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05.12.2011

16:19 Uhr

3,9 Milliarden Überschuss

Geldsegen bei den gesetzlichen Krankenkassen

Die gesetzlichen Krankenkassen haben in den ersten drei Quartalen einen Überschuss von 3,9 Milliarden Euro erwirtschaftet. Gründe sind unter anderem die gute Konjunktur und Einsparungen bei Arzneimitteln.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben einen Milliarden-Überschuss erwirtschaftet. dpa

Die gesetzlichen Krankenkassen haben einen Milliarden-Überschuss erwirtschaftet.

BerlinDie gesetzlichen Krankenkassen verfügen über ein immer dickeres Finanzpolster. In den ersten drei Quartalen konnten sie einen Überschuss von 3,9 Milliarden Euro verbuchen, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Montag aus Regierungskreisen erfuhr. Dies sind 1,5 Milliarden Euro mehr als zur Jahresmitte. Für das Jahresende sei nun mit einem Plus von rund drei Milliarden Euro zu rechnen. Im letzten Quartal seien die Ausgaben stets höher als im Rest des Jahres.

Den Einnahmen von rund 137,7 Milliarden Euro standen in den ersten neun Monaten Ausgaben von 133,7 Milliarden Euro gegenüber. Die höchsten Überschüsse erzielten die Ersatzkassen - darunter die Marktführer Barmer GEK und Techniker Krankenkasse - mit knapp 1,7 Milliarden Euro. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) liegen mit fast 1,4 Milliarden Euro im Plus, wie ihr Spitzenverband mitteilte. Bei den Betriebskrankenkassen betrug der Überschuss 464 Millionen Euro, bei den Innungskrankenkassen 259 Millionen Euro und bei der Knappschaft Bahn-See 120 Millionen Euro.

Als Grund für die positive Finanzentwicklung gelten die guten Einnahmen im Zuge der Konjunktur und die Einsparungen bei Medikamenten. Regierungskreise sprachen von einer „erfreulichen Entwicklung“. Sie zeige, dass die gesetzlichen Maßnahmen griffen. Zugleich wurde in den Kreisen vor neuen Begehrlichkeiten gewarnt. Es gebe weiterhin Risiken, so dass es notwendig sei, die Reserven der Kassen nicht anzutasten.

Auch der Gesundheitsfonds verfügt über ein dickes Finanzpolster. Bis zum Jahresende rechnen Experten mit einem Überschuss von 4,4 Milliarden Euro. Die Liquiditätsreserve kann den Zahlen vom Oktober zufolge dadurch auf rund 8,6 Milliarden Euro anwachsen. In den Fonds fließen die gesamten Beitragseinnahmen sowie Steuergelder und werden von dort unter den Kassen verteilt. Die Kassen müssen mit dem Geld selbst haushalten. Kommen sie mit den konstanten Zuweisungen nicht aus, müssen sie Zusatzbeiträge von ihren Mitgliedern einfordern.

Angesichts der guten Finanzlage dürften nur wenige Versicherte im nächsten Jahr von Zusatzbeiträgen betroffen sein. Für die AOK erklärte Verbandschef Jürgen Graalmann, der Überschuss der AOK für 2011 werde ausreichen, um den Mitgliedern „auch in konjunkturellen Krisenzeiten Zusatzbeiträge ersparen zu können“. Als Ursache für die gute Finanzlage nannte Graalmann Wirtschaftlichkeitseffekte aus den Rabattverträgen der AOK mit Arzneimittel-Herstellern sowie die Gesetzesbeschlüsse für den Arzneisektor. Aus den Rabattverträgen werde in 2011 nahezu die Hälfte des AOK-Überschusses erzielt.

Von

rtr

Kommentare (2)

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boxerhandschuh

07.12.2011, 12:02 Uhr

nachdem die erhöhten Steuereinnahmen nur so in den Staatskassen klingeln, nun auch nach der Rentenversicherung bei den gesetzlichen Krankenkassen. Irgendwo muss sich die gute Konjunktur ja mal abzeichnen. Mal ein nettes Polster anzulegen, wäre m. E. nicht verkehrt, denn dass es wieder rückwärts gehen wird, dürfte wohl allen klar sein. Schön, dass es ausser den unendlichen schlimmen EURO-Nachrichten auch mal etwas Erfreuliches gibt.

Leser

22.12.2011, 11:43 Uhr

Die Menschen haben bemerkt, dass die Pharmaindustrie immer günstiger produzierte und weniger gut getestete Medikamente auf den Markt bringt, die die alten ablösen sollen. Wie bei den Nahrungsmitteln schlägt der Kapitalismus immer mehr zu. Günstiger produzieren und teurer verkaufen, nur so kann man Vorstand bleiben. Da machen viele nicht mehr mit, gehen zum privat bezahlten Heilpraktiker oder machen sich natürliche Alternativmedizin zu nutzen. Somit müssen die Krankenkassen weniger Medikamente und Arztbesuche bezahlen. Zum Glück gibt es noch die Hausärzte, die einem erlich sagen was in der Krankenwelt passiert. Informieren Sie sich und lassen sich nicht mit chemischen Cocktails das Hirn weich waschen.

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