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17.06.2015

22:43 Uhr

US-Notenbank Fed

Janet Yellen hält an Nullzins fest

Die US-Notenbank Federal Reserve will die Zinswende erst einleiten, wenn sich der Aufschwung gefestigt hat. Die Währungshüter um Fed-Chefin Yellen haben bei ihrer Entscheidung auch die Krise in Griechenland im Blick.

Der Leitzins bleibt vorerst auf dem Rekordtief. ap

Janet Yellen

Der Leitzins bleibt vorerst auf dem Rekordtief.

WashingtonDie US-Notenbank Federal Reserve schiebt die Zinswende weiter hinaus. Der Offenmarktausschuss um Fed-Chefin Janet Yellen entschied am Mittwochabend, den Leitsatz auf dem Rekordtief von null bis 0,25 Prozent zu belassen. Dort verharrt er seit dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise Ende 2008.

Ein Schwächeanfall der Wirtschaft zu Jahresbeginn kam der Fed bei ihren Plänen in die Quere, Zentralbankgeld erstmals seit Mitte 2006 wieder zu verteuern. Seither hat sich die Wirtschaft nach Ansicht der Währungshüter jedoch wieder einigermaßen erholt. Dennoch gaben sie zunächst kein klares Signal, wann sie die angepeilte Zinswende vollziehen wollen.

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Die Notenbanken pumpen weiter unvorstellbare Summen in die Märkte. Experten fürchten den nahenden Kollaps. Nobelpreisträger Robert Shiller sieht die Börsen auf einem ähnlichen Weg wie vor der Finanzkrise.

"Die wirtschaftlichen Bedingungen rechtfertigen noch keine Erhöhung", sagte Janet Yellen am Mittwoch in Washington. Der Höhenflug des Dollar hatte zuletzt mit dazu beigetragen, dass der Aufschwung ins Stocken geraten war. Trotz hartnäckiger Nachfragen von Journalisten wollte sich Yellen nicht auf einen Zeitpunkt für die erste Zinserhöhung festlegen. Womöglich noch dieses Jahr, hieß es lediglich.

Viele Experten rechnen für September oder das Jahresende damit. Dazu passt, dass die Notenbanker im Mittel für das Jahresende einen Zinssatz von 0,625 Prozent vorhersagen - dies entspricht zwei kleinen Anhebungen. "Für mich heißt das: im September und Dezember", sagte Fed-Beobachter Bruce Zaro vom Finanzhaus Global Asset Management in Boston.

Pro und Kontra für eine Zinswende der Fed

Pro: Robuste Konjunktur

Die amerikanische Wirtschaft hat sich in den letzten Jahren stark von dem Einbruch nach der Wirtschaftskrise erholt. Von Abschwung oder Krise ist weit und breit nichts mehr zu sehen. Einige Fachleute argumentieren sogar, dass die Notenbank ihre Geldpolitik schon zu lange locker hält. Die Gefahr: Fließt zu viel billiges Zentralbankgeld in Vermögenswerte wie Häuser, könnte das zu ähnlichen Übertreibungen führen wie vor dem Ausbruch der Finanzkrise.

Pro: Boom am Arbeitsmarkt

Als Folge der robusten Wirtschaft hat sich die Lage am Arbeitsmarkt stark gebessert. Allein im vergangenen Jahr sind mehr als drei Millionen Jobs entstanden. Die Arbeitslosigkeit ist massiv gefallen und bewegt sich mittlerweile auf einem Niveau, ab dem die Notenbank von Vollbeschäftigung spricht. Unicredit-Experte Harm Bandholz sagt sogar, der Arbeitsmarkt sei bereits „heißgelaufen“. Rekordniedrige Zinsen hat der Jobmarkt jedenfalls nicht mehr nötig.

Kontra: Schwache Inflation

Trotz robuster Wirtschaft und fallender Arbeitslosigkeit ziehen die Preise nicht an. Was amerikanische Verbraucher freut, ängstigt die Notenbank. Denn sie hat nicht nur das Ziel, das Wachstum zu beleben, sie muss auch die Preise stabil halten. Weil in einer wachsenden Wirtschaft die Preise zwangsläufig steigen, sieht die Fed ihr Inflationsziel bei zwei Prozent. Davon ist sie zurzeit weit entfernt.

Kontra: Löhne ziehen nicht an

Der vielleicht wichtigste Grund, der die Zinswende hinauszögern könnte, sind die allenfalls moderat steigenden Löhne. Zwar rechnen viele Fachleute damit, dass die Gehälter durch den Jobboom bald steigen werden. „Bisher aber zeigen die Löhne kaum Anzeichen eines stärkeren Zuwachses“, sagt USA-Experte Bernd Weidensteiner von der Commerzbank. Ob die Fed tatsächlich mit Zinsanhebungen beginnt, ohne dass sich Lohndruck abzeichnet, ist aber fraglich.

Kontra: Der starke Dollar

Die amerikanische Währung hat in den vergangenen Monaten massiv an Wert gewonnen. Dafür gibt es mehrere Gründe. Ein wichtiger Punkt ist gerade die Erwartung steigender Leitzinsen, weil höhere Zinsen Anlagen in den USA lukrativer machen. Das bringt die Fed in die Zwickmühle: Hebt sie die Zinsen tatsächlich an, könnte der Dollar weiter zulegen - und zu einer Belastung für die amerikanische Konjunktur werden.

Kontra: Fed allein auf weiter Flur

Neben der Federal Reserve denkt derzeit keine andere große Zentralbank über Zinsanhebungen nach. Im Gegenteil: Viele Notenbanken, darunter die Europäische Zentralbank, lockern ihre Geldpolitik und schwächen so ihre Währungen. Das setzt die Fed unter Druck, weil der Dollar jetzt umso stärker steigt. Als Folge verteuern sich amerikanische Produkte für ausländische Abnehmer, was die Exportwirtschaft belastet. Zudem werden Einfuhren in die USA günstiger, was die ohnehin schwache Inflation zusätzlich dämpft.

Nach dem schwachen Start beurteilen die Notenbanker die Konjunkturaussichten nun aber etwas pessimistischer: Für 2015 erwarten sie nur noch ein Wachstum von 1,8 bis 2,0 Prozent (März-Prognose: 2,3 bis 2,7 Prozent). Angesichts dieser Aussichten neigt die Fed zur Vorsicht. Mit einem zu frühen Zinsschritt riskiere die Notenbank, den Aufschwung abzuwürgen, so die Fed-Chefin.

Kommentare (2)

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Herr KarEL BrightShooster

17.06.2015, 20:50 Uhr

Welcher Aufschwung??? Sobald die Zinsen angehoben wird - fällt das Gebäude in sich zusammen - die wissen das - Ende Gelände - es geht nix mehr.
/K

Herr Helmut Metz

17.06.2015, 20:59 Uhr

Papperlapapp: bei der nächsten Sitzung kommmt keine Zinserhöhung, sondern QE4 - so ab 10 Billionen USD aufwärts. ;-)
Die Party soll doch weitergehen....

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