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02.11.2016

16:48 Uhr

Allianz Leben

Hand in Hand ins Internet

Eine Kfz-Versicherung schließen viele Kunden schon heute am liebsten online ab – bald vielleicht auch die Lebensversicherung. Der deutsche Marktführer stellt sich darauf ein – will aber seine Vertriebspartner nicht verprellen.

Den Vertrieb auf dem Weg in die digitale Welt begleiten. dpa

Allianz-Vertreter

Den Vertrieb auf dem Weg in die digitale Welt begleiten.

FrankfurtDie Allianz Leben will Versicherungen im Internet nicht billiger anbieten und damit ihre Vertreter schützen. „Ein Produkt hat seinen Preis – die Beratung ist dabei inbegriffen“, sagte Produktvorstand Alf Neumann der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview. „Wir sind daher bewusst überall mit den gleichen Preisen für das gleiche Produkt unterwegs – egal ob es online, über ein Vergleichsportal oder einen Allianz-Vertreter verkauft wird.“ Deutschlands mit Abstand größtem Lebensversicherer gehe es darum, alle Zugänge der Kunden zu erhalten. „Deshalb sehen wir den Fokus unserer Arbeit darin, den Vertrieb auf dem Weg in die digitale Welt zu begleiten.“

Neumann will damit verhindern, dass junge Internetfirmen („Insurtechs“) den Versicherungsvertretern das Wasser abgraben und zum alleinigen Bindeglied zwischen dem Versicherer und den Kunden werden. „Vor Insurtechs habe ich keine Angst, aber wir können viel von ihnen lernen“, sagte er.

Die größten Versicherer Europas (Beitragseinnahmen 2014)

Platz 10

Mapfre (Spanien)
Beitragseinnahmen 2014: 22,4 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: plus 2,6 Prozent
Quelle für alle Angaben: Übersicht von Mapfre.

Platz 9

Aviva (Großbritannien)
Beitragseinnahmen 2014: 27 Milliarden Euro
Rückgang gg. Vorjahr: plus 4,1 Prozent

Platz 8

Talanx (Deutschland)
Beitragseinnahmen 2014: 29 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: plus 3,0 Prozent

Platz 7

Crédit Agricole Assurances (Frankreich)
Beitragseinnahmen 2014: 29,4 Milliarden Euro
Rückgang gg. Vorjahr: plus 14,3 Prozent

Platz 6

CNP Assurances (Frankreich)
Beitragseinnahmen 2014: 30,5 Milliarden Euro
Rückgang gg. Vorjahr: plus 11,4 Prozent

Platz 5

Zurich (Schweiz)
Beitragseinnahmen 2014: 39,5 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: plus 1,1 Prozent

Platz 4

Prudential (Großbritannien)
Beitragseinnahmen 2014: 40,9 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: plus 14 Prozent

Platz 3

Generali (Italien)
Beitragseinnahmen 2014: 70,4 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: plus 6,9 Prozent

Platz 2

Allianz (Deutschland)
Beitragseinnahmen 2014: 73,9 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: plus 2,5 Prozent

Platz 1

Axa (Frankreich)
Beitragseinnahmen 2014: 86,3 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: plus 0,9 Prozent

Die Berührungsängste gegenüber Online-Versicherungsportalen wie Check24 und Verivox will Neumann abbauen: „Wir müssen auch auf Vergleichsportalen präsent sein, auch wenn diese Vergleiche nicht immer fair sind.“ Zahlreiche Versicherer und ihr Vertrieb fürchten die Transparenz dieser Anbieter.

Anders als Kfz-Versicherungen werden komplexe Produkte wie Kapitallebens- und Krankenversicherungen bisher kaum online abgeschlossen. Doch die Allianz Leben richtet sich darauf ein, dass das Internet für immer mehr Kunden zum ersten Anlaufpunkt wird. „Ich war früher auch der Meinung, dass man Lebensversicherungen nicht über das Internet verkaufen kann“, sagte Neumann. Nach einer Studie des Marktforschungsinstituts GfK und des Versichererverbands GDV suchen aber 82 Prozent vor dem Abschluss im Internet online nach Informationen. Bei Allianz Leben sind es 85 Prozent. Ein Drittel der Klicks komme sogar über Smartphones.

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Doch dann gehen die meisten doch zum Vertreter: Branchenweit hat nur ein Drittel der Versicherungskunden schon einen Vertrag im Internet abgeschlossen – der Löwenanteil davon entfällt auf einfache Produkte. Doch bei Kapitallebensversicherungen ist die Quote kaum messbar. Standardprodukte wie Risikolebensversicherungen ließen sich bei Allianz Leben schon online beantragen, bald kommen auch Berufsunfähigkeits-Policen hinzu, wie Neumann ankündigte. Die direkte Kundenansprache liefere der Allianz neue Erkenntnisse: „Oft mussten wir Fragen ändern, weil die Kunden sie nicht auf Anhieb verstanden haben“, berichtete Neumann. „Das kann letztlich sogar Auswirkungen auf das Produkt selbst haben, und ganz neue Produkte können entstehen.“

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