Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.02.2013

04:30 Uhr

30 Milliarden Euro

Reserven im Gesundheitssystem höher als erwartet

VonPeter Thelen

ExklusivVor allem gebremsten Ausgaben bei Krankenkassen sei dank: Das Gesundheitssystem in Deutschland steht finanziell gut da. Doch die rosige Lage der Krankenversicherungen dürfte nicht von Dauer sein.

Schon 2014 drohen wieder rote Zahlen und damit Zusatzbeiträge der Versicherten. dpa

Schon 2014 drohen wieder rote Zahlen und damit Zusatzbeiträge der Versicherten.

DüsseldorfDas Gesundheitssystem schwimmt im Geld. Wie das Handelsblatt aus Expertenkreisen erfuhr, sind die Reserven von Krankenkassen und Gesundheitsfonds im vergangenen Jahr auf 30 Milliarden angestiegen. Das sind drei Milliarden Euro mehr als der Schätzerkreis des Bundesversicherungsamts noch im Herbst vorausgesagt hatte.

Grund ist zum einen die positive Entwicklung bei Beschäftigung und Löhnen. So sorgten den Angaben zu Folge die Beiträge vom Weihnachtsgeld für zusätzliche Überschüsse im November und Dezember. Vor allem aber blieben die Ausgaben der Krankenkassen hinter den Erwartungen zurück.


Beim Gesundheitsfonds wird mit Mehreinnahmen von einigen hundert Millionen Euro im Vergleich zur letzten Schätzung gerechnet. Deutlich höher sollen die Überschüsse bei den Krankenkassen ausgefallen sein, die vom Fond deutlich höhere Zuweisungen erhalten haben, als sie zur Deckung ihrer Ausgaben brauchen.

Die rosige Lage der Krankenversicherungen wird allerdings nicht von Dauer sein. So steht bereits fest, dass der Steuerzuschuss zum Fonds in diesem und im nächsten Jahr um insgesamt 4,6 Milliarden Euro gekürzt wird.

Die Streichung der Praxisgebühr kostet bis zu zwei Milliarden Euro. Außerdem laufen 2013 wichtige Sparmaßnahmen aus, so dass die Ausgaben der Kassen spätestens 2014 wieder deutlich anziehen dürften. Dann drohen bei etlichen Kassen sogar rote Zahlen und mit ihnen Zusatzbeiträge für die Versicherten.

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

AriGold

01.02.2013, 06:22 Uhr

Okay, 30Mrd. Euro Überschuss. 2Mrd.Euro/Jahr gehen für die Abschaffung der Praxisgebühr drauf. Bleiben 26Mrd. Euro übrig. Die sollen bis 2014 verbraten und diverse Kassen pleite sein, bzw. rote Zahlen schreiben.

Ich lach mich tot.

Thomas

01.02.2013, 06:50 Uhr

Guten Morgen! Erstmal Glückwunsch, dass 30 Mrd. Überschuss, da sind. Eine Reform des Systems ist aber trotzdem noch dringend notwendig, da es in der praxis gerade in den Krankenhäusern an Personal fehlt. Übrigens würde eine Krankenkasse für alle auch ausreichend sein, eine Krankenversicherung für alle mit einer Grundsicherung und private Zusatzversicherungen für Risikosportarten. Auch sollte die Verwaltungspauschale der Krankenkassen maximal 5% der Beitragseinahmen der Kassenmitglieder betragen dürfen.

Account gelöscht!

01.02.2013, 06:59 Uhr

...besser nicht totlachen, denn sonst freuen sich Dritte... ;-)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×