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05.08.2013

10:32 Uhr

Vermögensverwalter

Wer am meisten aus dem Geld macht

VonJörg Hackhausen

ExklusivDie Kunst, mit Geld umzugehen, beherrschen nur wenige. Wir zeigen, welchen Vermögensverwaltern das im vergangenen Jahr am besten gelungen ist - und wie die Strategie der Profis für die Zukunft aussieht.

Hat nichts mit Zauberei zu tun: Gute Geldmanager brauchen eine klare Strategie.

Hat nichts mit Zauberei zu tun: Gute Geldmanager brauchen eine klare Strategie.

DüsseldorfManchmal ist Vorsicht angebracht. Dann, wenn die Euphorie am größten ist. Manchmal ist an der Börse jedoch genau das Gegenteil gefragt. Im vergangenen Jahr erreichte die Euro-Krise ihren Höhepunkt. Der Zusammenbruch der Währungsunion schien für viele Beobachter schon besiegelt. Die meisten Anleger hielten ihr Geld zusammen. Nur wer mutig war, wurde belohnt.

So wie die Privatbank Hauck & Aufhäuser. Mit einer angriffslustigen Strategie bescherte sie ihren Kunden ein Plus von mehr als 20 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten – so viel wie kein anderer Vermögensverwalter aus dem deutschsprachigen Raum. „Wir waren immer voll in Aktien investiert“, sagt Burkhard Allgeier von Hauck & Aufhäuser. „Wir haben sehr stark auf zyklische Aktien gesetzt, etwa aus den Bereichen Automobil und Chemie. Aktien der Energieversorger oder der Telekombranche haben wir außen vor gelassen.“

Damit erreichte die Privatbank  den ersten Platz in der Risikoklasse „dynamisch“, wie eine Untersuchung des Datenanbieters Firstfive belegt. Darin wurden mehr als 250 Depots von 80 Geldprofis untersucht, darunter die großen unabhängigen Vermögensverwalter (etwa Jens Ehrhardt, Flossbach von Storch), die Privatbanken (Sal. Oppenheim, MM Warburg) sowie die großen Banken (Deutsche Bank, Commerzbank).

Die besten Geldmanager (12 Monate)

Risikoklasse "konservativ"

1. Bankhaus Neelmeyer, Strategie: konservativ, + 9,99 Prozent

2. Capitell AG, Strategie: Bond Plus, + 8,62 Prozent

3. BHF Trust, Strategie: Total Return Mandat, + 6,85 Prozent

Quelle: Firstfive AG

Risikoklasse "ausgewogen"

1. Capitell AG, Strategie: Balanced, + 12,18 Prozent

2. Janson & Partners, Strategie: Global Hedge, + 10,99 Prozent

3. Sparkasse KölnBonn, Strategie: Wachstum, + 10,79 Prozent

Quelle: Firstfive AG

Risikoklasse "moderat dynamisch"

1. BHF Trust, Strategie: dynamisch Total Return, + 14,56 Prozent

2. Wallrich Asset Management, Strategie: Dynamisch, + 13,92 Prozent

3. Capitell AG, Strategie: Equity, + 13,35 Prozent

Quelle: Firstfive AG

Risikoklasse "dynamisch"

1. Hauck & Aufhäuser, Strategie: Aktien Deutschland, + 22,54 Prozent

2. BHF Trust, Strategie: Int. Aktiendepot, + 17,62 Prozent

3. Berenberg Bank, Strategie: Dynamisch, + 16,51 Prozent

Quelle: Firstfive AG

Im Rückspiegel betrachtet waren die vergangenen zwölf Monate eine fantastische Zeit für Anleger – sofern sie von Beginn an investiert waren. Nicht ganz unschuldig daran dürften die Zentralbanken gewesen sein. Sie versprachen, so viel Geld bereitzustellen, bis die Krise eines Tages überwunden sein wird. Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), erklärte, er werde alles tun, um den Euro zu retten. Damit vertrieb er die Angst vor dem Zusammenbruch der Währungsunion. Fast genau ein Jahr ist das jetzt her.

Wer damals Aktien gekauft hat, machte ein gutes Geschäft. Der Dax legte mehr als 1500 Punkte zu, im Mai erreichte er ein Allzeithoch bei 8557,9 Punkten. Seitdem geht es mit den Kursen allerdings nicht weiter nach oben. Wird es Zeit, wieder vorsichtiger zu werden? „Wir halten bis auf weiteres an unserer Strategie fest“, sagt Allgeier. „Allerdings beobachten wir die Lage im Moment sehr genau. Sollte die konjunkturelle Dynamik weiter nachlassen, müssten wir handeln.“

Kommentare (10)

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gurkenglas

05.08.2013, 11:59 Uhr

Das H&A-Ergebnis ist lediglich der Durchschnitt. Der DAX hat in den vergangenen 12 Monaten eine Entwicklung von 22,2% gehabt. D.h. mit einem simplen DAX-ETF hätte man ein nahezu identisches Ergebnis erzielt und hätte sich nicht den Manager- und Kostenrisiken eines Vermögensverwalters ausgesetzt. Vielen Dank für die kritische Recherche.

Bayenne

05.08.2013, 12:42 Uhr

Vermögensverwaltungsstrategien mit der Performance des DAX zu vergleichen zeigt einfach nur höchste Kompetenz!!

Sturer_Bock

05.08.2013, 12:59 Uhr

@Bayenne

Wieso? Ein Vergleich darf doch wohl erlaubt sein, denn für den Anleger zählt ja nicht, ob er irgendeine Benchmark oder andere VV schlägt, sondern was unterm Strich dabei rauskommt.

Also kann man sich doch fragen, was dabei rausgekommen wäre, wenn das ganze im Eigenbau z.B. mit ETFs gemacht hätte.

Unterm Strich gibt es einige gute VV, aber viele sind eben ihr Geld nicht wert.

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