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24.02.2011

11:17 Uhr

Bilanz 2010

Allianz erhöht die Dividende - die Aktie fällt

VonThomas Schmitt, Axel Höpner

Die Allianz sorgt für eine positive Überraschung: Europas größter Versicherer hat 2010 mehr verdient als erwartet. Davon profitieren auch die Aktionäre. Doch die zeigen sich wenig erfreut.

Die Allianz hat 2010 mehr verdient als erwartet. Quelle: dpa

Die Allianz hat 2010 mehr verdient als erwartet.

FrankfurtDie Allianz hat 2010 neue Rekorde aufgestellt. Der Umsatz kletterte über 100 Milliarden und der Gewinn über fünf Milliarden Euro. Die Dividende steigt daher um knapp zehn Prozent auf 4,5 Euro, teilte Europas größter Versicherer mit. Mit diesen Zahlen hat die Allianz deutlich besser abgeschnitten, als die beiden ebenfalls weltweit tätigen Konkurrenten Axa und Zurich.

An der Börse fiel die Reaktion jedoch negativ aus: Die Allianz-Aktie Allianz fiel zu Handelsbeginn bis zu 4,9 Prozent auf 99,50 Euro und lag am frühen Mittag noch 2,5 Prozent im Minus. Händler begründeten dies mit einem vorsichtigeren Ausblick, dem schwachen Gesamtmarkt sowie dem starken Kursanstieg der Papiere in den vergangenen Wochen. Allianz-Aktien haben seit Jahresanfang 15 Prozent zugelegt.

Allianz-Chef Michael Diekmann kommentierte: „Auf unser kräftiges Wachstum im Jahr 2010 können wir stolz sein.“ Der Umsatz habe die historische Bestmarke übertroffen, und das operative Ergebnis habe über den Erwartungen gelegen. Es stieg um 17 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Das obere Ende des Zielkorridors lag für 2010 bei 7,7 Milliarden Euro. In der Branche hatte es zuvor Spekulationen gegeben, dass die Allianz bei dieser Gewinngröße nun in den nächsten Jahren die Marke von zehn Milliarden Euro anstreben könnte.

Allianz in Zahlen201020092008
Umsatz (in Mrd. Euro)106,597,492,6
Operatives Ergebnis (in Mrd. Euro)8,27,07,5
Ergebnis je Aktie (in euro)11,209,33-5,25
Eigenkapital (in Mrd. Euro)44,540,133,7
Dividende je Aktie (in Euro)4,504,103,50
Mitarbeiter153.203182.865181.207

Die Allianz habe ihre Risiken gut unter Kontrolle, erklärte Diekmann weiter. „Wir sind hochprofitabel und finanziell gestärkt aus den Krisenjahren 2008 und 2009 hervorgegangen. Dies ist die Basis für die Belastbarkeit und Stabilität, die unsere Kunden, Investoren und Mitarbeiter von uns erwarten.“ Finanzvorstand Oliver Bäte erklärte zur Schaden-und Unfallversicherung: „Wir haben in einem schwierigen Marktumfeld eine insgesamt gute Leistung gezeigt. Das operative Ergebnis des vierten Quartals 2010 war das beste der vergangenen beiden Jahre.“

Der Umsatz, vor allem Prämien, stieg 2010 um 9,3 Prozent auf neues Hoch von 106,5 Milliarden Euro. Im Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft erreichten die gesamten Beitragseinnahmen dabei 57,1 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss verbesserte sich um 12 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro. Wichtig für die Profitabilität ist auch die leicht verbesserte Schaden-Kosten-Quote von 97,2 Prozent für das Schaden- und Unfallsversicherungsgeschäft. Das Eigenkapital stieg bis Ende Dezember 2010 um 10,9 Prozent auf 44,5 Milliarden Euro.

Kommentare (2)

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PWC

25.02.2011, 18:53 Uhr

Woher kommen die Gewinne? Meine Lebensversicherung wird nach 25 Jahren im April 2010 ausgezahlt. Seit 2000 reduzierte sich die prognostizierte Ablaufleistung kontinuierlich um insgesamt 17%. Das sind minus 1,4 Prozent pro Jahr. Im gleichen Zeitraum stiegen die Dividendenzahlungen der Allianz Leben an den Mutterkonzern um das Dreifache, von 12,50 EUR je Aktie auf 44,00 EUR je Aktie in 2009. Eine Erklärung zu dieser für den Versicherten desaströsen Entwicklung bleibt der Konzern schuldig - mit Transparenz hat das nichts zu tun. Vor dem Abschluss einer Lebensversicherung bei der Allianz kann ich also nur warnen. Kapitalinteressen gehen eindeutig vor Kundeninteressen, so jedenfalls interpretiere ich das Jahresergebnis der Allianz AG.

Versicherungsnehmer empört Euch!!

LudwigZ

04.05.2011, 17:21 Uhr

Kapitallebensversicherungen sind halt was für das einfach gestrickte Volk mit Bausparer- und Sparbuchmentalität.
Letztens hat mir ein Bekannter mit einer Software (KLV Check oder so ähnlich) seine "Renditekurve" gezeigt. Die lag die ersten 11 Jahre unter 0% !! Da bleib ich doch lieber Aktionär, der sich an den jährlichen Dividendenausschüttungen erfreut 8-))

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