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14.02.2013

12:23 Uhr

Dank Finanzmarkterlösen

Versicherer Zurich erzielt Milliardengewinn

Trotz hoher Belastungen durch den Hurrikan „Sandy“ wartet der Versicherungskonzern mit einem Gewinnanstieg auf und übertrifft die Erwartungen der Analysten. Zurich Financial hält zudem die Dividende stabil.

Der Versicherer Zurich Financial profitiert von niedrigen Schäden – abgesehen vom Hurrikan „Sandy“. Reuters

Der Versicherer Zurich Financial profitiert von niedrigen Schäden – abgesehen vom Hurrikan „Sandy“.

ZürichDer Schweizer Versicherungskonzern Zurich Financial hat die hohen Schadenzahlungen für den Hurrikan "Sandy" im vorigen Jahr mit einer guten Anlagestrategie mehr als wettmachen können. Dank eines überraschend hohen Kapitalgewinns von 1,2 Milliarden Dollar im vierten Quartal stieg der Reingewinn im Gesamtjahr um drei Prozent auf 3,88 Milliarden Dollar, wie der gemessen an der Marktkapitalisierung zweitgrößte Versicherer Europas am Donnerstag mitteilte. Das übertraf die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 3,27 Milliarden Dollar gerechnet hatten.

Geholfen hat dem Konzern auch, dass es 2012 außer dem Wirbelsturm "Sandy" kaum Großschäden gab. Die Aktionäre sollen wie im Vorjahr 17 Franken Dividende je Aktie erhalten, kündigte Zurich an. Eine Prognose gab der Versicherer wie üblich nicht. "Wir behalten unsere bewährte Strategie bei, unser Geschäft in Wachstumsmärkten auszudehnen und verlässliche Leistungen in gesättigten Märkten zu erbringen", erklärte Konzernchef Martin Senn.

Versicherer in Europa

Europa

Zahl der Unternehmen: 5078 (in 2008)

Beschäftigte: 956 000 (in 2009)

Bruttoprämien: 1104 Milliarden Euro

Daten aus 2010

Deutschland

Zahl der Unternehmen: 582

Beschäftigte: 216 400

Bruttoprämien: 179 Milliarden Euro

Frankreich

Zahl der Unternehmen: 441

Beschäftigte: 147 400

Bruttoprämien: 207 Milliarden Euro

Italien

Zahl der Unternehmen: 242

Beschäftigte: 47 185

Bruttoprämien: 126 Milliarden Euro

Großbritannien

Zahl der Unternehmen: 1314

Beschäftigte: 117 000 (in 2009)

Bruttoprämien: 207 Milliarden Euro

Niederlande

Zahl der Unternehmen: 268

Beschäftigte: 57 000

Bruttoprämien: 78 Milliarden Euro

Belgien

Zahl der Unternehmen: 145

Beschäftigte: 23 727

Bruttoprämien: 29 Milliarden Euro

Schweiz

Zahl der Unternehmen: 151

Beschäftigte: 45 659

Bruttoprämien: 40 Milliarden Euro

Spanien

Zahl der Unternehmen: 292

Beschäftigte: 47 779 (in 2009)

Bruttoprämien: 57 Milliarden Euro

Dänemark

Zahl der Unternehmen: 184

Beschäftigte: 16 773

Bruttoprämien: 21 Milliarden Euro

Schweden

Zahl der Unternehmen: 386

Beschäftigte: 20 414

Bruttoprämien: 28 Milliarden Euro

Langfristig peile Zurich weiterhin eine Eigenkapitalrendite von 16 Prozent an. Im aktuellen Marktumfeld mit niedrigen Zinsen hält Senn allerdings einen Wert von 13 bis 15 Prozent realistisch. 2012 waren es 9,3 Prozent gewesen. Zurich berechnet die Eigenkapitalrendite auf der Basis des operativen Geschäftsgewinns, der das Anlageergebnis und außergewöhnliche Einflüsse ausklammert. An der Börse schlug der Jahresabschluss keine hohen Wellen. Die Zurich-Aktien notierten mit 259,80 Franken nahe dem Vortagesniveau.

Die Prämieneinnahmen steigerte der Versicherer im Vorjahr um 7,5 Prozent auf 53,98 Milliarden Dollar. Zurich erntete erste Früchte von den Zukäufen in Lateinamerika und Malaysia. Die Sachversicherung, die rund zwei Drittel des Geschäfts ausmacht, arbeitete trotz "Sandy" in einem sonst an Großschäden armen Jahr rentabler: Der Schadenkostensatz verbesserte sich um 0,5 Prozentpunkte auf 98,4 Prozent. Bis zu einem Wert von 100 Prozent sind die Schäden und Verwaltungskosten durch die Prämieneinnahmen gedeckt.

Wetterbedingte Katastrophen in Nordamerika

Studie

In einer umfassenden Studie hat die Munich Re die Schäden durch Wetterkatastrophen wie Wirbelstürme oder Überschwemmungen untersucht. Die Analyse umfasst die Jahre 1980 bis 2011.

Schäden

Den Daten des Rückversicherers zufolge erreichte der durch Wetterkatastrophen in Nordamerika angerichtete materielle Schaden in dem Zeitraum 1.060 Milliarden US-Dollar (auf Preise im Jahr 2011 hochgerechnet). Das entspricht etwa 770 Milliarden Euro.

Versichert war etwa die Hälfte der angerichteten Schäden – 510 Milliarden US-Dollar (393 Milliarden Euro). Rund 30.000 Menschen kamen ums Leben.

Hurrikan Sandy

Hurrikan Sandy hat zwar Ende Oktober und Anfang November 2012 große Aufmerksamkeit auf sich gezogen, da er auch die Millionenmetropole New York erfasste. Doch mit einem versicherten Schaden in zweistelliger Milliardenhöhe ist er nicht das größte Schadensereignis.

Größter Schaden

Der Ende August 2005 über New Orleans hereingebrochene Hurrikan Katrina (der die stärkste Stufe „5“ der Wirbeslsturm-Skala erreichte), richtete einen gesamtwirtschaftlichen Schaden in Höhe von 125 Milliarden US-Dollar an, davon war die Hälfte versichert. Über 1300 Menschen starben und damit ungleich mehr als durch Hurrikan Sandy im Jahr 2012 in New York und New Jersey.

Zunahme der Schadensfälle

In Nordamerika hat sich laut Münchener Rück die Zahl der wetterbedingten Naturkatastrophen seit 1980 fast verfünffacht. In Asien vervierfachte sich die Zahl, in Afrika stieg sie um den Faktor 2,5, in Europa um den Faktor 2. Zur Zunahme trage der menschengemachte Klimawandel bei. Langfristig sei etwa mit einem Anstieg der Intensität tropischer Wirbelstürme zu rechnen.

"Sandy", der Ende Oktober den Nordosten der USA mit der Millionenmetropole New York schwer getroffen hatte, kostete den Konzern im vierten Quartal rund 700 Millionen Dollar. Teuer zu stehen kamen das Unternehmen im Vorjahr auch Wertberichtigungen und die Aufstockung von Schadenreserven in Deutschland. Europas Branchenprimus Allianz will seinen Jahresabschluss am 21. Februar veröffentlichen. Der deutsche Konzern ist mit 455 Millionen Euro Schadenkosten bei "Sandy" vergleichsweise glimpflich davongekommen und hat seinen Aktionären mehr als neun Millionen Euro operativen Gewinn in Aussicht gestellt.s

Von

rtr

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