Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.02.2013

15:07 Uhr

Allianz-Konkurrent

Axa auf Wachstumskurs

Der französische Versicherer verdiente im Jahr 2012 deutlich mehr als im Vorjahr. Besonders die Krankenversicherungssparte trug zum Umsatzplus bei. Und der Konzern hat für die kommenden Jahre noch ein Ass im Ärmel.

Deutlich mehr Licht als Schatten: Die Axa-Versicherung konnte ihren Gewinn im Jahr 2012 deutlich steigern. dpa

Deutlich mehr Licht als Schatten: Die Axa-Versicherung konnte ihren Gewinn im Jahr 2012 deutlich steigern.

ParisEuropas zweitgrößter Versicherer Axa hat 2012 im Kerngeschäft deutlich mehr verdient als Vorjahr. Der Allianz-Konkurrent konnte den operativen Gewinn um 13 Prozent auf 4,25 Milliarden Euro steigern.

Das deutliche Plus wurde vor allem von einem starken Geschäft mit Kranken- und Lebensversicherungen getragen, wie das Unternehmen am Donnerstag in Paris mitteilte. Im Schaden- und Unfallbereich - der größten Sparte des Konzerns - blieb das operative Ergebnis stabil.

Versicherungskonzern: Allianz verdoppelt Gewinn trotz Zinsflaute

Versicherungskonzern

Allianz verdoppelt Gewinn trotz Zinsflaute

Mehr als fünf Milliarden Euro hat der Versicherungskonzern unter dem Strich verdient.

Unter dem Strich verdienten die Franzosen mit 4,15 Milliarden Euro etwas weniger als 2011. Damals war der Gewinn allerdings durch den Verkauf von Beteiligungen nach oben getrieben worden. Die Aktionäre sollen eine um drei auf 72 Cent erhöhte Dividende erhalten. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 90,1 Milliarden Euro.

Lebensversicherungen: So viel erhalten die Kunden 2013

Worum es geht

Die jährliche Zinsgutschrift der Lebensversicherer heißt Überschussbeteiligung. Sie setzt sich zusammen aus dem Garantiezins und einem Bonus. Derzeit beträgt der Garantiezins 1,75 Prozent. In alten Verträgen kann er bis zu vier Prozent betragen. Beschlossen ist jetzt, den Garantiezins ab 2015 auf 1,25 Prozent zu senken.

Was die Versicherer gerne nennen

Die Lebensversicherer weisen neben der Überschussbeteiligung gerne noch die Gesamtverzinsung eines Vertrags aus, der gerade ausläuft. Diese Prozentzahl ist etwas höher, weil der Kunde noch einen Zuschlag aus weiteren Gewinntöpfen der Lebensversicherer erhält – weil er bis zum Ende durchgehalten hat.

Branchenschnitt

Analysten erwarten, dass die Überschussbeteiligung für 2014 weiter sinkt – im Schnitt von knapp vier Prozent im Jahre 2012 auf nun 3,4 bis 3,5 Prozent im Jahre 2014.

Langfristiger Trend

Die Zinsgutschriften der Lebensversicherungen fallen seit mehr als einem Jahrzehnt. Ursache ist der starke Rückgang der Kapitalmarktzinsen.

Der Branchenführer

Der Branchenführer Allianz senkt die Überschussbeteiligung von 4,0 Prozent im Jahre 2012 auf 3,6 Prozent für die Jahre 2013 und 2014.

Die Besten

Sehr hohe Überschussbeteiligungen zwischen 4,05 und 3,6 Prozent weisen diese Gesellschaften aus: My Life, Ideal, Cosmos Direkt, Volkswohl Bund, Direkte Leben Stuttgarter, die Bayerische, Debeka und die Stuttgarter Leben.

Die Schlechten

Viele Lebensversicherer schaffen nur noch eine Überschussbeteiligung von drei Prozent. Dazu zählen 2014: Versicherungskammer Bayern, Swiss Life, HDI Gerling, Victoria und Zurich. Effektiv liegt die Zinsgutschrift damit deutlich unter der Marke.

Ideal

Der kleine Lebensversicherer zahlt im fünften Jahr in Folge eine stabile Gesamtverzinsung von 4,9 Prozent. Dieser Satz setze sich zusammen aus einer laufenden Überschussbeteiligung von 4,0 Prozent sowie einem Schlussüberschuss von 0,9 Prozent.

DEVK

Die Lebensversicherer der DEVK trotzen dem historisch niedrigen Zinsniveau: Für das Jahr 2013 schütten sie eine Überschussbeteiligung in Höhe von 4,0 Prozent aus. Im Vorjahr waren es 4,1 Prozent

Inter

Die Gesamtverzinsung für das Jahr 2013 wurde auf 3,6 Prozent festgelegt (Vorjahr: 3,75 Prozent). Die Überschussbeteiligung, die niedriger sein dürfte, teilte der Versicherer nicht mit.

Zwei Topanbieter

Die Kunden des Landeslebenshilfe V.V.a.G. (LLH) erhalten für ihre Guthaben in 2013 eine laufende Verzinsung von 4,25 Prozent und damit eine seit Jahren überdurchschnittlich hohe Überschussbeteiligung. Einschließlich Schlussüberschussbeteiligung werde sich eine Gesamtverzinsung von durchschnittlich 5,0 Prozent ergeben, die damit weiterhin deutlich über dem Marktniveau liegen werde, teilte der Versicherer mit. Noch etwas besser ist Targo mit 4,3 Prozent.

Provinzial Rheinland

Die Gesamtverzinsung der Provinzial Rheinland sind im Vergleich zum Vorjahr um 0,15 Prozent auf insgesamt 4,1 Prozent (inkl. Schlussüberschuss und Sockelbeteiligung an den Bewertungsreserven). Die darin enthaltene laufende Verzinsung liege bei 3,4 Prozent, teilte der Sparkassenversicherer aus Düsseldorf mit.

Heidelberger Leben

Entgegen dem Trend in der Lebensversicherungsbranche hält die Heidelberger Lebensversicherung AG für das Jahr 2013 die Überschussbeteiligung konstant auf dem Vorjahresniveau von 4,0 Prozent. Aufgrund der Spezialisierung auf fondsgebundene Produkte sei das Unternehmen nur im geringen Umfang von der aktuellen Niedrigzinsphase betroffen.

Stuttgarter

Die Stuttgarter Lebensversicherung a.G. bietet eine laufende Verzinsung von 4,0 Prozent (Vorjahr 4,2 Prozent). Zusammen mit der Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven und den Schlussüberschussanteilen ergebe sich für 2013 eine Gesamtverzinsung von 4,81 Prozent (errechnet nach Assekurata-Modellfall, Laufzeit 25 Jahre).

Ein großer Konkurrent

Für die klassischen Renten- und Lebensversicherungen von AXA und DBV wird die laufende Verzinsung (Garantieverzinsung plus Zinsüberschussanteil) im kommenden Jahr bei 3,65 Prozent liegen (2012: 3,8 Prozent). Die Gesamtverzinsung 2013 wird einschließlich des Kostenüberschussanteils, des Schlussgewinnanteils und der Sockelbeteiligung an den Bewertungsreserven im Schnitt 4,4 Prozent erreichen (2012: 4,6 Prozent).

Volkswohl Bund

Die Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G. legt ihre laufende Verzinsung für das Jahr 2013 auf 3,65 Prozent (2012: 4,05 Prozent) fest.

Nürnberger

Die Nürnberger Lebensversicherung und die Nürnberger Beamten Lebensversicherung halten ihre Überschussbeteiligung stabil bei vier Prozent. Auch für 2012 und 2011 galten diese Werte. Dies ergibt sich aus der Assekurata-Überschussstudie 2013.

Axa-Chef Henri de Castries zeigte sich zur Vorlage der Jahreszahlen optimistisch, den Strategieplan „Ambition AXA“ einhalten zu können. Dieser sieht vor, in den kommenden Jahren das operative Ergebnis im Schnitt um zehn Prozent zu steigern. 2015 will Axa operativ sechs Milliarden Euro verdienen. 2011 waren es noch 3,88 Milliarden Euro. Wachstumstreiber soll vor allem das Asien-Geschäft sein.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

02.03.2013, 07:22 Uhr

Allerdings sollte man auch erwähnen, dass der Gewinn sehr deutlich zu Lasten der früheren Qualität geht.

Telefonwarteschleifen allüberall, manchmal mehrere volle Tage hintereinander, und Bearbeitungsstandards die mich immer wieder an eine nur wenige Wochen alte Aussage eines Kollegen erinnert »Wir Versicherungsmakler haben immer weniger mit gelernten Versicherungskaufleuten zu tun als vielmehr mit an- und ungelerntem CallCenterPersonal«

In diesem Sinne freundlichst
_____________________________
Ihr Versicherungsmaklerbureau

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×