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10.04.2014

04:58 Uhr

US-Notenbank

Fed demonstriert Einigkeit in lockerer Zinspolitik

Die US-Notenbank zeigt bei der Geldpolitik Einigkeit: Beim Beibehalten des alten Zinsversprechens gibt es keine Diskussionen. Die Wall Street und auch die Börse in Tokio reagierten prompt auf die Fed-Protokolle.

Einigkeit bei der Fed, die nun von Janet Yellen geführt wird: Die neue Orientierungshilfe für die Zinspolitik wurde ohne interne Widerstände verfasst. dpa

Einigkeit bei der Fed, die nun von Janet Yellen geführt wird: Die neue Orientierungshilfe für die Zinspolitik wurde ohne interne Widerstände verfasst.

WashingtonDie US-Notenbank demonstriert Einigkeit in der öffentlichen Vermittlung ihrer anhaltend lockeren Geldpolitik. Die neue Orientierungshilfe für die Zinspolitik wurde ohne interne Widerstände verfasst, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der jüngsten Zinssitzung von Mitte März hervorgeht. Eine Diskussion über ein Beibehalten des alten Zinsversprechens habe es nicht gegeben.

Statt an einer konkreten Marke, nämlich einer Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent, will sich die Notenbank nach der neuen Richtlinie an dem Inflationsziel von zwei Prozent sowie an Fortschritten Richtung Vollbeschäftigung orientieren.

An den US-Aktienmärkten stiegen die Kurse nach der Veröffentlichung der Protokolle auf Tageshöchststände. Die Einigkeit der Notenbanker wurde als gutes Omen gewertet, dass die Zinsen wohl noch länger niedrig bleiben werden. "Man kann Hoffnung schöpfen, dass die Fed doch konjunkturstimulierender agiert als bislang gedacht - und auch länger als bislang angenommen", sagte Ökonom Steve Sosnick von Timber Hill/Interactive Brokers. Auch an der Börse in Tokio war beim Start in den Donnerstag ein Aufschwung zu spüren, der Nikkei gewann an Boden.

US-Notenbankchefin Janet Yellen war in der Pressekonferenz nach dem Zinsentscheid überraschend konkreter geworden und hatte eine Zinswende für das erste Halbjahr 2015 in Aussicht gestellt. Nach dem für den Herbst erwarteten Ende des Anleihenkaufprogramms dürften "rund sechs Monate" bis zu einer Straffung der Geldpolitik vergehen, sagte sie.

Der US-Notenbanker Charles Evans schließt nicht aus, dass deutlich mehr Zeit ins Land gehen könnte, bis die Zinswende eingeleitet wird: "Es könnten sechs, es könnten aber auch 16 Monate werden", sagte der Chef der Fed von Chicago vor Journalisten. Die Fed hält den Leitzins bereits seit Ende 2008 auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent.

Derzeit heizt die Notenbank die Wirtschaft zusätzlich noch mit monatlichen Wertpapierkäufen in Höhe von 55 Milliarden Dollar an. Das Programm soll aber Ende des Jahres auslaufen, wenn sich der Aufschwung gefestigt hat. In der alten Orientierungslinie hatte die Fed stets angekündigt, die ultraniedrigen Zinsen von null bis 0,25 Prozent noch "geraume Zeit" beizubehalten. Zwei Fed-Vertreter haben sich jüngst dafür ausgesprochen, den Finanzmärkten konkrete Hinweise darauf zu geben, wann mit einer Anhebung des historisch niedrigen Leitzinses zu rechnen ist.

Wie der Wall Street-Handel lief

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Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

10.04.2014, 08:52 Uhr

Mein Gott, wenn man sich den Schloßgeist Janet Yellen genauer anschaut, hat man bestimmt nicht den Eindruck von neuen und wirkungsvollen Finanzmarkt-Instrumenten in ihrem Portfolio.

Gelddrucken auf Teufel komm raus und Zinsen nahe der Null-Linie, die den Markt für Tulpenzwiebel-Wertpapiere befördern und sonst nichts.

Auch unser Goldman-Draghi wird wohl bald das alleinstehend "geniale" Rezept für Wachstum auf Pump ausstellen:

Billionen neugedrucktes ungedecktes Falschgeld in die Märkte, aber ja nicht für die kreditsuchenden Unternehmen, sondern wie gehabt den Teufelsbanken und ihren teuflichen Kumpeln, den unfähigen und volksverachtenden Polithyänen.

In der Geschichte der Fiananzkatastrophen werden sich diese Aktionen der Finanz-Dilettanten später wie Kriegszüge gegen das dumme Volk lesen, dem man ungestört seine Ersparnisse wegnehmen kann.

Wie hat der amerikanische Präsidentschafts-Kandidat Ron Paul in seinem lesenswerten Buch "Befreit uns von der Fed" geschrieben, dann könnte man das Gesagte auf alle volksschädigenden Zentralbanken anwenden, also auch die EZB, unsere Bad Bank und Garant für 100%ige Enteignung der Europäer.

Account gelöscht!

10.04.2014, 10:08 Uhr

Bei der "popitischen Börse" heuzutage, wo der Finanzmarkt von willkührlichen Entscheidungen vollkommen abhängig ist, weiss man nicht woran man ist.

Alles wird täglich neu entschieden, alles ist willkührlich, subventioniert oder auch nicht und zu 100 % manipuliert.

Wer will in so einen Kochtopf sein Geld reinschmeissen und von "Merkel, Lagarde, Yellen und Draghi's Entscheidungen von morgen" abhängig sein ?

Grusel-Kabinett Finanzmärkte.

Wie es aussieht werden aber die heiligen Kühe (alle Anlage-Assets) immer weiter mit Geld aufgepumpt und täglich neu manipuliert.

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