Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.07.2011

13:49 Uhr

Aufarbeitung Sexskandal

Finanzinvestor droht Ergo mit Milliardenklage

VonSönke Iwersen

ExklusivNeuer Ärger für die Ergo: Clemens Vedder will den Skandalversicherer auf eine Milliarde Schadenersatz verklagen. Seine Vorwürfe wiegen äußerst schwer.

Das Logo des Versicherers Ergo. Quelle: dpa

Das Logo des Versicherers Ergo.

DüsseldorfDer Finanzinvestor Clemens Vedder will die Ergo-Versicherungsgruppe wegen Rufschädigung auf eine Milliarde Euro verklagen. Er reagiert damit auf eine Anzeige, die Ergo vor einigen Wochen gegen ihn sowie zwei Anwälte stellte. Der Vorwurf lautete auf versuchte Erpressung. Zwar hat die Staatsanwaltschaft bislang kein Verfahren eröffnet. Doch der Schaden für ihn, sagt Vedder, sei abzusehen. Er verwalte Fonds im Wert von acht Milliarden Euro, und seine Investoren seien auf Seriosität bedacht. Er müsse unbedingt seinen Ruf schützen. „Wir haben uns auf eine lange Auseinandersetzung eingestellt“, sagt Vedder.

Der Finanzinvestor macht der Ergo schwere Vorwürfe. „Die in Rede stehende Strafanzeige ist manipuliert“, sagt Vedder. Er sei bereits vor zwei Jahren in einem Streit der Ergo und ehemaligen Vertretern als Mediator eingeschaltet worden, um einen Kompromiss zu finden. „Nachdem die Ergo gemerkt hatte, dass ich mich von keiner Seite benutzen lasse, war ich offenbar der Richtige, um von ihren Machenschaften abzulenken“, sagt Vedder.

Seine Milliardenklage will er nun in den USA einreichen. Vedder lebt unter anderem in Florida, in den USA sind weit höhere Schadenersatzurteile möglich als in Deutschland.

Ergo reagierte zunächst gelassen. „Ich weiß nicht, was man uns vorwirft“, sagte Sprecher Alexander Becker dem Handelsblatt „Wir haben der Staatsanwaltschaft lediglich einen Sachverhalt zur Prüfung übergeben. Die Staatsanwaltschaft muss sich jetzt ein Urteil bilden.“

Tatsächlich hat Ergo einen schweren Vorwurf gegen Vedder gerichtet: eine Straftat begangen zu haben. Nach dem ersten Schock durch die öffentliche Berichterstattung über die Sex-Orgie ihrer Vertreter in Budapest und fehlerhafte Rentenverträge stellte Ergo vor einigen Wochen bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf Anzeige wegen versuchter Erpressung. Zu Details äußerte sich der Konzern nicht. Aber Vedder, so viel ist klar, ist einer der drei Beschuldigten.

Hinter den Anschuldigungen steckt ein langwieriger Streit. Seit Jahren ringen Ergo und ehemalige Vertreter um Abfindungen, zurückgehaltene Provisionen und vieles mehr. Die Auseinandersetzungen beschäftigten diverse Gerichte. 2009 dann wurde Clemens Vedder von den Vertretern gebeten, als Mediator tätig zu werden. Er, der in solchen Streitfällen viel Erfahrung hat, sollte schlichten. Vedders Firma Goldsmith Capital Partners sollte ein Drittel der für die ehemaligen Vertreter ausgehandelten Zahlungen als Erfolgshonorar erhalten.

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

KLV-Check

18.07.2011, 14:25 Uhr

dass die vielfach beworbene Transparenz durch das Waschen schmutziger Wäsche ans Licht kommt, hätte sich Ergo wohl auch nicht träumen lassen 8-)))))))))))

Anonym

18.07.2011, 14:41 Uhr

Einfach mal nachgucken bei Wiwo 2003 + 2004
"Genau unter die Lupe nehmen" + "Alles abgezeichnet".
Diverse Strafverfahren liefen in Bochum + Düsseldorf
Alles erfolgreich vom Tisch gekriegt- Herr Vedder wird die Beweise nicht schuldig bleiben.............

Kellerleiche

18.07.2011, 14:57 Uhr

jetzt endlich verstehe ich das Rückversicherungsgeschäft: der Erstversicherer Ergo bzw. seine hässlichen Töchter bauen Mist und die Mama MunichRe zahlt die Zeche (an Vedder's Anwälte), damit die Leichen schön im Keller bleiben 8-)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×