Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.05.2011

18:37 Uhr

Entschuldigung gefordert

Ergo-Mitarbeiter bedrängen Vorstand wegen Sexorgie

ExklusivDie Arbeitnehmer des Versicherers Ergo setzen ihren Vorstand unter Druck. Sie wollen auf einer Sitzung des Aufsichtrats die Forderung nach einer öffentlichen Entschuldigung durchsetzten und fordern umfassende Aufklärung.

Torsten Oletzky, Vorsitzender des Vorstandes der Ergo Versicherungsgruppe. Quelle: dpa

Torsten Oletzky, Vorsitzender des Vorstandes der Ergo Versicherungsgruppe.

DüsseldorfErgo-Vorstandschef Torsten Oletzky soll sich wegen der Sex-Party im Juni 2007 öffentlich entschuldigen. Das wollen die Arbeitnehmer auf einer außerordentlichen Sitzung des Ergo-Aufsichtsrates am 8. Juni durchsetzen, heißt es in Unternehmenskreisen. Im Konzern war die Budapester Orgie der Vermittlerorganisation Hamburg-Mannheimer International (HMI) bereits 2010 bekannt. Doch viele Mitglieder des Aufsichtsrates wussten davon nichts bis zu einer Veröffentlichung des Handelsblatt vor zwei Wochen.

Die Arbeitnehmer des Versicherers Ergo setzen ihren Vorstand nun wegen der Sex-Party unter Druck. Sie wollen in der kommenden Woche eine lückenlose Aufklärung der Vertreterreise im Juni 2007 verlangen, heißt es in Unternehmenskreisen weiter. Ein unabhängiger Gutachter solle mit der Prüfung aller Umstände beauftragt werden. Sie sehen Gefahr im Verzug. Denn durch die öffentliche Debatte liege das Image des Versicherungsriesen in Scherben. Es gebe Mitarbeiter, die sich kaum noch trauten, ihren Arbeitgeber zu nennen.

Die Aufsichtsräte fragen sich, warum es bis heute keine Information des Managements zum Thema gegeben hat. Während Ergo-Chef Oletzky die Budapest-Sause schon 2010 auf dem Schreibtisch hatte, sei sie vielen Mitgliedern des Ergo-Aufsichtsrates völlig unbekannt geblieben, heißt es in Unternehmenskreisen. Erste Hinweise auf einen Skandal hätten sie erst in der Hauptversammlung der Ergo-Mutter Munich Re im April erhalten. Dabei sei allerdings das wahre Ausmaß des Skandals nicht zu erkennen gewesen.

Nun stellten sich Ergo-Aufsichtsräte die Frage: Wer wusste im Management welche Details wann? Und warum sei die ganze Angelegenheit nicht früher konsequent aufgeklärt worden? Ergo teilte dem Handelsblatt dazu mit: "Weitergehende Recherchen haben wir eingeleitet, nachdem über Ihr Blatt weitere Details bekannt geworden sind."

Doch führende Vertreter der Branche halten dies nicht für ausreichend. "Gerade für Ergo wäre es doch im Sinne der eigenen Werbung ein gutes Signal, nun Klarheit zu schaffen", sagte Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten dem Handelsblatt. Damit würde der Konzern dem Verdacht entgehen, dass er die Angelegenheit unter den Tisch kehren will. "Nur so kann Ergo wieder Vertrauen gewinnen, das sie massiv verloren haben", sagte Rudnik.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

30.05.2011, 21:20 Uhr

Und das Beste an der Sache: All das zahlt der Steuerzahler.
Während z.B. Eltern die Schulbücher der Kinder voll bezahlen müssen, keinesfalls steuerlich absetzbar sind, können Unternehmen Bordellbesuche selbstverständlich steuerlich vom gewinn abziehen. Diese Orgie natürlich auch.

Ich denke dies sagt viel über diese dekadente Gesellschaft aus.

HerrKaiser

30.05.2011, 22:02 Uhr

Der Fisch stinkt vom Kopfe. Solche Sachen kommen immer irgendwann heraus. Ergo hätte proaktiv handeln und reinen Tisch machen müssen.

Charbonnier

30.05.2011, 22:41 Uhr

Der Steuerzahler wirds schon richten. Das sind "Betriebsausgaben" Warum trauern über die Sex-Parties auf Kosten der Versicherten - die sind auch Steuerzahler - Das verantwortliche Lumpenpack gehört ins Gefängnis!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×