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07.08.2015

10:12 Uhr

Allianz

Gut – aber nicht gut genug

VonKerstin Leitel

Die Zahlen der Allianz zum zweiten Quartal sind gut. Doch bei näherem Hinsehen zeigen sie die Schwächen des Versicherungsriesen. Konzern-Chef Bäte muss die Ausgangslage nutzen, um den Konzern zukunftsfähig zu machen.

Konkurrenz wird größer

Sind Lebensversicherungen noch zukunftsfähig?

Konkurrenz wird größer: Sind Lebensversicherungen noch zukunftsfähig?

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MünchenDer neue Allianz-Chef Oliver Bäte startet mit guten Zahlen in sein Amt: Bei der ersten Präsentation von Quartalsergebnissen kann der 50-Jährige, der den Versicherungskonzern seit Mai diesen Jahres führt, ordentliche Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn vorweisen. Das operative Ergebnis kletterte um 2,6 Prozent auf 2,84 Milliarden Euro, der Überschuss um 15 Prozent auf gut zwei Milliarden Euro.

Dabei hatte die Allianz aber auch Glück: Man profitierte unter anderem davon – wie andere Versicherungskonzerne auch – dass im ersten Halbjahr wenig Unwetter für teure Schäden gesorgt hatten. Stürme wie „Niklas“, die in der Presse für viel Wirbel gesorgt hatten, machen sich in der Milliardenbilanz eines Unternehmens wie der Allianz eben kaum bemerkbar. Zudem konnte man einen Gewinn aus dem Verkauf der US-Sparte Fireman's Fund verbuchen.

Nach diesem guten Start ist es nur logisch, dass sich der neue Chef optimistisch für Gesamtjahr zeigt. Auf den zweiten Blick aber sind die Zahlen gar nicht mehr so gut. Und: Sie zeigen genau, woran der ehemalige McKinsey-Mann in seiner Zeit an der Spitze des Versicherungsriesen arbeiten muss.

Systemrelevante Versicherer laut FSB (2013)

1

Allianz

Sitz: München

Netto-Gewinn 2012: 5,2 Milliarden Euro

Umsatz: 106,4 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 1,85 Billionen Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA

Mitarbeiter: 144.000

Börsenwert: 53,8 Mrd Euro

Quelle: Reuters

2

AIG

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 2,6 Milliarden Euro

Umsatz: 50,13 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 287 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 63.000

Börsenwert: 53 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

3

Aviva

Sitz: London

Netto-Verlust 2012: 3,55 Milliarden Euro (wegen hoher Abschreibungen auf Beteiligungsverkäufe, vor allem in USA)

Umsatz: 39,68 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 319,19 Milliarden Euro (inklusive mittlerweile verkaufter Bereiche) S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 31.000

Börsenwert: 12,73 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

4

AXA

Sitz: Paris

Netto-Gewinn 2012: 4,15 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 1,1 Billionen Euro

Umsatz: 90,13 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 160.000

Börsenwert: 39,56 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

5

GENERALI

Sitz: Triest

Netto-Gewinn 2012: 90 Millionen Euro

Umsatz: 69,6 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 490 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A

Mitarbeiter: 80.000

Börsenwert: 22,5 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

METLIFE

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 0,9 Milliarden Euro

Umsatz: 52,04 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 364 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA-

Mitarbeiter: 64.000

Börsenwert: 40,8 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

PING AN INSURANCE

Sitz: Shenzhen

Netto-Gewinn 2012: 2,49 Milliarden Euro

Umsatz: 37,18 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen liegt nicht vor

S&P-Finanzstärke-Rating: nicht vorhanden

Mitarbeiter: 190.000

Börsenwert: 35,3 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

PRUDENTIAL

Sitz: London

Netto-Gewinn 2012: 2,56 Milliarden Euro

Umsatz: 34,78 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen 265,12 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA

Mitarbeiter: 26.000

Börsenwert: 34,22 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

9

PRUDENTIAL FINANCIAL

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 358 Millionen Euro

Umsatz: 864,7 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: über 760 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA-

Mitarbeiter: 48.000

Börsenwert: 27,9 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

Zum einen an der Zukunft der Lebensversicherung. Der ehemalige Liebling der Deutschen verliert immer mehr Anhänger. Zu niedrig sind mittlerweile die Renditen, zu hoch sind die Kosten, die die Versicherer für sich abzwacken, zu kurzlebig die Zeit, um sich für Jahrzehnte an ein Sparprodukt wie die Lebensversicherung zu binden.

Die Allianz hat als eine der ersten Gesellschaften begonnen, neue Lebensversicherungsmodelle auf den Markt zu bringen. Lebensversicherungen, die nicht auf dem klassischen Garantiezins basieren. Diese Produkte scheinen anzukommen, sich gut zu verkaufen – doch in Summe sinken die Beitragseinnahmen, die die Allianz mit Lebensversicherungen erzielt.

Kommentare (1)

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Herr Manfred Zimmer

10.08.2015, 09:25 Uhr

Es ist in den Medien zu lesen, dass Mütter ihren Töchtern zu Lasten der Lebensversicherten teuere Kredite in die Bücher drücken, um damit die eigenen Zahlen aufzupeppen. Es ist die Frage, was die Versicherungsaufsicht, die BAFin in der Vergangenheit dagegen unternommen hat und was der Bundesfinanzmini8ster als Aufsichtsbehörde der BAFin dazu meint.

Zuoft wird der Verdacht des "Gemauschels" ruchbar. Zuletzt war es die Zwangsenteignung in einem eigenen Gesetz des Bundestages, dem sogenannten Lebensversicherungsreformgesetzes.

Bei diesen Vorkommnissen ist die Frage aufzuwerfen, ob überhaupt keine Aufsicht nicht die sinnvollere Handhabung oder gar das Verbot derartiger Geschäfte wäre. Trickbetrügereien sind seit je her verboten.

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