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23.11.2016

16:38 Uhr

Branchentreffen der Versicherer

„Es ist eine Systemrevolution“

VonChristian Schnell

Die Angst vor den Gefahren des Netzes diskutiert die Versicherungsbranche bei ihrem Treffen in Berlin. Das rüttelt am Gefühl der Unternehmen für Sicherheit – und dann kommt auch noch Donald Trump hinzu.

Mit der zunehmenden Digitalisierung könnte Cybercrime ein ernstzunehmendes Problem werden. dpa

Cyberkriminalität

Mit der zunehmenden Digitalisierung könnte Cybercrime ein ernstzunehmendes Problem werden.

BerlinDie Gefahrenlage zeigt sich anhand weniger Zahlen. 49 Millionen der gut 82 Millionen Deutschen besitzen inzwischen ein Smartphone. Sie wickeln ihre Bankgeschäfte dort ab, buchen Reisen oder bestellen ihr Abendessen. Das Betätigungsfeld für solche, die aus den vielen Milliarden Daten illegalen Nutzen ziehen wollen, steigt somit von Tag zu Tag rapide an. „Cybercrime ist eine wachsende Industrie, die einen großen Ertrag bei kleinen Risiken verspricht“, bringt Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes die Lage auf den Punkt

Münch ist nur einer von vielen prominenten Rednern von außerhalb der Branche, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungsindustrie (GDV) zu seiner Jahrestagung nach Berlin geladen hat. Es soll um das Thema Risiko gehen. Um die großen Gefahren für diese Welt, um die neuen seit dem Brexit und der US-Wahl, aber auch um die überbewerteten und die womöglich noch gar nicht wahrgenommenen.

Praktiker wie Münch sind also gefragt. Der spannt den Bogen sogleich von den Risiken durch die wachsende Nutzung von Smartphones zum drohenden Gefahrenpotenzial, das durch das sogenannte Internet der Dinge – also die Vernetzung von Maschinen mit dem Netz – in den kommenden Jahren erwachsen kann. Bis zum Jahr 2020 sollen eine Million Endgeräte in Deutschland mit dem Internet der Dinge verbunden sein.

Die größten Versicherer Europas (Beitragseinnahmen 2014)

Platz 10

Mapfre (Spanien)
Beitragseinnahmen 2014: 22,4 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: plus 2,6 Prozent
Quelle für alle Angaben: Übersicht von Mapfre.

Platz 9

Aviva (Großbritannien)
Beitragseinnahmen 2014: 27 Milliarden Euro
Rückgang gg. Vorjahr: plus 4,1 Prozent

Platz 8

Talanx (Deutschland)
Beitragseinnahmen 2014: 29 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: plus 3,0 Prozent

Platz 7

Crédit Agricole Assurances (Frankreich)
Beitragseinnahmen 2014: 29,4 Milliarden Euro
Rückgang gg. Vorjahr: plus 14,3 Prozent

Platz 6

CNP Assurances (Frankreich)
Beitragseinnahmen 2014: 30,5 Milliarden Euro
Rückgang gg. Vorjahr: plus 11,4 Prozent

Platz 5

Zurich (Schweiz)
Beitragseinnahmen 2014: 39,5 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: plus 1,1 Prozent

Platz 4

Prudential (Großbritannien)
Beitragseinnahmen 2014: 40,9 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: plus 14 Prozent

Platz 3

Generali (Italien)
Beitragseinnahmen 2014: 70,4 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: plus 6,9 Prozent

Platz 2

Allianz (Deutschland)
Beitragseinnahmen 2014: 73,9 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: plus 2,5 Prozent

Platz 1

Axa (Frankreich)
Beitragseinnahmen 2014: 86,3 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: plus 0,9 Prozent

51 Prozent der deutschen Unternehmen berichteten zuletzt schon über Angriffe auf die Datensicherheit, lautet laut Münch eine Zahl des Branchenverbandes Bitkom. Die Dunkelziffer dürfte höher liegen. Einzug in die Statistik findet schließlich nur das, was Behörden oder Versicherern gemeldet wurde. Deswegen appelliert Münch auch an angegriffene Unternehmen, dies auch anzuzeigen. Und nimmt auch gleich die Angst, dass mit einer solchen Offenlegung der Aktienkurs absacken könnte. „Das war nach Untersuchungen unserer US-Kollegen in der Regel nur kurz der Fall. Wenn gleichzeitig mit den Behörden zusammengearbeitet wurde, ging es anschließend schnell wieder auf das vorherige Niveau“, so Münch.

Es sind jedoch nicht nur die Praktiker, die an diesem Tag in Berlin die Gedankenwelt der Versicherer zum Thema Risiko erweitern sollen. Mit Klaus Schwab, dem Gründer und Präsident des Weltwirtschaftsforums in Davos, gehört auch ein prominenter Vordenker dazu. Auf Podien ist er gewöhnlich selten zu finden. Dass er diesmal dennoch kommt, liegt an der Vermittlung von Ex-Wirtschaftsminister Philipp Rösler. Einen Ausblick auf den nächsten Global Risk Report gibt Schwab, der im Januar rechtzeitig zum Gipfel der Mächtigen in den Alpen wieder erscheinen soll. 700 Experten hatten den in den vergangenen Monaten zusammengestellt. „Nur entspricht er nicht mehr dem Realitätsdenken nach der amerikanischen Wahl“, muss Schwab eingestehen. Nacharbeiten sind also angesagt.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

23.11.2016, 17:57 Uhr

Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
Danke

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