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13.04.2016

18:53 Uhr

Verdienen mit Fintechs

Geld aus dem Netz

VonCarla Neuhaus
Quelle:Tagesspiegel

Social Trading, Crowdlending und Robo-Advisor: Junge IT-Firmen helfen Verbrauchern bei der Geldanlage. Wie die neuen Modelle funktionieren – und wo Risiken liegen.

Fintechs versprechen Anlegern gute Erträge – bei äußerst geringem Aufwand. dpa

Darf's ein bisschen mehr sein?

Fintechs versprechen Anlegern gute Erträge – bei äußerst geringem Aufwand.

Sie sind die jungen Wilden. Sie wollen alles anders machen als die großen Banken. Ihr Service soll schneller sein, effizienter, einfacher. Mittlerweile gibt es in Deutschland über 400 Start-ups im Finanzbereich. Viele dieser Fintechs unterstützen Anleger bei der Geldanlage. Sie helfen, Angebote für Fest- oder Tagesgeld zu finden oder stellen ihnen Fonds zusammen.

Die wenigsten dieser Anbieter haben allerdings eine Banklizenz – und brauchen sie auch nicht. Um die Zahlungen im Hintergrund kümmert sich meist ein klassisches Geldinstitut. Auch sonst sind die Fintechs recht frei in dem, was sie tun. Lediglich für das Crowdfunding gibt es hierzulande bereits konkrete Regeln. So müssen die Anbieter etwa einen Verkaufsprospekt veröffentlichen, wenn Firmen bei Anlegern mehr als 2,5 Millionen Euro einwerben wollen.

Die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer wollen die Fintechs nun jedoch genauer untersuchen. Ihr Finanzstabilitätsrat will prüfen, ob durch sie neue Risiken für das Finanzsystem entstehen. Wir erklären, wie Anleger Fintechs nutzen können – und was sie dabei beachten sollten.

Fintechs in Deutschland (Barkow Consulting)

Finanzierung

Anzahl:130
Venture Capital: 140 Millionen Euro

Proptech

Anzahl:145
Venture Capital: 105 Millionen Euro

Investment

Anzahl:50
Venture Capital: 38 Millionen Euro

Payments

Anzahl:44
Venture Capital: 43 Millionen Euro

Insurtech

Anzahl:52
Venture Capital: 43 Millionen Euro

Accounting

Anzahl:37
Venture Capital: 25 Millionen Euro

Sonstige

Anzahl:33
Venture Capital: 34 Millionen Euro

Bitcoin und Blockchain

Anzahl:11
Venture Capital: 10 Millionen Euro

Gastro

Anzahl:7
Venture Capital: 30 Millionen Euro

Finanzaggregation

Anzahl:6
Venture Capital: 36 Millionen Euro

Online-ID

Anzahl:8
Venture Capital: 4 Millionen Euro

API/Banking

Anzahl:12
Venture Capital: 1 Millionen Euro

Spenden

Februar 2016: 5
Februar 2015: 5

Quelle

Quelle: Comdirect-Analyse, basierend auf Barkow Consulting 'FinTech Money Map' (veröffentlicht am 17. November 2016)
Investitionen beziehen sich auf die ersten drei Quartale 2016

Zocken wie die Profis – das versprechen Plattformen wie Ayondo, Wikifolio oder Etoro. Wer sich bei ihnen anmeldet, kann anderen Händlern folgen und ihre Strategien einfach kopieren. Die Nutzer legen ihr Erspartes dann automatisch so an wie ihre Vorbilder. Social Trading nennt sich das Konzept. Wer dabei als Händler zum Star wird, bestimmen die Follower. Vorkenntnisse müssen die Top-Trader nicht haben – unter ihnen sind ebenso frühere Banker und Vermögensverwalter wie Laien. Sie spekulieren mit Aktien, Rohstoffen, Devisen oder Anleihen. Die Start-ups selbst verdienen an Gebühren oder beim Handel mit.

Das Problem: Für den Verbraucher ist schwer zu erkennen, ob der Händler, dessen Strategie er gerade kopiert, tatsächlich Ahnung hat oder nur Glück. Zumal manche Top-Trader zeitweise geradezu aberwitzig hohe Renditen erzielen – die allerdings durch hoch spekulative Wetten zustande kommen. Sie setzen zum Beispiel auf die Entwicklung von Währungskursen, was schnell nach hinten losgehen kann.

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Um die Anleger zu schützen, sortieren die Start-ups die Trader in Kategorien ein: Wikifolio zeichnet Händler zum Beispiel je nach Performance als „Rising Star“ oder „Bestseller“ aus. Ayondo arbeitet mit Karrierestufen, die die Trader erklimmen – vom „Street Trader“ bis zum Level „Institutional“. Wer ihnen trauen will, sollte jedoch allenfalls Spielgeld einsetzen – also Geld, auf das man im Zweifel verzichten kann. Denn geht die Wette nicht auf, droht der Totalverlust.

Wissen sollten Verbraucher auch, womit sie da eigentlich handeln. Denn das sind meist nicht einzelne Aktien oder Anleihen – sondern komplizierte Finanzprodukte. Wikifolio arbeitet zum Beispiel mit Zertifikaten, die die Strategie eines Traders künstlich kopieren. Bei Ayondo handeln die Anleger mit Differenzkontrakten (CFDs), mit denen sie auf Kursänderungen spekulieren.

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