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29.12.2014

16:37 Uhr

Datenschutzaffäre

Debeka zahlt 1,3 Millionen Euro

Die Affäre um illegalen Datenhandel durch die Debeka scheint beendet. Der Versicherer zahlt eine Geldbuße von 1,3 Millionen Euro und einigte sich auf neue Standards im Datenschutz.

Das Verfahren wegen illegalen Datenhandels gegen die die Debeka wird nach einer Strafzahlung und dem Einführen neuer Standards beim Datenschutz eingestellt. dpa

Das Verfahren wegen illegalen Datenhandels gegen die die Debeka wird nach einer Strafzahlung und dem Einführen neuer Standards beim Datenschutz eingestellt.

KoblenzDer Versicherer Debeka zahlt wegen Datenschutzverstößen eine Geldbuße von 1,3 Millionen Euro. Darauf habe sich das Unternehmen mit dem Landesdatenschutzbeauftragten von Rheinland-Pfalz, Edgar Wagner, geeinigt, teilte die Debeka am Montag in Koblenz mit. Mit der Übereinkunft würden die Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen die Versicherung und deren Vorstandsmitglieder beendet.

In der Affäre ging es um die Anwerbung von Neukunden für die Debeka. Mitarbeiter des Versicherers hatten Datensätze von Anwärtern im öffentlichen Dienst gekauft, um diese als Kunden zu gewinnen. Die Debeka hatte derartige Vorgänge bereits eingeräumt. In den Verfahren des Landesdatenschutzbeauftragten ging es unter anderem um die Frage, ob die Führungsspitze des Unternehmens ihre Aufsichtspflichten beim Datenschutz verletzt haben.

Die Versicherung erklärte am Montag, grundsätzlich sei der Einsatz von „Tippgebern“ im Vertrieb zulässig. Allerdings sei dabei in der Vergangenheit in einigen Fällen der Datenschutz missachtet worden. Die internen Regeln seien nun überarbeitet worden und würden zukünftig die gesetzlichen Standards für den Datenschutz „sogar übertreffen“. Unter anderem dürfe ein „Tippgeber“ die Adresse eines möglichen Neukunden nur noch weiterreichen, wenn dieser eine förmliche Einwilligungserklärung abgegeben hat.

Der Datenschutzbeauftragte Wagner erklärte laut der Debeka-Mitteilung, das Unternehmen habe „ernsthafte und erfolgreiche Anstrengungen unternommen“, den Datenschutz beim Vertrieb zu stärken. Von dem Verfahren gehe zudem ein Signal an andere Firmen aus, mit persönlichen Daten von Interessenten, Kunden und Mitarbeitern „vertrauensvoll und rechtskonform“ umzugehen.

In der Angelegenheit ermittelt auch die Koblenzer Staatsanwaltschaft. Dabei geht es um den Anfangsverdacht der Bestechung, der Anstiftung zur Verletzung des Dienstgeheimnisses und des Verstoßes gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen durch Debeka-Mitarbeiter.

Außerdem wird geprüft, ob Mitarbeiter aus dem öffentlichen Dienst sich der Bestechlichkeit, der Verletzung des Dienstgeheimnisses und des Verstoßes gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen schuldig gemacht haben könnten. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte der Nachrichtenagentur AFP am Montag, dass die Ermittlungen noch laufen.

Von

afp

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

29.12.2014, 16:49 Uhr

Einer der großen Vorteile der DEBEKA liegt darin, daß sie kaum Fremdvertrieb bezahlen muß.

Versicherte werben neue Kunden im privaten Umfeld - und werden dafür mit einer kleinen Prämie bedacht.

So waren es einst fast ausschließlich Beamte, die namensgetreu Mitglieder waren und für geringe Kosten und wenig Inanspruchnahme sorgten.

Bis heute profitiert die DEBEKA davon - und ist die meist empfohlene und kostengünstigste Privatversicherung.

Herr Thorwald Möller

29.12.2014, 17:37 Uhr

Also für die Kunden der Debeka was durchaus positives!

Herr Thorwald Möller

29.12.2014, 17:39 Uhr

Zur Klarstellung muss man sagen, dass es seit Anfang 2014 erheblich höhere Sanktionen als zuvor gibt. Das relativiert die Summe deutlich!

http://www.haufe.de/recht/datenschutz/eu-datenschutzverordnung/sanktionsmassnahmen-werden-erheblich-verschaerft_224_95586.html

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