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16.04.2014

20:40 Uhr

US-Notenbank Fed

Yellen macht Zinserhöhung von Konjunktur abhängig

Die Arbeitslosigkeit ist nicht mehr das einzige Kriterium für die Niedrigzinspolitik der US-Notenbank – wichtiger sei die Konjunktur, bekräftigte Fed-Chefin Yellen. Und die Wirtschaft gewinnt in den USA weiter an Fahrt.

Notenbank-Chefin Janet Yellen: Bei der Arbeitslosenquote herrscht in der Fed die Meinung vor, dass sie von derzeit 6,7 Prozent auf einen Wert zwischen 5,2 und 5,6 Prozent sinken müsste. AFP

Notenbank-Chefin Janet Yellen: Bei der Arbeitslosenquote herrscht in der Fed die Meinung vor, dass sie von derzeit 6,7 Prozent auf einen Wert zwischen 5,2 und 5,6 Prozent sinken müsste.

New YorkDie US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat nach Aussage ihrer Vorsitzenden Janet Yellen keinen festen Terminplan für ihre Zinspolitik. Der richtige Zeitpunkt für eine Anhebung der Leitzinsen hänge von den Konjunkturdaten ab, bekräftigte die 67-Jährige am Mittwoch bei einem Auftritt in New York.

„Je größer der Abstand der Beschäftigung oder der Inflation von ihren jeweiligen Zielen und je langsamer der erwartete Fortschritt in Richtung dieser Ziele, desto länger bleibt die derzeitige Zielbandbreite für den Leitzins wahrscheinlich bestehen.“ Der Zins bewegt sich seit Ende 2008 auf dem historischen Tief von null bis 0,25 Prozent.

Das Inflationsziel der Fed liegt bei 2,0 Prozent. Zuletzt betrug der Auftrieb der Verbraucherpreise in den USA aufs Jahr gerechnet 1,5 Prozent. Bei der Arbeitslosenquote herrscht in der Fed die Meinung vor, dass sie von derzeit 6,7 Prozent auf einen Wert zwischen 5,2 und 5,6 Prozent sinken müsste.

Allerdings nennen die Zentralbanker seit der letzten Zinssitzung für die Beschäftigung kein festes Ziel mehr. Die Entscheidung über den Leitzins „basiert nicht auf einem einzigen Indikator“, sondern auf mehreren verschiedenen Werte, sagte Yellen erneut.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Die US-Konjunktur hat nach Angaben der Notenbank in den vergangenen Wochen an Fahrt gewonnen. In den meisten Landesteilen habe die wirtschaftliche Aktivität zuletzt zugelegt, hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten Beige Book, dem Konjunkturbericht der zwölf Distriktbanken der Fed.

Grund sei vor allem eine Besserung des Wetters. Sieben Regionen hätten berichtetet, dass die Auswirkung des Winterwetters weniger stark gewesen sei als noch zu Beginn des Jahres.

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