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02.10.2014

14:12 Uhr

Allianz mit neuem Chef

Oliver Bäte rückt an die Spitze

Dass ein Generationswechsel irgendwann ansteht, war absehbar. Doch dass er nun so schnell kommt, überrascht. Oliver Bäte wird ab Frühjahr Chef des Allianz-Konzerns. Besonders einer dürfte davon hart getroffen sein.

FrankfurtDie Allianz plant den Generationswechsel an der Konzernspitze im Frühjahr nächsten Jahres. Michael Diekmann bleibe noch bis zur Hauptversammlung Vorstandschef und übergebe das Ruder am 7. Mai an Oliver Bäte, teilte Europas größter Versicherer am Donnerstag nach einer Aufsichtsratssitzung mit.

Das ist eine Überraschung. Diekmanns aktueller Kontrakt läuft zwar zum Jahresende mit Erreichen des 60. Lebensjahres ohnehin aus. Doch Beobachter hatten angenommen, dass er noch ein oder zwei Jahre länger den Konzern leiten würde.

Der 49-jährige studierte Betriebswirt Bäte war im Jahr 2008 von der Unternehmensberatung McKinsey zur Allianz gekommen. Seit Anfang 2013 ist er im Vorstand für das Versicherungsgeschäft in West- und Südeuropa zuständig, vorher leitete er das Finanzressort.

Die Vorstandsvorsitzenden der Allianz

Vorstandsvorsitzende

Die Allianz hatte bisher neun Vorstandsvorsitzende. Die meisten amtierten mehr als zehn Jahre.

1890–1904

Carl von Thieme (1844–1924)

1904–1921

Paul von der Nahmer (1858-1921), er trat 1894 in den Allianz-Vorstand ein und stieg 1904 zum alleinigen Vorstandsvorsitzenden auf.

1921–1933

Kurt Schmitt (1886–1950)

1933–1948

Hans Heß (1881–1957)

1948–1961

Hans Goudefroy (1900–1961)

1962–1971

Alfred Haase (1903-1972)

1971–1991

Wolfgang Schieren (1927–1996)

1991–2003

Henning Schulte-Noelle (geboren 1942)

seit 2003

Michael Diekmann (geboren 1954)

Diekmann überschreitet mit 60 Jahren bald die Allianz-interne Altersgrenze für Vorstandsmitglieder. Der Aufsichtsrat habe Diekmann aber gebeten, für die Wahl in den Aufsichtsrat ab 2017 zur Verfügung zu stehen.

Oliver Bäte ist bei der größten deutschen Versicherung ein Seiteneinsteiger. Er hat 15 Jahre für das Beratungsunternehmen McKinsey gearbeitet. Dem Ex-Berater fehlte bisher noch der „Stallgeruch“. Und seine Leistung sei schlecht zu beurteilen, fanden Analysten.

Bäte brauchte daher noch Zeit, um glänzend dazustehen und alle Voraussetzungen für den Chefsessel zu erfüllen. Offenbar reichte der recht kurze Abstecher ins operative Geschäft aber nun aus, um die Entscheider im Aufsichtsrat zu überzeugen.

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