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17.11.2016

16:50 Uhr

US-Notenbank

Yellen will Trump nicht weichen

US-Notenbankchefin Janet Yellen lässt sich vom Wahlergebnis in den USA wohl nicht beeindrucken. Sie hält auch weiterhin eine baldige Zinserhöhung für angemessen. Und will an ihrem Amt festhalten.

Die Fed-Chefin hält weiter an einer Zinserhöhung fest. AP

Janet Yellen

Die Fed-Chefin hält weiter an einer Zinserhöhung fest.

Düsseldorf Die US-Notenbankchefin Janet Yellen will in jedem Fall ihre volle Amtszeit bis Januar 2018 als Chefin der Federal Reserve leisten. Das sagte sie bei einer Anhörung vor einem Kongress-Ausschuss in Washington. Im Wahlkampf hatte der künftige US-Präsident Donald Trump die Geldpolitik der „Fed“ öfter kritisiert und es waren Spekulationen aufgekommen, ob er Yellen abberufen würde. Rechtlich ist das allerdings nur schwer möglich – das US-Notenbankgesetz sieht diese Möglichkeit nur bei einem stichigen Grund vor („for cause“).

Die Chefin der US-Börsenaufsicht, Mary Jo White, hatte allerdings angekündigt, ihren Posten mit dem Amtsantritt Trumps am 20. Januar 2017 niederlegen zu wollen.

Yellen legte in ihrer ersten öffentlichen Rede seit dem Triumph des Republikaners zudem eine Zinserhöhung in naher Zukunft nahe. Sie verwies laut Redemanuskript auf die zurückliegende November-Sitzung der Fed. Damals hätten die Währungshüter es als angemessen bezeichnet, dass die Zinsen „relativ bald“ stiegen.

Zentralbanken und Negativzinsen

Japan

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): 0,0 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,1 Prozent

Schweiz

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): -0,75 Prozent (15.01.2016)

Einlagenzinssatz für Banken: gestaffelt -0,75 Prozent

Dänemark

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): 0,05 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,65 Prozent

Schweden

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): -0,5 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,5 Prozent

Euro-Zone

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): 0,0 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,4 Prozent

Yellen betonte, die amerikanische Wirtschaft habe sich weiter in Richtung der von der Fed angestrebten Ziele entwickelt. Die Notenbank peilt Vollbeschäftigung und stabile Preise an. Dass erste Ziel ist praktisch erreicht, die Inflationsrate bewegte sich zuletzt weiter in Richtung der von der Notenbank gewünschten Marke.

Die Fed-Chefin sagte, ein Hinauszögern der geldpolitischen Straffung könne dazu führen, dass Investoren in einem anhaltenden Niedrigzinsumfeld übermäßige Risiken eingingen. Dies könne bedeuten, dass spätere Zinserhöhungen dann in einer schnelleren Gangart erfolgen müssten. Die Fed hält die Zinsen seit Dezember 2015 in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Experten rechnen für Dezember mit einem Schritt nach oben, dem 2017 zwei weitere Schritte folgen könnten.

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