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02.02.2012

14:18 Uhr

Dividende stabil

Munich Re kommt 2011 mit blauem Auge davon

Für die Munich Re war 2011 ein rabenschwarzes Jahr: Dennoch stimmen die heute vorgelegten Zahlen viele Börsianer zufrieden. Die Aktionäre bekommen ein Bonbon, wenn auch zu einem hohen Preis.

Die Munich Re blickt auf ein vergleichsweise gutes viertes Quartal zurück. dpa

Die Munich Re blickt auf ein vergleichsweise gutes viertes Quartal zurück.

MünchenDer weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück peilt nach einem Gewinnrückgang 2011 für das laufende Jahr wieder Milliardenüberschüsse an. Das vergangene Jahr mit seinen zahlreichen Großschäden sei absolut ungewöhnlich gewesen, sagte Finanzchef Jörg Schneider am Donnerstag. Für 2012 stellte er wieder einen Gewinn von etwa 2,4 Milliarden Euro in Aussicht. „Das ist kein hartes Ziel, aber die Größenordnung passt“, sagte er in einer Telefonkonferenz.

Ihre Aktionäre will die Münchener Rück nichts von dem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr spüren lassen. Der Konzern schütte wie zuvor 6,25 Euro je Anteilschein aus - und geht damit ans Eingemachte: Die Dividendensumme von 1,1 Milliarden Euro übersteigt den Jahresgewinn von 710 Millionen Euro, der binnen Jahresfrist um fast drei Viertel geschrumpft war. Dass die Münchener Rück überhaupt noch etwas verteilen hat, ist zu einem guten Teil dem Finanzamt zu verdanken: Gut eine halbe Milliarde Euro an Steuerertrag verbuchte der Versicherungsgigant, da er Verluste durch Erdbeben, Wirbelstürme und Überflutungen von der Steuer absetzen konnte. Das Prämienvolumen des Gesamtkonzerns kletterte um neun Prozent auf 29,6 Milliarden Euro.

20112010Veränderung
Konzernüberschuss*0,712,43-70,7 %
Gebuchte Bruttobeiträge*49,645,58,9 %
Ergebnis aus Kapitalanlagen*6,88,6-21,8 %
Gebuchte Bruttobeiträge*26,523,612,3 %
Schaden-Kosten-Quote in %113,6100,5

* in Milliarden Euro

Die teuren Naturkatastrophen rund um den Globus und die Staatschuldenkrise machten 2011 für die Münchener Rück dennoch zu einem rabenschwarzen Jahr. „Ein Jahr wie 2011 haben wir noch nicht erlebt - extreme Belastungen durch Naturkatastrophen und dazu die Finanzkrise, die nach einer leichten Erholung in 2009 und 2010 nun wieder verstärkt aufgeflammt ist“, erklärte Finanzchef Jörg Schneider. Allein die Erdbebenschäden in Japan und Neuseeland kosteten die Münchner 1,5 Milliarden Euro. Dennoch rentierte sich das Geschäft mit der Rückversicherung: Das Segment warf trotz einer miserablen Schaden-Kosten-Quote von 113,6 Prozent immer noch 770 Millionen Euro Gewinn ab.

Kommentare (2)

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DANDY

02.02.2012, 09:27 Uhr

..
es war schon immer etwas besonderes -
als aktionaär rückversichert zu sein..!!
..

Account gelöscht!

02.02.2012, 09:41 Uhr

unglaublich....wenn in einem jahr wie 2011 ein rückversicherer sogar noch gewinne generiert - und es war wirklich einiges los in der welt - dann sieht man mal wie gut es für ihn eigentlich laufen muss...

das unternehmen erwirtschaftet trotz katastrophen und staatsschuldenkrise gewinne und spricht dennoch von einem miserablen jahr...was also darf man von der MR erwarten, wenn das jahr 2012 "ruhiger" werden sollte?

könnte das vielleicht sogar ein kaufsignal sein?

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