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15.09.2014

17:32 Uhr

Appell an Konkurrenz

Rückversicherer hoffen auf Ende des Preiskampfs

Beim Branchentreffen sind sich die Rückversicherer einig: Der Spielraum für Preissenkungen ist begrenzt, wenn die Rendite den Vorstellungen entsprechen soll. Swiss Re hofft auf ein baldiges Ende des Preiskampfs.

Der Spielraum für Preissenkungen sei begrenzt, wenn die Rückversicherer ihre Renditevorstellungen nicht aufgeben wollten, sagte Ulrich Wallin, Vorstandschef der Hannover Rück. dapd

Der Spielraum für Preissenkungen sei begrenzt, wenn die Rückversicherer ihre Renditevorstellungen nicht aufgeben wollten, sagte Ulrich Wallin, Vorstandschef der Hannover Rück.

Monaco/ZürichDie großen Rückversicherer nehmen einen neuen Anlauf, um den Preisrutsch beim Schutz vor Überschwemmungen, Erdbeben und Stürmen zu stoppen. Die Nummer drei der Branche, Hannover Rück, appellierte an ihre großen Konkurrenten, bei den Preisen nicht weiter nachzugeben.

Der Spielraum für Preissenkungen sei begrenzt, wenn die Rückversicherer ihre Renditevorstellungen nicht aufgeben wollten, sagte Vorstandschef Ulrich Wallin am Montag auf dem jährlichen Branchentreffen in Monte Carlo.

Die weltweite Nummer zwei der Branche glaubt indes, dass der Boden bald erreicht ist: „Swiss Re rechnet mit einem langsameren Rückgang der Preise bei Naturkatastrophendeckungen“, erklärte Vorstandschef Michael Lies.

Bilanz 2013: Naturkatastrophen richten Millionenschäden an

Weniger Schäden...

Die durch Naturkatastrophen, Unglücke und Unfälle verursachten Kosten sind 2013 nach Angaben des Rückversicherers Swiss Re wieder gesunken. Der wirtschaftliche Gesamtschaden lag nach einer vorläufigen Studie bei 130 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Drittel weniger als 2012, dem drittteuersten Schadensjahr in der Geschichte. Versichert waren allerdings nur 44 Milliarden Dollar.

... aber mehr Tote

Die Zahl der Todesopfer durch Katastrophen stieg 2013 allerdings deutlich: Die Katastrophen forderten insgesamt etwa 25.000 Menschenleben, im Vorjahr waren es rund 14.000. Vor allem der Taifun Haiyan auf den Philippinen kostete viele Menschenleben.

Überflutungen in Europa...

Mehrere Überflutungen verursachten hohe Schäden. Die Überschwemmungen in weiten Teilen Zentral- und Osteuropas im Juni etwa schlugen mit 18 Milliarden Dollar zu Buche, wovon die Versicherungsbranche 4 Milliarden Dollar trug. Nach Einschätzung der Swiss Re handelt es sich um die teuerste Katastrophe des Jahres 2013.

... und im Rest der Welt

Auch in der kanadischen Provinz Alberta traten Wasser über die Ufer und verursachten 2 Milliarden Dollar Versicherungsschäden – Platz 3 in der Swiss-Re-Statistik. Auch in Australien, Indien, China, Indonesien, im südlichen Afrika und in Argentinien kam es 2013 zu schweren Regenfällen und Überflutungen.

Hagel und Stürme in Europa

Diverse Stürme richteten in Europa schwere Schäden an. So fegte der Hagelsturm Andreas im Juli über Deutschland und Frankreich hinweg, die versicherten Schäden beziffert die Swiss Re auf 3,8 Milliarden Dollar – die zweitteuerste Katastrophe des Jahres. Sturmtief Christian richtete in Zentral- und Nordeuropa Versicherungsschäden von mehr als 2,7 Milliarden Dollar an (1,4 Milliarden Dollar Versicherungsschaden). Auch der Anfang Dezember tobende Orkan Xaver war teuer: mehr als 1,4 Milliarde Dollar versicherte Schäden.

Milde Hurrikan-Saison

Die Hurrikan-Saison in den USA fiel 2013 vergleichsweise mild aus, dafür kann es im Frühling und Herbst zu schweren Gewittern und Tornados. Die Schäden summieren sich auf mehrere Milliarden Dollar.

Bei der Veranstaltung „Les Rendez-vous de Septembre“ spricht die Branche über ihre Strategie für die Verhandlungen mit den Erstversicherern über Verträge, die zum Jahresende auslaufen. „Dort, wo risikoangemessene Preise nicht zu erzielen sind, sind wir bereit, auch zukünftig Geschäft aufzugeben“, warnte Wallin.

Er hofft, dass sich die Preise für neue Verträge zum 1. Januar deshalb stabilisierten. In das gleiche Horn stößt auch der Swiss-Re-Chef: Der Konzern aus Zürich werde keine Abstriche an seinen Renditevorstellungen machen.

„Wir werden uns auch in Zukunft stark auf Profitabilität konzentrieren“, sagte er. Vor allem in den USA leiden die Rückversicherer darunter, dass neue Anbieter die Preise für die Absicherung gegen Naturkatastrophen verderben. Überkapazitäten entstehen dadurch, dass Hedge- und Pensionsfonds auf der Suche nach Rendite Katastrophenanleihen zeichnen.

Zudem machen den Rückversicherern die niedrigen Zinsen zu schaffen. „In diesem Umfeld ist es entscheidend, diszipliniert auf risikogerechte Vertragskonditionen zu achten“, sagte Wallin. Noch habe Hannover Rück aber durch die wachende Konkurrenz keine Marktanteile verloren. „Wir sollten auch im Umfeld eines weichen Markts stabile, positive Geschäftsmöglichkeiten erwarten können.“

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