Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.11.2016

11:14 Uhr

US-Notenbank Fed

Warten auf das Signal

VonFrank Wiebe

Heute tagt die Federal Reserve. Beobachtet von Ökonomen und Investoren. Sie achten auf jedes Wort, das Fed-Chefin Janet Yellen von sich gibt. Wagen sich die US-Notenbanker so kurz vor der Wahl an den Leitzins?

Investoren und Ökonomen werden sorgfältig auf die Wortwahl der Fed in ihrem Statement achten. Reuters

Fed-Chefin Janet Yellen

Investoren und Ökonomen werden sorgfältig auf die Wortwahl der Fed in ihrem Statement achten.

New YorkEine knappe Woche vor der umstrittensten US-Wahl der jüngeren Vergangenheit findet die November-Sitzung der US-Notenbank Fed statt. Auch wenn die Geldpolitiker immer wieder betonen, dass sie ihre Entscheidungen unabhängig von der Tagespolitik treffen, rechnet niemand damit, dass sie den Leitzins, der zurzeit als Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent definiert ist, ausgerechnet jetzt zum zweiten Mal nach dem ersten Schritt im vergangenen Dezember anheben.

Zu groß wäre die Gefahr, dass ihnen das in irgendeiner Weise als politisches Signal ausgelegt würde, etwa als Hilfe für die regierenden Demokraten, weil eine Zinserhöhung ja für eine gesunde Wirtschaft spricht. Außerdem ist nach einer derart umstrittenen Wahl nicht auszuschließen, dass die Kapitalmärkte bei einem überaschendenden Ergebnis, etwa einem Sieg von Donald Trump, negativ reagieren. Und die Märkte haben die Notenbanker durchaus im Blick, obwohl die Währungshüter auch da immer wieder betonen, sie handelten unabhängig von kurzfristigen Entwicklungen.

Investoren und Ökonomen werden aber sehr sorgfältig auf die Wortwahl der Fed in ihrem Statement achten. Zuletzt hieß es dort, Fed-Chefin Janet Yellen und ihre Kollegen warteten auf „noch mehr Anzeichen“ für einen Fortschritt der US-Wirtschaft hin zu den Zielen der Notenbank. Sollte es nach der November-Sitzung heißen „noch etwas mehr Anzeichen“, dann wäre das als eine verhaltene Ankündigung der nächsten Zinserhöhung im Dezember zu werten, glaubt Volkswirt Michael Feroli von JP Morgan.

Michael Boskin über die Geldpolitik: Die Ökonomie der Schulden

Michael Boskin über die Geldpolitik

Premium Die Ökonomie der Schulden

Die Weltwirtschaft ist schwach – aber weder Geld- noch Fiskalpolitik sollten noch expansiver sein, meint der Stanford-Ökonom. Geldpolitiker müssen begreifen, dass sie ihr Arsenal wieder füllen müssen. Ein Gastbeitrag.

Die Ziele der Fed sind Vollbeschäftigung und eine Inflationsrate von zwei Prozent. Während das erste Ziel so gut wie erreicht ist, fehlen beim zweiten noch einige wenige Prozentpunkte. Die Fed ist aber, wie sie immer wieder betont, zufrieden, wenn das zweite Ziel mittelfristig in Reichweite kommt. Denn Geldpolitik wirkt mit Verzögerung und muss daher entsprechend vorausschauend gehandhabt werden.

Innerhalb der Fed herrscht keine Einigkeit über den Kurs der Geldpolitik. Schon beim letzten Mal haben drei der Entscheidungsträger im geldpolitischen Ausschuss gegen die Mehrheit und für eine Zinsanhebung gestimmt. Sollte es im Dezember endlich zum Zinsschritt kommen, wäre wahrscheinlich zunächst wieder Einigkeit hergestellt. Gleich anschließen dürfte sich aber die Diskussion, auf welchem Pfad die Fed weitermachen soll.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Thomas Behrends

02.11.2016, 11:34 Uhr

Ich glaube, dass hier das HB die Macht der Fed überinterpretiert.

Wenn schon die Erhöhung des Leitzinses um wenige 10tel Prozentpunkte mit absoluter Spannung verfolgt wird, ist etwas faul im Staate USA ...

Das sollte doch nun wirklich für die US-Wirtschaft tragbar sein ...

... insbesondere für die Raffzähne Goldman Sachs, JP Morgan usw. (die maßgeblich von der durch die USA ausgelösten Krise profitiert haben) ...

Account gelöscht!

02.11.2016, 11:35 Uhr

Es wäre der optimale Zeitpunkt vor eine Wahl die Entscheidung zur Erhöhung des Leitzins zu verkünden. Die Aufregung darüber würde sich schnell legen, weil die Wahl im Mittelpunkt stehen wird.
Also wenn Yellen und Fed wirklich vor hat die Leitzinsen jemals wieder zu erhöhen, dann ist der Termin kurz vor der Wahl der optimalste Termin!

Herr Günther Schemutat

02.11.2016, 11:58 Uhr

Warum sollten die Kapitalmärkte negativ bei einem Sieg von Donald Trump reagieren, wo Trump selber am Kapitalmarkt mitmischt und alles tun wird , dass Kapital zu schützen ...vor allem seines. Wir sehen heute schon, das die Menschen
in Deutschland blind vom Niedrigzins dazu verführt werden , sich Immobilien zu kaufen die eigentlich zu teuer sind und die Blase im Immobilienmarkt erheblich vergrößern. Das erinnert an den Immobilienmarkt in Amerika und Spanien der
explodiert ist und dann Implodiert.

Im Grunde ist die Zinsspielerei nur dazu da, die Aktienmärkte in Bewegung zu bringen und da ordentlich Kohle einzufahren.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×