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22.11.2016

13:36 Uhr

Vermögensreport

Von den Superreichen leiden nur die Briten

VonAndrea Cünnen

Vor allem der Verfall des britischen Pfunds und der Rutsch der Immobilienpreise zehrt am Geld der Briten. Doch der Absturz der britischen Millionäre ist nur eine Erkenntnis des Vermögensreports der Bank Credit Suisse.

Eine Postkarte mit der Aufschrift "Keep calm and carry on" (Bewahr die Ruhe und mach weiter) hängt in London, Großbritannien. Der Brexit hat sich deutlich auf die Vermögenssituation der Briten ausgewirkt. dpa

Britischen Andenken

Eine Postkarte mit der Aufschrift "Keep calm and carry on" (Bewahr die Ruhe und mach weiter) hängt in London, Großbritannien. Der Brexit hat sich deutlich auf die Vermögenssituation der Briten ausgewirkt.

Frankfurt1,5 Billionen Dollar. So viel hat das hat die Briten das Brexit-Votum allein bis Ende Juni gekostet. Der Verfall des Pfunds und der weltweiten Aktienmärkte nach dem Votum der Briten gegen die Europäische Union machte die privaten Haushalte in Großbritannien deutlich ärmer. Das hat die schweizerische Großbank Credit Suisse in ihrem aktuellen „Global Wealth Report“ ausgerechnet.

„Bei den Brexit-Folgen denkt man meistens an das Bruttoinlandsprodukt, aber auch die Folgen für das Vermögen der Privathaushalte muss man im Auge behalten“, meint dazu Michael O’Sullivan, Chefanlagestratege für das internationale Wealth Management bei der Credit Suisse. Das Vermögen pro Erwachsenem sei innerhalb von zwölf Monaten bis Ende Juni 2016 um 33.000 auf 289.000 Dollar gefallen. Und: „406.000 Menschen in Großbritannien sind – in Dollar gemessen - keine Millionäre mehr.“

Dies muss einen nicht unbedingt in Mitleid für die „armen Reichen“ verfallen lassen, aber: „Sowohl der Ausblick für die Wirtschaft, als auch die Folgen für den Wohlstand der Briten sind sehr unsicher“, meint O’Sullivan. Dabei ist es nicht nur der Pfund-Verfall zum Dollar von gut 15 Prozent in diesem Jahr, der die Briten ärmer macht. Auch die Verluste der weltweiten Aktienmärkte bis zum Sommer und vor allem der Rutsch der Hauspreise in Großbritannien von mehr als 15 Prozent zehren an den Vermögen.

Die Länder mit dem höchsten Zuwachs an Millionären

Rang 1

In Japan ist die Zahl der Zahl der Millionäre gegenüber dem Vorjahr um 738.000 Personen gestiegen. Damit leben im Reich der Sonne 2,8 Millionen Menschen mit einem Vermögen von mehr als einer Millionen US-Dollar. Insgesamt stieg dort das Vermögen um 3,9 Milliarden US-Dollar. Quelle: Credit Suisse Global Wealth Databook 2016

Rang 2

In den USA leben die meisten Millionäre weltweit: Derzeit 13,5 Millionen Personen. Doch mit einem Zuwachs von 283.000 schaffte es das Land der unbegrenzten Möglichkeiten nur auf den zweiten Platz bei dem Anstieg. Der Trend zu höherem Vermögen seit der Finanzkrise ist aber ungebrochen.

Rang 3

Der Anstieg um 44.000 Personen gegenüber 2015 reichte für den dritten Platz. Die Rede ist von Deutschland, hierzulande leben aktuell 1,6 Millionen, die umgerechnet ein Vermögen von mehr als einer Million US-Dollar verfügen. Das Vermögen definiert Credit Suisse als den Wert von Finanzwerten und nicht Finanzwerten wie Häuser und Grundstücke zu Marktpreisen abzüglich Schulden.

Rang 4

Am anderen Ende der Welt, auf den beiden Insel von Neuseeland leben nur 166.000 Millionäre – doch mit einem Plus von 33.000 „Kiwis“ mit einem Vermögen von umgerechnet mehr als eine Millionen US-Dollar liegt das wunderschöne Land auf dem vierten Rang bei den Zuwächsen.

Rang 5

Im den riesigen Land Kanada leben nur 1,1 Millionen Personen mit entsprechendem Vermögen. Mit dem Anstieg um 25.000 Reiche schafft es der Staat auf den fünften Platz.

Rang 6

Das flächenmäßig kleinste Land in der Top-Ten-Tabelle ist Belgien, in dem insgesamt 307.000 Millionäre wohnen. Aber der Anstieg um 16.000 Personen reicht für den sechsten Rang.

Rang 7

Der komplette Gegensatz zu Belgien ist Indonesien, der weltgrößte Inselstaat und der viertbevölkerungsreichste Staat der Welt. Doch dort leben 112.000 Millionäre, 12.000 mehr als noch 2015.

Rang 8

Bei der Zahl der Millionäre hat Brasilien im Vergleich zu Indonesien etwas mehr zu bieten: Es leben dort 172.000 Menschen mit einem entsprechenden Vermögen, ein Plus von 11.000 gegenüber dem Vorjahr.

Rang 9

Nach Japan ist Südkorea der zweite asiatische Staat, in dem die Zahl der Millionäre wächst. Derzeit leben 679.000 Millionäre in den Land, seit 2015 sind 10.000 hinzugekommen.

Rang 10

In dem flächenmäßig kleinen Irland leben aktuell 110.000 Millionäre, ein Plus von 7.000 gegenüber dem Vorjahr.

Insgesamt besitzen die privaten Haushalte in Großbritannien ein Vermögen von 14 Billionen Dollar. Fast fünf Prozent der Briten haben trotz des Rückgangs immer noch eine Million Dollar und mehr. Damit liegt Großbritannien auf dem dritten Platz der Länder mit den meisten Millionären. Weltweit gibt es laut Credit Suisse insgesamt rund 33 Millionen Millionäre – das entspricht einem Anstieg von knapp 1,8 Prozent binnen eines Jahres. Sieben Prozent davon kommen aus Großbritannien.

Die meisten Millionäre gibt es – wenig überraschend – mit 41 Prozent aus den USA. Dahinter folgt Japan mit einem Anteil von neun Prozent der weltweiten Millionäre. Deutschland, Frankreich und China teilen sich den vierten Platz und stellen jeweils fünf Prozent. In Deutschland erhöhte sich die Zahl der Millionäre dabei um sogar 2,8 Prozent auf rund 1,6 Millionen.

Dabei nimmt die Ungleichheit weiter zu. Die weltweit 33 Millionen Millionäre machen weniger als ein Prozent der erwachsenen Bevölkerung aus – besitzen aber 46 Prozent des Vermögens. Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich somit weiter – ein Trend, der sich seit Jahren beobachten lässt. Und dieser Trend bezieht sich gar nicht einmal auf die Millionäre.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

22.11.2016, 13:53 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.
​​​​​​​

Herr Gerd St

22.11.2016, 13:57 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.
​​​​​​​

Herr Daniel Sido

22.11.2016, 14:21 Uhr

Ich kann Herrn Hofmann nur bestätigen!

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