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20.01.2013

20:28 Uhr

US-Notenbanker Lacker

Fed soll mit Anleihekäufen aufhören

ExklusivDie Notenbank der USA soll mit dem Kauf von Anleihen aufhören – und das so schnell wie möglich. Die Risiken seien höher als die Vorteile, so Jeff Lacker, Mitglied im geldpolitischen Ausschuss der Fed.

Jeff Lacker ist unter anderem Chef der Fed-Filiale von Richmond. Reuters

Jeff Lacker ist unter anderem Chef der Fed-Filiale von Richmond.

Die US-Notenbank Fed sollte nach Ansicht eines ihrer Mitglieder so schnell wie möglich mit dem Gelddrucken auf hören. Jeff Lacker, Mitglied im entscheidenden geldpolitischen Ausschuss der Fed, forderte im Interview mit dem Handelsblatt ein schnelles Ende der Anleihekäufe. „Wir sollten sie eher früher als später stoppen. Aus meiner Sicht sind die Risiken aus den Käufen seit Anfang 2012 höher als die damit erzielten Vorteile“, sagte er.

Sein Hauptargument: Er sieht Risiken, dass die Fed 2014 von einer stärkeren Inflation überrascht werden könnte. „Meine Sorge ist, dass wir zu spät und nicht schnell genug reagieren könnten. Ich bin gerne vorsichtig“, erklärte. er.

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Fed erwägt Ende der Anleihekäufe schon 2013

In der US-Notenbank macht sich Unwohlsein breit über die Konsequenzen des Gelddruckens.

Die US-Notenbank hatte 2008 auf die Krise mit einer Absenkung der Zinsen auf nahe null Prozent reagiert und gleichzeitig Anleihen im Wert von über zwei Billionen Dollar gekauft, um die Konjunktur zu stützen. Die Fed wird am 29. und 30. Januar erneut darüber beraten, um sie die laufenden Aufkaufprogramme beibehält. Lacker, der auch Chef der Fed-Filiale von Richmond ist, war 2012 der einzige, der konsequent gegen die lockere Geldpolitik der US-Notenbank gestimmt hatte.

In der Bankenregulierung, die ebenfalls zu den Aufgaben der Fed gehört, verteidigte er eine stärker nationale Orientierung der Aufsicht. „Wenn eine große Bank in Probleme gerät, dann gibt es zwei Möglichkeiten, damit umzugehen. Entweder man versucht schnell, die relevanten Bankaufseher weltweit zusammenzubekommen. Oder man versucht sicherzustellen, dass man das Problem vor Ort löst und eine Ansteckung anderer Länder verhindert. Ich finde, Letzteres ist ein überzeugender Ansatz“, sagte er.

Das sind die wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt

Platz 1

Hongkong

Platz 2

USA

Platz 3

Schweiz

Platz 4

Singapur

Platz 5

Schweden

Platz 6

Kanada

Platz 7

Taiwan

Platz 8

Norwegen

Platz 9

Deutschland

Platz 10

Katar

Quelle

IMD-„World Competitiveness Ranking“ 2012.

Die Schweizer Business-School IMD veröffentlich seit 1989 jährlich ihr Wettbewerbsranking. Dazu befragen die Wissenschaftler mehr als 4200 internationale Geschäftsleute. Die Länder werden nach über 300 Kriterien bewertet.

Zuletzt hatte die Fed entschieden, dass Auslandsbanken in den USA demnächst Sicherheitspuffer vor Ort für ihre Töchterfirmen vorhalten müssen. Bislang durfte sie es irgendwo in der Welt einsetzen und man vertraute ihnen, dass sie es in Krisenzeiten schon zur Stabilisierung in den USA einsetzen würden. „Wenn wir die Gesundheit jeder nationalen Einheit einer Bank separat sicherstellen, dann müssen wir uns in einer Krisensituation nicht auf internationale Konsultationen verlassen“, sagte Lacker.

Von

ben

Kommentare (8)

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Mazi

20.01.2013, 21:20 Uhr

Hoffentlich wird dieser Beitrag auch in EZB, Bundestag, Bundesverfassungsgericht und allen gelesen, die ihre Altersvorsorge in Geldkapital gebildet haben.

Man muss nur eines bedenken, dass die EZB mit ihrer Nullzinspolitik in Deutschland Banken, Versicherungen und letztlich die gesamte Altersvorsorge zerstört haben.

Wer soll in Deutschland noch für was gerade stehen (können)?

Wenn wir eine Solidargemeinschaft sind, dann müssen wir dringend über die Kürzung der Politiker- und Beamtenpensionen reden. Erstens spiegeln sie noch nicht die Ziele der Rentenreform wider und zweitens ist überhaupt kein Kapital für deren Bezahlung vorhanden.

Aus letzterer Sicht sind sie nämlich bei Null. Es wurde weder von dem Berechtigten noch von dem Zahlungsverpflichteten Vorsorge getroffen.

Joker1

20.01.2013, 21:31 Uhr

@Mazi
gute Analyse!
Die Politkaste in Deutschland verschenkt und vernichtet die Vermögen der normalen Bürger.
Diese Verbrecher können nur eine Solidargemeinschaft, nämlich die, die Ihnen und ihren Bimbesquellen ausschließ-
lich nützt.

Mit der Euroeinführung und dem Umtauschkurs von 1:1.95583
haben diese Ganoven begonnen, den Souverän zu vernichten
und Ihn derartig verarscht, dass man diese Straftaten
nicht mehr ungesühnt lassen kann.
Mit den ganzen Rettungsschirmen und Zahlungsversprechnungen
kommt jetzt das finale Ende.
Aber der Michel schläft immer noch ..

anonym

20.01.2013, 22:03 Uhr

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