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23.09.2013

20:39 Uhr

US-Notenbank

New Yorks Fed-Präsident hält Ende der Geldflut für möglich

Die Geldpolitik muss die Wirtschaft noch weiterhin stützen, meint der hochrangige US-Notenbanker Dudley. Er hält aber einen schrittweisen Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes noch in diesem Jahr für möglich.

Die Federal Reserve hält die Wirtschaft noch nicht für robust genug, um ohne Geldspritzen in der bisherigen Dosis auskommen zu können. dpa

Die Federal Reserve hält die Wirtschaft noch nicht für robust genug, um ohne Geldspritzen in der bisherigen Dosis auskommen zu können.

New YorkEin weiterer hochrangiger US-Notenbanker hält einen schrittweisen Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes noch in diesem Jahr für möglich. Bei einer anhaltenden Konjunkturerholung könne die Federal Reserve 2013 wie ursprünglich anvisiert mit der Drosselung der milliardenschweren Bondkäufe beginnen, sagte der Präsident der New Yorker Fed, William Dudley, am Montag. Das Programm zum Ankauf von Staats- und Immobilienpapieren solle bei wirtschaftlichem Rückenwind Mitte nächsten Jahres auslaufen. Der Fahrplan, den Fed-Chef Ben Bernanke im Juni aufgezeichnet habe, gelte weiterhin. Bernanke hatte die Märkte damals auf ein allmähliches Ende der Geldflut zum Jahresende vorbereitet, jedoch kein genaues Datum für die Zeitenwende genannt.

Die Fed hatte in der vergangenen Woche die Finanzmärkte allerdings überrascht und noch kein Ende des Billiggeldes in Aussicht gestellt. Die Notenbank ließ alles beim Alten und reduzierte die monatlichen Ankäufe von Staatsanleihen und Immobilienpapieren von derzeit 85 Milliarden Dollar entgegen den Markterwartungen nicht. Ökonomen hatten damit gerechnet, dass die Zentralbank diese Konjunkturhilfen auf 75 Milliarden Dollar pro Monat stutzen würde. Doch die Fed hält die Wirtschaft für noch nicht robust genug, um ohne Geldspritzen in der bisherigen Dosis auskommen zu können. Der Kurs ist innerhalb der Fed umstritten. So hatte etwa Dudleys Kollege James Bullard am Freitag erklärt, die Tür für ein baldiges Eindämmen der Geldflut sei weiter offen und auf die nächste Fed-Sitzung im Oktober verwiesen.

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Überraschend hat die US-Notenbank die geldpolitische Wende aufgeschoben. Die Option auf ein baldiges Eindämmen der Geldflut hält sich die Fed aber weiter offen. Die Entscheidung hängt von den Konjunkturdaten ab.

Dudley verteidigte zugleich die Geldpolitik der Federal Reserve. Die anhaltend lockere Geldpolitik sei nötig, um der Wirtschaft weiter unter die Arme zu greifen, ergänzte er. Denn bei der Konjunktur gebe es noch Gegenwind. Deshalb müssten Veränderungen beim Staatsanleihekaufprogramm der Fed auf wirtschaftlichen Daten fußen. Zudem müsste sich die Lage am US-Arbeitsmarkt weiter verbessern, fügte Dudley hinzu.

Der Präsident der Fed von Atlanta, Dennis Lockhart, äußerte sich besorgt über die Verlangsamung bei der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen. Die Arbeitslosenquote von 7,3 Prozent im August zeige, dass sich der Arbeitsmarkt noch nicht erholt habe. Die USA riskierten, ihren "wirtschaftlichen Glücksbringer" zu verlieren. Diesem beunruhigendem Trend müsse die Politik entgegensteuern. Lockhart ist derzeit kein stimmberechtigtes Mitglied im Offenmarktausschuss der Fed, der über die Höhe der Leitzinsen befindet.

Analysten interpretierten die jüngsten Fed-Signale negativ. Die Botschaft der Fed vom vergangenen Mittwoch sei ein schlechtes Zeichen für die Gewinnaussichten der Unternehmen, sagte Leo Grohowski von BNY Mellon Wealth Management in New York. Experten rechnen bislang mit einem Gewinnwachstum der Konzerne von sechs Prozent in diesem Jahr nach 31 Prozent 2010. Eine Volkswirtschaft, die immer noch ein Sicherheitsnetz benötige, sei zu schwach, um robuste Ergebnisse bei den Unternehmen abzuwerfen. "Das mangelnde Vertrauen der Fed in die Wirtschaft führt dazu, dass wir unsere Gewinnprognosen für dieses und nächstes Jahr überdenken", ergänzte Grohowski.

Von

rtr

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