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28.08.2011

20:14 Uhr

Aktienmärkte 

Versicherer lässt „Irene“ kalt

VonRolf Benders

Der Deutsche Aktienindex (Dax) dürfte am Montag nach den außerbörslichen Kursen unverändert in den Handel gehen. Die Aktien der deutschen Versicherer scheinen nicht unter den Schäden des Hurrikans Irene zu leiden.

Folgen des Wirbelsturms: Seit Samstag steht das öffentliche Leben in New York beinahe still. AFP

Folgen des Wirbelsturms: Seit Samstag steht das öffentliche Leben in New York beinahe still.

New York.Die Anleger an der Deutschen Börse können sich trotz des turbulenten Wochenendes offenbar auf einen ruhigen Handelsstart einstellen. Beim Broker Lang & Schwarz wurde der Deutsche Aktienindex (Dax) am Sonntag auf Basis des ausserbörslichen Handels mit 5573 Punkten berechnet. Das ist ein leichtes Plus von 36 Stellen gegenüber dem Schlussstand im elektronischen Handel am Freitag.

Überraschend wenig bewegten sich die Aktien der deutschen Versicherer, auf die wegen der Schäden durch den Hurrikan „Irene“ möglicherweise hohen Kosten zukommen. „Die Anleger sehen offenbar, dass die Schäden niedriger sind als erwartet“, sagte eine Händlerin. „Aber natürlich kann die Lage anders sein, wenn morgen genaue Zahlen bekannt sind und mehr Marktteilnehmer da sind“, fügte sie hinzu. Am außerbörslichen Handel am Wochenende nehmen weit weniger Investoren teil als am normalen Börsengeschäft unter der Woche. Die Kurse können daher verzerrt sein.

Wie stark der Hurrikan die Versicherer belasten wird, lässt sich noch nicht sicher abschätzen. Da sich der Hurrikan aber bis nach New York stark abgeschwächt hat, gehen Experten nicht mehr von dramatischen Zahlen aus. Die Experten von Kinetic Analysis, einem auf die Berechnung von Sturmschäden spezialisierten amerikanischen Unternehmen, nannten in den vergangenen Tagen verschiedene Größenordnungen, je nachdem welche Route der Hurrikan einschlägt. Im schlimmsten Fall könnte der Hurrikan bis zu 20 Milliarden Dollar kosten, hieß es zunächst, inklusive etwa der Kosten für Produktionsausfälle oder die Unterbrechung des Schiffs- und Flugverkehrs. Knapp 14 Milliarden Dollar seien dabei versicherte Schäden.

Am Sonntag hieß es: „Irene“ könnte in den USA gesamtwirtschaftliche Schäden von 6,5 Milliarden Dollar anrichten. Der Hurrikan wird daher trotz seiner gefährlichen Route entlang der US-Ostküste wahrscheinlich nicht zu den besonders teuren Wirbelstürmen gehören. Zum Vergleich: Hurrikan „Katrina“, der 2005 New Orleans verwüstete, verursachte Schäden von 125 Milliarden US-Dollar, davon waren 62 Milliarden US-Dollar versichert.

Trotz des Wirbelsturms "Irene" werden die New Yorker Aktienbörsen am Montag wie gewohnt geöffnet. Die Betreiber NYSE Euronext und Nasdaq OMX gaben am Sonntag nach Beratung mit den Aufsichtsbehörden bekannt, dass zu Wochenbeginn ein normaler Handel mit Dividendenpapieren und Derivaten stattfinden solle. Auch die alternative US-Handelplattform BATS peilt einen regulären Handel für Montag an.

Der Hurrikan war am Wochenende mit großer Wucht über die Ostküste der USA hinweggefegt und hat mindestens neun Menschenleben gefordert. Millionen Haushalte mussten ohne Strom ausharren. Allein in New York, wo auch im Stadtteil Manhattan einige Straßen unter Wasser standen, mussten Hunderttausende ihre Wohnungen verlassen. Alle U-Bahnen und Busse wurden gestoppt und Flughäfen geschlossen.

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