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29.05.2011

15:14 Uhr

Betriebsausgabe

Hamburg-Mannheimer setzte Sexparty von Steuer ab

In deutschen Versicherungen ist es offenbar üblich, Bordellbesuche steuerlich abzusetzen: Die Hamburg Mannheimer machte für ihre Sexparty 83 000 Euro als Betriebsausgabe geltend - ohne auf die Liebesdienste hinzuweisen.

Die Gellert-Therme in Budapest ist Ungarns berühmteste Badestätte. Quelle: dapd

Die Gellert-Therme in Budapest ist Ungarns berühmteste Badestätte.

DüsseldorfDie Kosten der Sex-Party für erfolgreiche Versicherungsvertreter der Hamburg-Mannheimer sind von der Steuer abgesetzt worden. Die Summe von 83 000 Euro habe die Versicherung vollständig steuerlich geltend gemacht, bestätigte eine Sprecherin des Mutterkonzerns Ergo einen
Bericht der "Welt am Sonntag". Dadurch seien Gewinn und Steuerlast vermindert worden. Es sei eine "normale Veranstaltung" gewesen und dementsprechend als Betriebsausgaben abgesetzt worden. "Die Rechnung ist in voller Höhe als Betriebsausgabe behandelt worden", sagte ein Ergo-Sprecher der "WamS". "Nach unseren bisherigen Prüfungen war das steuerrechtlich in Ordnung. Wir prüfen jedoch weiter, ob man eine andere Beurteilung vornehmen kann und wie wir die Angelegenheit bereinigen können."

Mitte Mai war bekanntgeworden, dass die mittlerweile zum Ergo-Konzern gehörende Hamburg-Mannheimer 2007 für ihre 100 besten Vertreter eine Sex-Party mit 20 Prostituierten in den historischen Gellert-Thermen in Budapest organisiert hatte. Teilnehmer berichteten dem "Handelsblatt", die attraktivsten Frauen mit weißen Bändchen seien für den Vorstand und die allerbesten Vertriebler reserviert gewesen.

Nach Recherchen der "Welt am Sonntag" ist es in deutschen Unternehmen durchaus üblich, dass Bordellbesuche über die Firmenspesen abgerechnet werden. Exzesse wie die Sexparty der Versicherung in Budapest seien aber die Ausnahme. Immerhin habe nach Konzernangaben später jeder der rund 100 Teilnehmer 3000 Euro für die Gesamtreisekosten an geldwertem Vorteil versteuern müssen.

Laut "WamS" gibt es viele Möglichkeiten, sich mit Prostituierten auf Firmenkosten zu vergnügen, ohne dass es auf der Rechnung auftauche. So könnten die Damen etwa als mehrsprachige Hostessen abgerechnet werden. Sexuelle "Zusatzleistungen" könnten nach Angaben von Steuerfahndern auch in einem erhöhten Zimmerpreis verrechnet werden. Es gebe "keine Chance", das aufzudecken, zitiert die Zeitung einen Fahnder.

Auch in den Belegen der Sause in Budapest habe es keinen Posten Prostitution oder gar eine Detailrechnung gegeben, sagte der Ergo-Sprecher. Die steuerliche Behandlung von Prostitution ist nach Angaben der Zeitung in Deutschland nicht klar geregelt.

Von

dpa

Kommentare (7)

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OrakelvonBerlin

29.05.2011, 20:58 Uhr

Botox nicht, aber ne Frischzellenkur mit den Grünen.
Sie arbeitet ja schon kräftig darauf hin. Viele ihre männlichen Kollegen hat sie auf´s Abstellgleis geschickt und mit dem Rössler von der FDP wird sie auch noch fertig!
Und dann sind ja schon die nächsten Bundestagswahlen und ne Chance mit GRÜN kann sie sich ja mal in ihren Träumen malen, aber werden wird das natürlich nichts. Die Tage von schwarz-gelb sind dennoch gezählt. Deutschland braucht einen Neuanfang, der neben unternehmerischem Mut vor allem Entschlossenheit braucht! Da ist für Merkel kein Platz mehr frei!

Schelm

29.05.2011, 21:10 Uhr

Warum soll die Hamburg-Mannheimer die Sexparty nicht von der Steuer absetzen können?
SCHWARZ-GELB hat doch die Steuererklärungen vereinfacht - na und nun ist so etwas auch möglich, wußten SIE das nicht? Da brauchen auch Betriebsprüfer der Finanzverwaltung, die in der Regel im Hause prüfen, nicht mehr so genau hinsehen. Stellt sich allerdings die Frage, ob Teilnehmer ihre Freibetragsgrenze überschritten haben. Dann ist die Hamburg-Mannheimer zwar raus, aber der Einzelne muss den geldwerten Vorteil versteuern!
Ach ja, SCHWARZ-GELB hat ja die Steuererklärungen vereinfacht. Daher ist das mit dem Nachversteuern auch so simpel.
Der Staatsanwaltschaft viel Erfolg bei ihren Ermittlungen! Verjährung tritt erst nach 10 Jahren ein!

Account gelöscht!

30.05.2011, 09:11 Uhr

Alle sprechen von den Spitzenverkäufern (Herren)welche Vergünstigungen bekommen eigendlich die Spitzenverkäuferinnen? Die es in einem Konzern wohl auch geben wird!!!

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