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23.11.2012

11:57 Uhr

Vermögensverwalter

„Wir kaufen jetzt Aktien!“

VonJessica Schwarzer

Allen Kursturbulenzen zum Trotz führt an Aktien kein Weg vorbei. Davon sind zumindest Vermögensverwalter überzeugt. Sie steigen jetzt ein. Was für Aktien spricht und worauf Anleger achten sollten.

Die Anzeigetafel an der Frankfurter Börse: Heftige Kursturbulenzen schrecken Privatanleger ab. dpa

Die Anzeigetafel an der Frankfurter Börse: Heftige Kursturbulenzen schrecken Privatanleger ab.

DüsseldorfDie Zahl der Aktionäre in Deutschland sinkt seit Jahren. Nur noch knapp 3,9 Millionen Bundesbürger haben nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts Aktien in ihren Depots. Das Platzen der Internetblase zu Beginn des Jahrtausends sowie die Finanz- und Wirtschaftskrise haben den Deutschen die Lust auf Börse gründlich verdorben. Sie meiden Aktien.

Ein Fehler, sagen Vermögensverwalter. „Aktien sind der einzige Sachwert, den man im Augenblick noch kaufen kann“, ist Nils Petersen von der TOP Vermögensverwaltung überzeugt. Immobilien seien bereits sehr teuer, Gold habe ein hohes Niveau erreicht und Anleihen seien ebenfalls relativ uninteressant geworden. „Das alles bringt Anleger in eine Art Zwangslage: Sie müssen auf Aktien setzen“, sagt er. „Grundsätzlich sind wir aber auch von der Anlageklasse Aktie überzeugt.“

Wo das Geld der Deutschen liegt

Geldvermögen gesamt

2010: 4.645,4 Milliarden Euro

2011: 4.710,2 Milliarden Euro

2012: 4.939,0 Milliarden Euro

Quelle: Deutsche Bundesbank, 03.05.2013

Bargeld und Sichteinlagen

2010: 914,1 Milliarden Euro

2011: 953,3 Milliarden Euro

2012: 1.056,9 Milliarden Euro

Termingelder

2010: 262,6 Milliarden Euro

2011: 280,5 Milliarden Euro

2012: 274,4 Milliarden Euro

Spareinlagen

2010: 609,1 Milliarden Euro

2011: 608,2 Milliarden Euro

2012: 608,0 Milliarden Euro

Sparbriefe

2010: 75,0 Milliarden Euro

2011: 85,4 Milliarden Euro

2012: 75,5 Milliarden Euro

Festverzinsliche Wertpapiere

2010: 254,1 Milliarden Euro

2011: 247,1 Milliarden Euro

2012: 238,2 Milliarden Euro

Aktien

2010: 243,5 Milliarden Euro

2011: 221,5 Milliarden Euro

2012: 259,1 Milliarden Euro

Sonstige Beteiligungen

2010: 179,1 Milliarden Euro

2011: 185,2 Milliarden Euro

2012: 193,4 Milliarden Euro

Investmentzertifikate

2010: 435,4 Milliarden Euro

2011: 394,9 Milliarden Euro

2012: 420,1 Milliarden Euro

Ansprüche gegenüber Versicherungen

2010: 1.358,1 Milliarden Euro

2011: 1.400,2 Milliarden Euro

2012: 1.468,9 Milliarden Euro

Ansprüche aus Pensionsrückstellungen

2010: 284,3 Milliarden Euro

2011: 295,4 Milliarden Euro

2012: 306,6 Milliarden Euro

Sonstige Forderungen

2010: 39,0 Milliarden Euro

2011: 38,4 Milliarden Euro

2012: 37,9 Milliarden Euro

Die Top Vermögensverwaltung rät ihren Kunden derzeit bei Neuinvestitionen grundsätzlich zu Aktien, vorausgesetzt das passt zur Asset Allocation. „Bei der Suche nach inflationsgeschützten Anlagen gibt es derzeit keine nennenswerte Alternative zur Aktie“, ist auch Georg Geiger von Value-Holdings überzeugt. „Die Dividendenrenditen von einigen Dax-Unternehmen liegen um ein Dreifaches höher als die Rendite einer Bundesanleihe.“

Und das ist, glaubt man den Experten, nicht das einzige Argument für Aktien: Für die Papiere sprechen derzeit viele Gründe. Die Bewertung ist sehr günstig, viele Firmen generieren laufend mehr Liquidität – was Aktienrückkäufe begünstigt und die Dividenden steigen lassen könnte – und bauen ihre Verschuldung ab.

Echte Anleger sind...

...gelassen

"Sie wissen, dass Aktienkurse von allen möglichen unvernünftigen Kräften beeinflusst werden, dass sie ebenso fallen wie steigen können und dass das auch für Aktien gilt, die sie selbst besitzen. Wenn das passiert, reagieren sie darauf mit Gleichmut. Sie wissen, dass der Preis wieder zurückkommt, solange das Unternehmen die Eigenschaften behält, die sie als Anleger zunächst angezogen hatten."

...geduldig

"Anstatt sich von der Begeisterung der Menge mitreißen zu lassen, warten echte Anleger die richtige Gelegenheit ab. Sie sagen öfter Nein als Ja."

...rational

"Sie gehen auf der Basis klaren Denkens an den Markt und die Welt heran. Sie sind weder übermäßig pessimistisch noch irrational optimistisch; sie sind vielmehr logisch und rational."

Quelle: Robert G. Hagstrom, "Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie.", Börsenbuchverlag 2011.

Doch diese Argumente scheinen vor allem bei Privatanlegern auf taube Ohren zu stoßen. „ Die Marktteilnehmer sind zur Zeit pessimistisch und dadurch sind die Unternehmen unserer Meinung nicht aufgrund fundamentaler Zahlen bewertet“, sagt Goran Vasiljevic, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung Lingohr.

Kommentare (22)

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HB_Propaganda

23.11.2012, 12:08 Uhr

Jeden Tag wenigstens ein solcher Bericht.

Hoffe es fallen nicht zu viele Kleinanleger drauf rein.

Dream_on

23.11.2012, 12:18 Uhr

„Wir kaufen jetzt Aktien!“

Viel (Miss-)Erfolg.

Account gelöscht!

23.11.2012, 12:18 Uhr

„Wir kaufen jetzt Aktien!“

Kauft bis Ihr schwarz werdet....und schön immer dran denken, es wird alles gut und die Sparvermögen sind sicher und Griechenland auf einem guten Weg *lol*.

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