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24.03.2016

18:44 Uhr

Aussichte auf Downgrade

Moody’s macht sich Sorgen um Allianz

Schlechte Aussichten für die Allianz: Anhaltende Niedrigzinsen könnten die Deutschland-Tochter des Versicherungskonzerns ihr Rating kosten. Moody’s-Analysten sehen den Ausblick des Konzerns negativ.

Die Niedrigzinspolitik der EZB drückt auf die Gewinne der Allianz. dpa

Allianz Deutschland

Die Niedrigzinspolitik der EZB drückt auf die Gewinne der Allianz.

FrankfurtDer Deutschland-Tochter der Allianz droht eine schwächere Bonitätsbewertung. Die US-Ratingagentur Moody’s versah die bisher bei „Aa2“ liegende Note für die Allianz Deutschland AG am Donnerstag mit einem negativen Ausblick. Bisher liegt ihre Bonität eine Note über dem „Aa3“ für den Mutterkonzern, das Moody’s gleichzeitig bestätigte. Sorgen machen den Bonitätswächtern die niedrigen Zinsen, die die Renditen im Lebensversicherungsgeschäft drückten und die Eigenmittelausstattung (Solvabilität) beeinträchtigten. Die Margen im Neugeschäft des mit Abstand größten deutschen Lebensversicherers seien innerhalb von zwei Jahren von 2,8 Prozent auf 2,1 Prozent zurückgegangen.

Die Allianz versuche zwar gegenzusteuern, indem sie neue Produkte mit weniger Zinsgarantien verkaufe, erklärten die Moody’s-Analysten. Doch wie schnell sie damit den niedrigen Zinsen ausweichen könne, sei unsicher. Zum einen seien die neuartigen Policen für die Kunden weniger attraktiv, und zum anderen laste der großem Policen-Bestand noch lange auf der Bilanz.

Systemrelevante Versicherer laut FSB (2013)

1

Allianz

Sitz: München

Netto-Gewinn 2012: 5,2 Milliarden Euro

Umsatz: 106,4 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 1,85 Billionen Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA

Mitarbeiter: 144.000

Börsenwert: 53,8 Mrd Euro

Quelle: Reuters

2

AIG

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 2,6 Milliarden Euro

Umsatz: 50,13 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 287 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 63.000

Börsenwert: 53 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

3

Aviva

Sitz: London

Netto-Verlust 2012: 3,55 Milliarden Euro (wegen hoher Abschreibungen auf Beteiligungsverkäufe, vor allem in USA)

Umsatz: 39,68 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 319,19 Milliarden Euro (inklusive mittlerweile verkaufter Bereiche) S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 31.000

Börsenwert: 12,73 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

4

AXA

Sitz: Paris

Netto-Gewinn 2012: 4,15 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 1,1 Billionen Euro

Umsatz: 90,13 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 160.000

Börsenwert: 39,56 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

5

GENERALI

Sitz: Triest

Netto-Gewinn 2012: 90 Millionen Euro

Umsatz: 69,6 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 490 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A

Mitarbeiter: 80.000

Börsenwert: 22,5 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

METLIFE

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 0,9 Milliarden Euro

Umsatz: 52,04 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 364 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA-

Mitarbeiter: 64.000

Börsenwert: 40,8 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

PING AN INSURANCE

Sitz: Shenzhen

Netto-Gewinn 2012: 2,49 Milliarden Euro

Umsatz: 37,18 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen liegt nicht vor

S&P-Finanzstärke-Rating: nicht vorhanden

Mitarbeiter: 190.000

Börsenwert: 35,3 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

PRUDENTIAL

Sitz: London

Netto-Gewinn 2012: 2,56 Milliarden Euro

Umsatz: 34,78 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen 265,12 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA

Mitarbeiter: 26.000

Börsenwert: 34,22 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

9

PRUDENTIAL FINANCIAL

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 358 Millionen Euro

Umsatz: 864,7 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: über 760 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA-

Mitarbeiter: 48.000

Börsenwert: 27,9 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

In einer Branchenstudie hatte Moody’s den deutschen Lebensversicherern schlechte Aussichten vorausgesagt. Ihnen werde auch in den nächsten ein bis eineinhalb Jahren der Wind ins Gesicht blasen.

Von

rtr

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