiziert Tony Crescenzi vom weltgrößten Anleihen-Investor Pimco.

Kommentare (21)

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29.01.2014, 20:26 Uhr

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29.01.2014, 20:27 Uhr

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