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16.05.2013

10:26 Uhr

Vermögensverwalter im Interview

„Das ist völlig irre!“

VonJörg Hackhausen

Herwig Weise ist überzeugt: An den Börsen droht ein Crash. Der Vermögensverwalter setzt nicht auf Aktien, sondern fast nur auf Edelmetall. Eines Tages könnte er Recht behalten – im Moment läuft aber alles gegen ihn.

Vermögensverwalter Herwig Weise setzt auf Gold und Silber. PRESSEFOTO

Vermögensverwalter Herwig Weise setzt auf Gold und Silber.

Handelsblatt: Herr Weise, Sie haben auf einen Zusammenbruch des Finanzsystems gesetzt – fast ausschließlich in Gold und Goldaktien investiert. Ist die Strategie gescheitert?
Herwig Weise: Na ja, wir setzen weniger auf den Zusammenbruch, aber wir erwarten zumindest noch stärkere Turbulenzen im Währungssystem als in der Vergangenheit, und keiner der Gründe, die für den Besitz von Gold sprechen, ist verschwunden.

Der Goldpreis ist in den vergangenen Wochen eingebrochen. Goldaktien haben sogar noch stärker verloren.

Der Absturz bei Gold wurde im Wesentlichen von Spekulanten an der Terminbörse verursacht. Dort wurde Gold verkauft, das allein auf dem Papier existiert. Auf dem Markt für Münzen und Barren sah es ganz anders aus.

Auch ihr ‚echtes‘ Gold ist jetzt viel weniger wert.

Solche Schwankungen sind nie gut, aber viele sehen sie eben auch als Kaufgelegenheiten, und es ist doch bemerkenswert, dass viele Goldkäufer die Gunst der Stunde nutzen, um sich günstig einzudecken, und zwar in einer Größenordnung wie zuletzt 2008 und 2009, während der vorläufigen Höhepunkte der Finanzkrise.

Wo das Geld der Deutschen liegt

Geldvermögen gesamt

2010: 4.645,4 Milliarden Euro

2011: 4.710,2 Milliarden Euro

2012: 4.939,0 Milliarden Euro

Quelle: Deutsche Bundesbank, 03.05.2013

Bargeld und Sichteinlagen

2010: 914,1 Milliarden Euro

2011: 953,3 Milliarden Euro

2012: 1.056,9 Milliarden Euro

Termingelder

2010: 262,6 Milliarden Euro

2011: 280,5 Milliarden Euro

2012: 274,4 Milliarden Euro

Spareinlagen

2010: 609,1 Milliarden Euro

2011: 608,2 Milliarden Euro

2012: 608,0 Milliarden Euro

Sparbriefe

2010: 75,0 Milliarden Euro

2011: 85,4 Milliarden Euro

2012: 75,5 Milliarden Euro

Festverzinsliche Wertpapiere

2010: 254,1 Milliarden Euro

2011: 247,1 Milliarden Euro

2012: 238,2 Milliarden Euro

Aktien

2010: 243,5 Milliarden Euro

2011: 221,5 Milliarden Euro

2012: 259,1 Milliarden Euro

Sonstige Beteiligungen

2010: 179,1 Milliarden Euro

2011: 185,2 Milliarden Euro

2012: 193,4 Milliarden Euro

Investmentzertifikate

2010: 435,4 Milliarden Euro

2011: 394,9 Milliarden Euro

2012: 420,1 Milliarden Euro

Ansprüche gegenüber Versicherungen

2010: 1.358,1 Milliarden Euro

2011: 1.400,2 Milliarden Euro

2012: 1.468,9 Milliarden Euro

Ansprüche aus Pensionsrückstellungen

2010: 284,3 Milliarden Euro

2011: 295,4 Milliarden Euro

2012: 306,6 Milliarden Euro

Sonstige Forderungen

2010: 39,0 Milliarden Euro

2011: 38,4 Milliarden Euro

2012: 37,9 Milliarden Euro

Haben Sie auch zugekauft?

Ja.

Ihre Fonds haben in den vergangenen Monaten kräftig verloren. Wie reagieren die Anleger darauf?

Manche sind besorgt, manche ziehen Geld ab – aber alles in überschaubarem Rahmen. Das muss man als Vermögensverwalter aushalten.

Der Dax stellt einen Rekord nach dem anderen auf. War es ein Fehler, dass Sie nicht stärker in Aktien investiert haben?

Das sehe ich nicht als Fehler. Der Aktienmarkt hat sich von der Realität abgekoppelt. Die Anleger blenden die Risiken aus, der Optimismus ist extrem. Da spielen wir nicht mit.

Kommentare (48)

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Account gelöscht!

16.05.2013, 10:45 Uhr

" im Moment läuft es aber alles gegen ihn. "

Er wird Recht behalten!

Dazu kann ich nur einen Satz sagen "Wer der blinden SchafsMasse hinterherläuft frisst die Sch*****, nicht das Gras!"

Profit

16.05.2013, 10:45 Uhr

Warum brauche ich jemanden, der für mich - gegen saftige Provision versteht sich - schlicht und einfach Gold "einkauft"? Das Systems dieses sogenannten "Vermögensverwalters" ist einfach irre!

G4G

16.05.2013, 10:49 Uhr

Willkommen im Club, Herr Weise!
Das böse Spiel der Märkte hat schon viele Infarkte überlebt. Das Kammerflimmern ist hörbar, da helfen auch Geldspritzen in Billonenhöhe nicht auf Dauer.
Der Chrash kommt so oder so und wird immer lauter.
Nur Bares ist Wahres. Gold und Silber sind inflationssicheres Bargeld.

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