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29.06.2012

12:27 Uhr

Benzinklausel

Unterlassungsklage gegen Versicherer

Der Bund der Versicherten verklagt mehrere Autoversicherer wegen der so genannten Benzinklausel. Die Verbraucherschützer halten die Regelung für intransparent und fordern ihre Abschaffung.

Die Autoversicherer sollen gegen das Transparenzgebot verstoßen haben. dpa

Die Autoversicherer sollen gegen das Transparenzgebot verstoßen haben.

HamburgDer Bund der Versicherten (BdV) hat wegen der sogenannten Benzinklausel Unterlassungsklagen gegen die drei Versicherer AXA, Allianz und R+V eingereicht. Die Klausel in der privaten Haftpflichtversicherung stelle einen Verstoß gegen das Transparenzgebot dar, erklärte der BdV-Vorstandsvorsitzende Axel Kleinlein am Freitag. Die Benzinklausel sei nicht verständlich und benachteilige Verbraucher daher unangemessen.

Die Benzinklausel schränkt den Versicherungsschutz bestimmter Menschen beim Gebrauch von Kraftfahrzeugen ein. Dabei sei für den Versicherten aber nicht eindeutig erkennbar, welche Folgen das für ihn hat, kritisierten die Verbraucherschützer. Nach Ansicht des BdV erschwert die Aufteilung der Bestimmungen zwischen den Allgemeinen Versicherungsbedingungen und den Besonderen Bedingungen zusätzlich das Verständnis für den Versicherten.

Die zehn größten Versicherungskonzerne

Platz 10

Prudential plc (Großbritannien)

Der britische Versicherer mit Hauptsitz in London hat weltweit 20 Millionen Kunden. Künftig soll ein Schwerpunkt auf das asiatische Geschäft gelegt worden. 2010 kamen die Briten auf einen Umsatz von 73,6 Milliarden Dollar.

Platz 9

Munich Re (Deutschland)

Der größte deutsche Rückversicherer, der früher Münchener Rück hieß, sichert sich ebenfalls einen Platz unter den weltgrößten Versicherern. Zur Gesellschaft gehört unter anderem auch die Ergo Versicherungsgruppe. Die rund 47.000 Mitarbeiter des Konzerns haben 2010 auf einen Umsatz von 76,22 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 8

Nippon Life Insurance Company (Japan)

Die Japaner mit Hauptsitz in Osaka sind nicht nur der größte Lebensversicherer ihres Landes, sondern gehören auch international zu den größten. Mit einem Umsatz von 78,57 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 2,6 Milliarden Dollar im Jahr 2010 ist der Konzern locker in der Top 10.

Platz 7

Aviva (Großbritannien)

Weltweit hat der Konzern aus London 35 Millionen Kunden und rund 45.000 Mitarbeiter. Insgesamt kamen die Briten im Jahr 2010 auf einen Umsatz von 90,2 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 2,26 Milliarden Dollar.

Platz 6

UnitedHealth (USA)

Im Bereich der Krankenversicherung gehört das Unternehmen aus der Kleinstadt Minnetonka (Minnesota) zu den größten der Branche. Weltweit beschäftigt der Konzern 87.000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 94,15 Milliarden Dollar erwirtschaften.

Platz 5

American International Group (USA)

Die New Yorker waren lange der größte Erstversicherer der Welt. In der Finanzkrise mussten sie dann sogar mit Steuergeldern gerettet werden. 2010 haben die Amerikaner rund 104,4 Milliarden Dollar umgesetzt.

Platz 4

Assicurazioni Generali (Italien)

Schon Franz Kafka gehörte kurzzeitig zu den Angestellten des traditionsreichen Versicherers aus Triest. Die Italiener gehören bis heute zu den führenden Versicherungskonzernen weltweit, 2010 kamen sie auf einen Umsatz von 120,2 Milliarden Dollar.

Platz 3

Allianz (Deutschland)

Der größte deutsche Versicherungskonzern schafft den Sprung auf das Treppchen. Von München aus steuert der Konzern 151.338 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaftete so einen Umsatz von 127,38 Milliarden Dollar im Jahr 2010.

Platz 2

Berkshire Hathaway (USA)

Mit dem schillernden Investor Warren Buffett an der Spitze, ist US-Beteiligungsgesellschaft vor allem im Versicherungsgeschäft tätig. Die Amerikaner gehören zu den profitabelsten Konzernen des Landes. 2010 wurde ein Umsatz von 136,18 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 1

AXA (Frankreich)

Der größte Versicherungskonzern der Welt hat seinen Hauptsitz in Paris. Insgesamt verwalten die rund 103.000 Mitarbeiter ein Vermögen von 1,38 Billionen Dollar. Allein im Jahr 2010 wurde ein Umsatz von 162,2 Milliarden Dollar eingefahren.

"Hinter der Benzinklausel verbergen sich damit erheblich Versicherungslücken mit zum Teil dramatischen Gefahren für Versicherte", erklärte Kleinlein. "Die Benzinklausel überrascht selbst eingefleischte Versicherungsexperten." Laut BdV gibt es bereits seit Jahrzehnten immer wieder Streit um die Klausel. Daher halte der Verband es für geboten, "die Unwirksamkeit der Klausel gerichtlich feststellen zu lassen."


Von

afp

Kommentare (2)

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Frosch

02.07.2012, 21:09 Uhr

"Der Bund der Versicherten verklagt mehrere Autoversicherer" ist irreführend, da es sich um eine Klärung im Bereich der PRIVATHAFTPFLICHTVERSICHERUNG handelt. Die Benzinklausel hat mit der Kfz-Versicherung nichts zu tun,

langling

09.07.2012, 14:28 Uhr

Daran sieht man doch das der Autor vom Inhalt nichts verstanden hat. Wie so oft bei Recherchen und Meldungen zu Versicherungsfragen. Die Benzinklausel schließt Schäden die ein Versicherter mit einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor verursacht über die private Haftpflichtversicherung aus. Wie Frosch schon anmerkt.

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