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05.08.2016

09:52 Uhr

Allianz-Gewinn bricht ein

Versicherer in der Defensive

VonCarsten Herz

Der neue Vorstandschef Oliver Bäte will die Allianz schneller und moderner machen. Doch Unwetter und schwache Fonds setzen dem Versicherungskonzern zu. Analysten halten einen Gewinnrückgang 2016 für wahrscheinlich.

Allianz

Vielzahl an Naturkatastrophen verhagelt den Gewinn der Versicherung

Allianz: Vielzahl an Naturkatastrophen verhagelt den Gewinn der Versicherung

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FrankfurtOliver Bäte weiß, was er versprochen hat. „Wir werden alles daransetzen, dass 2016 wieder ein erfolgreiches Jahr für die Allianz wird“, gab der Allianz-Boss bereits im Geschäftsbericht die Marschrichtung für das laufende Jahr aus, „auch wenn das Umfeld noch stärker risikobehaftet sein wird und es eher unwahrscheinlich ist, dass makroökonomische Impulse für zusätzlichen Wachstumsschub sorgen.“

Wer Zweifel daran gehabt haben sollte, was der neue Mann an der Spitze von Europas größtem Versicherungskonzern mit einem risikobehafteten Umfeld und mangelnden Wachstum meinen könnte, der sieht spätestens seit diesem Freitag nun klarer. Denn die Zahlen, die der Gigant aus München für das zweite Quartal vorlegte, sind unmissverständlich – zum Leidwesen des neuen Vorstandschefs, der seit nunmehr gut einem Jahr den Konzern führt.

Die Negativzinsen und eine hohe Zahl von Naturkatastrophen hinterließen bei Europas größtem Versicherer deutliche Spuren. Unterm Strich halbierte sich der Gewinn nahezu im zweiten Quartal und rutschte von zwei auf 1,1 Milliarden Euro ab. Das war noch weniger als viele Experten befürchtet hatten. Analysten waren mehrheitlich von einem Gewinnrückgang auf 1,5 Milliarden Euro ausgegangen.

Umbau der Allianz: Flucht nach vorne

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Premium Flucht nach vorne

Die schwachen Quartalszahlen der Allianz machen deutlich, wie dringlich der Umbau des Versicherungskonzerns ist. Das Schlimmste aber ist: Das Hauptproblem kann Chef Oliver Bäte nicht von sich aus lösen. Ein Kommentar.

Die Allianz erklärte den Rückgang mit höheren Schadenaufwendungen in Folge von Naturkatastrophen, höheren Groß- und wetterbedingten Schäden sowie mit einer niedrigeren Anlagerendite. „In München regnet es heute morgen“, sagt Bäte in einer Telefonkonferenz am Freitag, „das Wetter passt zu unserem zweiten Quartal.“

Denn Unwetter, ein enttäuschendes Fondsgeschäft und Aufräumarbeiten in der Bilanz belasteten die Allianz im Frühjahr schwer. Der operative Gewinn brach um 17 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro ein. Auch die Abschreibung auf das vor dem Verkauf stehende Korea-Geschäft schlug mit 352 Millionen Euro zu Buche. Außerdem hält die Schwäche der Vermögensverwaltung an. Die wichtige US-Fondstochter Pimco hat die erhoffte Trendwende noch nicht geschafft: Hier ziehen die Kunden unter dem Strich weiter Milliarden ab.

Nach sechs Monaten sieht sich Bäte und sein Finanzchef Dieter Wemmer dennoch auf gutem Kurs, die angepeilten Ziele zu erreichen: Im ersten Halbjahr lag das operative Ergebnis bei 5,1 Milliarden - zum Vorjahr ein Rückgang um zehn Prozent. Die Investoren überzeugte das jedoch nicht: Die Allianz-Aktie rutschte zeitweise mehr als drei Prozent ins Minus.

Die größten Versicherer Europas (Beitragseinnahmen 2014)

Platz 10

Mapfre (Spanien)
Beitragseinnahmen 2014: 22,4 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: plus 2,6 Prozent
Quelle für alle Angaben: Übersicht von Mapfre.

Platz 9

Aviva (Großbritannien)
Beitragseinnahmen 2014: 27 Milliarden Euro
Rückgang gg. Vorjahr: plus 4,1 Prozent

Platz 8

Talanx (Deutschland)
Beitragseinnahmen 2014: 29 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: plus 3,0 Prozent

Platz 7

Crédit Agricole Assurances (Frankreich)
Beitragseinnahmen 2014: 29,4 Milliarden Euro
Rückgang gg. Vorjahr: plus 14,3 Prozent

Platz 6

CNP Assurances (Frankreich)
Beitragseinnahmen 2014: 30,5 Milliarden Euro
Rückgang gg. Vorjahr: plus 11,4 Prozent

Platz 5

Zurich (Schweiz)
Beitragseinnahmen 2014: 39,5 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: plus 1,1 Prozent

Platz 4

Prudential (Großbritannien)
Beitragseinnahmen 2014: 40,9 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: plus 14 Prozent

Platz 3

Generali (Italien)
Beitragseinnahmen 2014: 70,4 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: plus 6,9 Prozent

Platz 2

Allianz (Deutschland)
Beitragseinnahmen 2014: 73,9 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: plus 2,5 Prozent

Platz 1

Axa (Frankreich)
Beitragseinnahmen 2014: 86,3 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: plus 0,9 Prozent

Die hohen Belastungen im angestammten Geschäft mit Sachversicherungen hatten sich allerdings abgezeichnet. Europas zweitgrößter Versicherer Axa hatte bereits am Mittwoch schwächere Quartalszahlen als erwartet vorgelegt. Der Gewinn der Franzosen war im ersten Halbjahr trotz Erlösen aus dem Verkauf von Immobilien nur um vier Prozent auf 3,2 Milliarden Euro gestiegen. Doch hohe Kosten für Schäden durch Naturgewalten im Zuge von Unwettern und Stürmen in Deutschland sowie Überschwemmungen in Frankreich und Belgien fraßen den Sondergewinn dabei wieder teilweise auf. 

Auch die Allianz musste sich im zweiten Quartal nun einem immer schwierigeren Umfeld für Versicherer beugen.

Kommentare (14)

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05.08.2016, 10:14 Uhr

So ein schwachsinn. Die Allianz soll sich endlich ehrlich machen und sich vom Mantra des "menschengemachten CO2 Klimawandel" lossagen. Hier liegt das Übel für die negativen Zahlen und Aussichten für die deutsche und europäischen Volkswirtschaften. Und nicht bei den Unwettern/Natur!
Weiterhin sollte die Allianz den Hr. Draghi und damit die deutsche Bundeskanzlerin verklagen. Was die mit den Vertragsbrüchen und der Schulden-Druckerpresse in der EZB anstellen, dass geht auch zu Lasten der deutschen und europäischen Volkswirtschaften und damit hat dies auch negative Auswirkungen auf die Allianz Zahlen.
Auch die Dauersubventionierung des sozialistischen Plansystem einer marktfeindlichen Energiewende und der Ausstieg aus der Hochtechnologie Kernkraft wird auf Dauer zu einen Rückschritt des Wissen und des Fortschritt für Deutschland und Europa führen. Die Marktwirtschaft wurde über Nacht durch ein sozialistisches Plansystem der steuerlichen Dauersubventionierung ersetzt. Damit werden im Enerigebereich aus zuvor profitablen Energiekonzerne dauersubventionierte und marktunfähige von Steuerzahler am Leben gehaltene Investitionsruinen. Windmühlen und Solarparks werden ohne diese Kraftwerke nicht überleben und somit dreht sich die Schuldenspirale in der deutschen Volkswirtschaft immer schneller und damit auch die negativen Ergebnisse in den Allianz Bilanzen. Die immer weniger mit Markt aber dafür mit Subventionen zu tun haben werden.

Account gelöscht!

05.08.2016, 10:24 Uhr

Respekt Marc

ERSTER

GUT GEMACHT

Account gelöscht!

05.08.2016, 10:59 Uhr

Die Allianz ist ein Dividendenkönig mit einer soliden Dividendenhistorie. Im Jahr 2003 1,50 €. Dieses Jahr schon 7,30 €. Und im nächsten Jahr geht mein Vermögensverwalter/Portfoliomanager von einer weiteren Steigerung aus.

Daher ist die Aktie auch ideal geeignet für den langfristigen Investor/Anleger mit einem Zeithorizont von mind. 5 bis 10 Jahren. Und bei Kursabschlägen wie heute macht das Akkumulieren dann umso mehr Spaß.

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