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07.06.2012

17:57 Uhr

US-Notenbankchef

Bernanke zeigt Bereitschaft zum Gelddrucken

VonRolf Benders, Nils Rüdel

Ben Bernanke steht in den Startlöchern: Die US-Notenbank stehe bereit, wenn die Eurokrise und ein Konjunktureinbruch die US-Wirtschaft bedrohe. Seine Stellvertreterin findet noch deutlichere Töne.

Fed-Chef Ben Bernanke lässt die Märkte auf neues Geld hoffen. dapd

Fed-Chef Ben Bernanke lässt die Märkte auf neues Geld hoffen.

New YorkDie US-Notenbank Fed stellt den Märkten angesichts der Misere am Arbeitsmarkt, des schwächelnden Wachstums und der Euro-Krise erneute geldpolitische Unterstützung in Aussicht. „Die Federal Reserve steht weiterhin bereit tätig zu werden, um das US-Finanzsystem und die Wirtschaft zu schützen”, sagte Notenbank-Chef Ben Bernanke am Donnerstag vor dem Kongress in Washington. Er bezeichnete die Konjunkturlage in den USA als schwierig und verwies auf die Risiken der Krise in Europa für die Exportwirtschaft.

Damit deutete er die Bereitschaft der Fed zu neuen geldpolitischen Maßnahmen an. Konkrete Angaben, wie wahrscheinlich solche Schritte seien und wann es so weit sein könnte, machte Bernanke allerdings nicht. Er ging auch nicht so weit wie seine Stellvertreterin Janet Yellen am Tag zuvor. Diese hatte die jüngsten Konjunkturdaten als „ziemlich enttäuschend“ bezeichnet und Spekulationen auf baldige neue Hilfen der Fed genährt. „Ich bin überzeugt, dass es weiteren Spielraum für eine noch konjunkturstimulierendere Geldpolitik gibt“, hatte Yellen am Mittwochabend gesagt.

Als Folge hatten hatten sich die Märkte von Bernankes Auftritt am Donnerstag konkretere Angaben erhofft. Anleger, die auf einen weiteren Anschub der Konjunktur gesetzt hatten, reagierten entsprechend enttäuscht. Die wichtigsten US-Indizes lagen am Vormittag nur leicht im Plus, nachdem sie zuvor deutlicher angestiegen waren. Auch der Euro-Kurs baute nach Bernankes Rede spürbar ab. 

Der Notenbankchef appellierte derweil in seiner Rede an europäische Politiker, noch entschiedener vorzugehen, um Banken zu stabilisieren und den Märkten die Angst vor dem Zustand der Staatsfinanzen zu nehmen. Zudem müsse ein machbarer haushaltspolitischer Rahmen für die Eurozone geschaffen und die Basis für langfristiges Wachstum gelegt werden, forderte er.

Gerichtet an heimische Politiker in den USA warnte Bernanke vor einem zu harten Sparkurs. Ziel müsse sein, „die gegenwärtige Wirtschaftserholung nicht unnötig zu behindern“. Gesetzlich vorgesehene Sparmaßnahmen, die möglicherweise Anfang kommenden Jahres greifen, stellten eine „ernsthafte Gefahr für die wirtschaftliche Erholung“ dar.

In den USA war die Arbeitslosigkeit zuletzt wieder leicht auf 8,2 Prozent gestiegen, das Wachstum fiel im ersten Quartal mit 1,9 Prozent weit schwächer aus als erwartet. Geringere private Nachfrage und sinkenden staatliche Ausgaben drücken die Wirtschaftsleistung der weltgrößten Volkswirtschaft. Experten wie Michelle Meyer, Volkswirtin bei Bank of America, rechnen daher mit einem weiteren Rückgang des Wachstums bis Jahresende auf knapp ein Prozent.

Kommentare (19)

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Account gelöscht!

07.06.2012, 17:07 Uhr

"Bernanke zeigt Bereitschaft zum Gelddrucken"

Das Einzige was er kann und hier tut er einen grossartigen Job fuer den Schuldenkoenig Obama. But up to them - die US-Bevoelkerung sollte doch auch etwas graue Masse oberhalb der Augen haben ;-) Ich bin etwas verunsichert - weil man von denen nichts hoert. Und dies geht schon lange Zeit so.

Account gelöscht!

07.06.2012, 17:25 Uhr

Ehrlich? Hubschrauber Berni will Geld drucken? Das ist ja ganz was Neues. Saemtliche Aemter, Schulen, Autobahnen und Brücken sind neu gestrichen, wegen Arbeitsbeschaffung. Was hat es gebracht? Nur noch mehr Schulden, Arbeitslosigkeit ist immernoch hoch, Wirtschaft ist immernoch schlecht. Wenn Hubschrauber Berni also noch mehr Geld druckt, können ja die Aemter, Schulen, Autobahnen und die Brücken nochmal gestrichen werden. Dann gibts eben überall die grünen Scheinchen..

so_what

07.06.2012, 17:30 Uhr

Genauer sagte er u.a.:

Fed-Chef Bernanke: Die Fed hat weitere Mittel für eine stärkere Unterstützung der Wirtschaft, auch wenn der Leitzins sehr niedrig ist

Geldpolitik ist kein Allheilmittel, ein ganzheitlicher Ansatz wäre vorzuziehen. Der Kongress sollte seinen Teil dazu beitragen

Die USA besitzt eine große, diversifizierte Wirtschaft mit einem starken Finanzmarkt, die Situation ist mit Griechenland nicht zu vergleichen

Die Fed ist bereit alles nötige zu tun und Liquidität bereitzustellen um das Finanzsystem stabilisieren, sollte dies notwendig sein


Man beachte den dritten Satz ..:-)))

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