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25.01.2011

23:12 Uhr

Chiphersteller

Intel übertrifft die Erwartungen

VonAxel Postinett

Während die Konkurrenz längst die Folgen der Finanzkrise abgeschüttelt hat und, wie etwa Google, mit zweistelligen Zuwachsraten prahlen kann, liegt Yahoo immer noch wie paralysiert auf dem Boden des Abgrunds, in den der Webkonzern gestürzt ist.

San Francisco Zum dritten Quartal in Folge mussten sinkende Besucherzahlen für die Yahoo-Seiten gemeldet werden, immer klarer wird, dass die Probleme im Suchbereich noch lange nicht gelöst sind. Und das, obwohl die Web-Suche eigentlich an Microsoft übertragen worden ist. Aber Yahoo vermarktet noch immer einen großen Teil der Werbung. Der eigene Marktplatz für Suchmaschinenwerbung ist noch immer nicht da, wo sie sein sollte, räumte CEO Carol Bartz beim Analystengespräch nach der Vorlage der Quartalszahlen ein.

Die Profitabilität ist unzureichend. Der Suchwerbe-Marktplatz für Partnerseiten liege noch weiter zurück. Starkes Wachstum im Bereich für Display-Werbung (Werbebanner, interaktive Werbung) wird noch auf absehbare Zeit durch die negative Entwicklung bei der Web-Suche aufgefressen werden. Doch selbst im Bereich Display-Werbung wird der Kampf härter. Googles Zahlen zeigten, dass sich der Suchriese in diesem Markt fest etabliert hat und laut Analysefirma eMarketer wird es 2011 einen Werbetrend weg von großen Portalen und Suchmaschinen hinzu Social Networks geben. An der Spitze der Gewinner.

Bei Yahoo halten dagegen die Aufräumarbeiten noch an. Im vierten Quartal 2010 ging es mit dem Nettoumsatz, also nach Abzug der Kosten für die Weiterleitung von Internetnutzern durch Dritte auf Yahoo-Seiten, weiter um rund vier Prozent abwärts, brutto waren es minus zwölf Prozent.

Für das laufende Quartal erwartet Bartz einen Nettoumsatz von 1,02 bis 1,08 Mrd. Dollar. Im ersten Quartal 2010 waren es noch 1,13 Milliarden Dollar, Analysten hatten im Vorfeld im Schnitt mit 1,12 Milliarden gerechnet, entsprechend negati waren die Börsenreaktionen, am Mittwoch in New York sank die Yahoo-Aktie zu Beginn um rund 2,75 Prozent. Da half auch nicht, dass auf der Ertragsseite für 2010 deutliche Verbesserungen ausgewiesen wurden.Die Angst: Yahoo spart einfach nur immer weiter Kosten, bis es nicht mehr geht und das Kartenhaus zusammenfällt.
Entsprechend pointiert reagierte die CEO im Analystengespräch auf Fragen zu den erneut von ihr angekündigten Entlassungen von rund einem Prozent der Mitarbeiter: "Wir werden Ende 2011 mehr Mitarbeiter haben als jetzt zu Beginn des Jahres", reagierte Bartz trotzig. Konkurrent Google hatte Tage zuvor bekräftigt, bis zu 6000 Mitarbeiter einstellen zu wollen. Yahoo hingegen entlässt aktuell weitere 140 Mitarbeiter. In einer Welle nur wenige Wochen zuvor mussten schon fünf Prozent gehen. Diese Salami-Taktik verunsichert die analysten. Yahoo, hält Bartz dagegen, schichte um, regional und innerhalb der Bereiche. "Wir brauchen die richtigen Leute an den richtigen Stellen."

Das wird allerdings zunehmend schwierig: viele Top-Leute drängen in junge Unternehmen wie Facebook, weil hier neben interessanten Aufgaben auch die Hoffnung auf einen lukrativen Börsengang lockt. Selbst Google gab unumwunden zu, dass eine jüngste generelle Gehaltsrunde von zehn Prozent für alle Mitarbeiter hauptsächlich dem Zweck diente, Abgänge guter Leute zu vermeiden. Wie CEO Bartz ihr Ziel, "Mehr Mitarbeiter und trotzem geringere Kosten" als 2010 erreichen will, ist da noch nicht wirklich selbsterklärend.

Die unsicherer Gemengelage, in der sich Yahoo befindet, spiegelt sich auch in den Analystenschätzungen wider. Während die Citibank ihr Kursziel für Yahoo am Mittwoch von 18 auf 19 Dollar anhob, senkte Goldman Sachs das Kurziel von 19 auf 18 Dollar.

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