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13.03.2012

20:26 Uhr

Allianz-Schild über Gebäude.

Allianz-Schild über Gebäude.

FrankfurtNikhil Srinivasan hat es derzeit schwer. Der hagere Herr mit dem exotischen Namen ist Chief Investment Officer beim Münchener Allianz-Konzern - der Herrscher des Geldes. 460 Milliarden Euro muss Srinivasan möglichst rentabel anlegen, damit die Kunden künftig ordentliche Erträge aus ihren Lebensversicherungen bekommen. Um diese Aufgabe beneidet ihn momentan niemand. Staatsanleihen bringen entweder zu wenig Rendite oder sind zu riskant. Und Aktien kaufen Versicherer nur in sehr bescheidenem Umfang, weil sie für die Papiere zu viel ihres Eigenkapitals vorhalten müssen; so verlangen es die neuen Spielregeln der Branche, Solvency II genannt.

Die Allianz sucht deshalb nach alternativen Anlagemöglichkeiten. Eine ist es, Kredite im großen Stil zu vergeben, so wie Banken das schon seit Jahrhunderten tun. "Darlehen gegen eine Sicherheit werden zu einem immer sinnvolleren Ansatz", erklärt Srinivasan. In den Bankentürmen in Frankfurt beobachten sie sehr genau, was sich bei den Versicherern bewegt. Dass da eine neue Konkurrenz auf sie zukommt, haben die Banker längst bemerkt. Die Versicherer drängten zunehmend in branchenfremde Geschäfte, sagt etwa Ulrich Schröder, der Chef der deutschen Förderbank KfW. Ganz ähnlich sieht das Ed Langendam.

Vor allem im Finanzierungsgeschäft von Infrastruktur- und Energieprojekten würden sich die Versicherer umtun, meint der Deutschland-Chef von NIBC. Jene Bereiche, in denen auch das niederländische Kreditinstitut sein Geld verdient. Langendam will die weitere Entwicklung erst einmal abwarten, ehe er ein Urteil fällt. An der einen oder anderen Stelle ergäben sich sogar Kooperationsmöglichkeiten mit den neuen Konkurrenten, so sein erster Eindruck. Andere dagegen sind nicht begeistert über die neue, zumal kapitalstarke Konkurrenz. "Die Versicherer haben in diesem Geschäft grundsätzlich nichts zu suchen", sagt ein Frankfurter Banker, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen mag. Außerdem würde man mit zweierlei Maß messen, was die Aufsicht betreffe. Während die Banken stark reguliert würden hinsichtlich ihres Verhältnisses von risikoreichem Geschäft zu Eigenkapital, etwa dem Kreditgeschäft, sei das bei Versicherern nicht der Fall, urteilt der Banker - ein Duell mit ungleichen Waffen. Den Versicherern wird das egal sein. Die Suche nach neuen Geschäftsfeldern hat derzeit Priorität.

Kommentare (5)

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13.03.2012, 23:23 Uhr

sind abs nicht ein super geeignetes produkt für versicherer um am retail-kreditmarkt mitzumischen?
spart ja auch personal und werbekosten etc für eine kreditsparte.

plainblack

14.03.2012, 10:10 Uhr

Tja, das ist das was Banken seit Jahren machen. Versicherungen am Banktresen verkaufen ist ebenfalls branchenfremd - interessiert aber auch keinen. Die Banker sind doch so seriös und vertrauenserweckend. Außerdem möchte ich ja auch einen Kredit von diesem gottgleichen Herren hinter seinem Podium. Dann tue ich ihm doch den Gefallen. Da haben Banken ebenfalls nichts zu suchen !!!

PeterK

14.03.2012, 11:00 Uhr

Das wird auch zeit, dass die Versicherer in die Kerngeschäfte der Banken eindringen. Finanzierungen und Geldanlagen müssen einfach ein zusätzliches Geschäft der Versicherungsvertriebe werden, umgekehrt haben die Banker doch längst den Versicherungsvertrieb in ihr Geschäftsmodell implementiert.

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